Zuckermandeln – Brauch zur Geburt aus Frankreich

Nur das Baby ist noch süßer

In Deutschland wird die Geburt eines Kindes per Storch oder per Wäscheleine verkündet. Einen weiteren schönen Brauch zur Begrüßung eines Babys kommt aus Frankreich. Hier sind die Eltern die Geber, denn jeder Besucher, der vorbeikommt, um das Neugeborene zu sehen und dabei die herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln, bekommt ein kleines, süßes Geschenk: Fünf hübsch verpackte Zuckermandeln. Auch hier wird gern mit den typischen Farben für das Geschlecht gearbeitet: Rosafarbene Zuckermandeln gibt es bei einem Mädchen, hellblaue Zuckermandeln werden bei einem Jungen überreicht. In jedem Tütchen befinden sich exakt fünf Zuckermandeln. Dabei steht jede Mandel für einen ganz konkreten Wunsch fürs Leben: Gesundheit, Glück, Wohlstand, Fruchtbarkeit sowie ein langes und erfülltes Leben.

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Die Zuckermandeln, die den Baby-Begrüßungsgästen überreicht werden, sind zuckersüß, aber das Neugeborene ist einfach noch süßer. Das Gastgeschenk steht für fünf Wünsche: Gesundheit, Glück, Wohlstand, Fruchtbarkeit sowie ein langes und erfülltes Leben.

 

Die schöne Tradition findet sich ebenso in Belgien und in den Niederlanden. Die Niederländer selbst servieren ihren Gästen darüber hinaus noch gerne „Beschuit mit muisjes“ (übersetzt: Zwieback mit Mäuschen). Es handelt sich dabei um Zwieback, der mit Zucker-Anis-Sträuseln entweder in rosa oder in hellblau überzogen ist.

Sowohl die Zuckermandeln als auch der Zwieback mit Mäuschen lassen sich prima vorbereiten, sodass dieser Brauch zur Geburt nicht in Stress für die junge Familie ausartet.

 

Mandeln zu verschenken: Zur Geburt, zur Taufe und zur Hochzeit

Mandeln zu verschenken, kennt man in Deutschland übrigens in Bezug auf die Hochzeitsbräuche. Da Mandeln früher eine Kostbarkeit waren, wurden fünf gezuckerte Hochzeitsmandeln dem Brautpaar übereicht. Mittlerweile hat sich der Brauch etwas gewandelt. Heute ist es üblich, dass das Brautpaar als kleines Gastgeschenk die Hochzeitsmandeln den Gästen mit auf den Weg gibt. Damit wird dem alten Brauch gefolgt, den Gästen als Zeichen der Wertschätzung ein Stück Brot mit auf den Weg zu geben.

Egal wie der Brauch mit den Hochzeitsmandeln gehandhabt wird, sie stehen genauso wie die Zuckermandeln zur Geburt für fünf Wünsche: Liebe, Gesundheit, Erfolg, Glück und Segen. Der Hochzeitsbrauch wird mittlerweile auch für die Taufe adaptiert. Dann heißen die kleinen Mitgebsel bzw. Gastgeschenke entsprechend Taufmandeln.

 

Geburtsmandeln sollen die frischgebackene Mama stärken

Eine Abwandlung der Zuckermandeln ist hierzulande unter der Bezeichnung „Geburtsmandeln“ bekannt. Dabei handelt es sich hier um ein Geschenk für die Mutter und nicht um ein Geschenk für die Gäste.

Geburtsmandeln werden als kleine Aufmerksamkeit der frischgebackenen Mutter überbracht, denn Hebammen schwören darauf, dass die Mandeln drei Dinge erfüllen: 1.) Sie gelten als Stärkung. 2.) Sie sollen sich positiv auf die Milchbildung auswirken und 3.) der Gebärmutter helfen, besser abzuheilen. Die Geburtsmandeln für die Mutter sind außerdem recht schnell zubereitet: Eine Hand voll ungeschälte Mandeln wird in Butterschmalz angeröstet. Sie werden bei mittlerer Hitze so lange gerührt bis die Haut platzt. Danach die Mandeln aus der Pfanne herausnehmen und auf Küchenkrepp zum Abtropfen legen. Zum Schluss vermischt man die noch leicht warmen Mandeln mit einem Teelöffel Honig und fertig sind die Geburtsmandeln.

 

Tipp der trimeda-Redaktion

Machen Sie besser zu viele Geburtsmandeln als zu wenige

Wer die Geburtsmandeln für frischgebackene Mütter einmal selbst ausprobieren will, sollte mindestens die doppelte Menge zubereiten, denn noch warm duften die Mandeln einfach zu verführerisch. Wer kann dann einer Verkostung schon widerstehen? Viele Mandeln werden es daher gar nicht bis zur „Verpackungsstrecke“ schaffen.