Zecken lauern beim Osterspaziergang

Der richtige Zeckenschutz vermeidet bei der Ostereiersuche böse Überraschungen

Ostern ist Familienzeit und hat feste Traditionen. Viele Familien verbinden die Ostereiersuche direkt mit einem Osterspaziergang. Die gerade erwachende Natur lädt zum Wiederentdecken auch förmlich ein. Bei allem Spaß und Unbekümmertheit: In Wald und Flur lauert ein kleines, übles Wesen, das nach dem Winter nur auf eines aus ist: frisches Blut. Die Rede ist nicht von Vampiren, sondern von Zecken, im Volksmund gerne auch Holzbock genannt. Ein Stich der zu den Spinnentieren gehörenden Insekten kann weitreichende Folgen haben, denn Zecken gelten als potentieller Überträger von Krankheiten wie z. B. Borreliose und der FSME, der Frühsommer-Meningoenzephalitis. Wer die Gefahr jedoch kennt, kann sich gezielt vor Zecken schützen und beim Ostereiersuchen oder während des Osterspazierganges entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

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Viele Menschen denken beim Osterspaziergang oder der Ostereiersuche in der Natur nicht an Zecken. Halten die kleinen Blutsauger nicht noch Winterschlaf bzw. Winterstarre? Nein, bei milden Frühlingstemperaturen erwachen sie. Daher sollte auch an Ostern bereits an den Zeckenschutz gedacht werden. Dann steht dem genießen der wieder erwachten Natur nichts mehr im Weg.

 

Bedingt durch den Klimawandel: Zecken sind mittlerweile auch zu Ostern aktiv

Bereits ab 7 Grad Celsius Außentemperatur ist die Zeit der Winterstarre bei Zecken vorbei. Dadurch, dass auch in unseren Regionen die Winter immer milder werden, erwachen die Zecken ebenfalls immer früher. Sie warten dann im Gras oder in Büschen auf eine leckere Blutmahlzeit. Beim Wirt sind sie nicht wählerisch: Vorbeiziehende Rehe, herumtollende Hunde oder joggende Menschen – alles egal, Hauptsache Nahrung, Wachstum und damit Fortpflanzung. Zecken reisen gern per Anhalter. Einmal auf einem Wirt gelandet, begeben sich die Parasiten auf die Suche nach einer geeigneten Stich- und Bissstelle. Sie sollte dünnhäutig und gut durchblutet sein.

Bevorzugt halten sich Zecken auf Wiesen aber auch in Wäldern oder dem Waldrand auf. Sie können halbwegs passabel klettern, denn sie lassen sich gern aus einer Höhe von bis zu 1,5 Metern auf ihre Opfer fallen. Bei ihrem natürlichen Verhalten verstecken sich die Zecken so genau an jenen Stellen, wo die Menschen über Ostern gern die Ostereier und Osternester für die Kinder platzieren.

 

Zeckenschutz für die Ostereiersuche bzw. dem Osterspaziergang ist einfach und effektiv

Einem Aufenthalt im Freien zum Ostereiersuchen und dem Spaziergehen steht dennoch nichts im Weg, wenn ein paar wenige Punkte beachtet werden. Schon allein wetterbedingt wird man beim Osterspaziergang sicherlich nicht mit kurzen Hosen oder Flip-Flops losmarschieren. Zur Abwehr von Zecken hilft zu jeder Jahreszeit: Lange Kleidung und festes, geschlossenes Schuhwerk. Auch wenn es nicht gerade modisch der letzte Schrei ist, gerade bei Kindern sollten die Socken über die Hose gezogen werden. Helle Kleidung ist durchaus empfehlenswert, denn auf ihr sieht man die braun bis dunkelbraun gefärbten Tiere besser. Gummistiefel und Kleidung können darüber hinaus mit insektenabweisenden Mitteln eingesprüht werden.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sollte man es sich nach dem Aufenthalt im Freien direkt angewöhnen, die Kleidung zu wechseln und die Gelegenheit nutzen, die Kinder nach Zecken abzusuchen. Gerne verstecken sich die Parasiten am Hals, hinter den Ohren oder in den Zehenzwischenräumen. Weitere beliebte Verstecke sind die Kniekehlen, die Leiste, der Schritt oder der Haaransatz.

 

Wussten Sie schon ...

Infektionsgefahr steigt mit der Länge des Saugaktes

Der Akt des Blutsaugens zieht sich bei einer Zecke über mehrere Stunden hin. Eine vollgesogene weibliche Zecke kann rund das 200-fache Gewicht auf die Waage bringen wie eine Zecke, die erst noch auf ihre nächste Blutmahlzeit wartet. Es dauert ca. 8 bis 12 Stunden, eh eine Zecke satt ist. Erst dann würgt sie ihren Mageninhalt in die Wunde des Opfers. Mit dem Mageninhalt werden die Bakterien und Viren übertragen. Ein ganz frischer Stich ist daher oft unproblematisch. Es ist deswegen so wichtig, die Zecke frühzeitig zu entdecken und zu entfernen.

 

Zecken immer vorsichtig entfernen – Zeckenkarte oder Zeckenzange sollten in keiner Hausapotheke fehlen

Wird eine Zecke entdeckt, so muss sie zügig entfernt werden. Omas Hausmittel, wie Öl auf die Zecke träufeln, damit sie erstickt oder die Zecke direkt abzubrennen, sind nicht empfehlenswert. Experten warnen sogar ausdrücklich davor. Gerade im Todeskampf injiziert die Zecke vermehrt ihren Speichel. In diesem können die Krankheitserreger stecken. Von daher sollte eine Zecke nach Möglichkeit nicht herausgerissen, sondern vorsichtig herausgedreht werden. Dies funktioniert gut mit einer speziellen Zeckenzange. Auch eine sogenannte Zeckenkarte hat sich bewährt. Für kleines Geld gibt es beide Hilfsmittel in jeder Apotheke. Sie gehören daher in jede Hausapotheke. Nach dem Entfernen der Zecke bitte nicht vergessen, die betroffene Stelle gründlich zu desinfizieren. Für Kinder gut geeignet ist eine Jodtinktur, denn diese brennt nicht. In den nächsten Tagen sollte die Einstichstelle genau beobachtet werden.

Zeigt sich eine Rötung, die sich ringförmig um den Zeckenstich ausbreitet, so könnte dies ein Anzeichen für eine Borreliose-Infektion sein: die Wanderröte. Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber sind weitere Symptome dafür, dass sich die Borrelien im Körper ausbreiten. In diesem Fall ist umgehend ein Arzt aufzusuchen. Borreliose lässt sich im Anfangsstadium gut mit Antibiotika behandeln. Erfolgt dies nicht, sind Spätfolgen wie Herzmuskelentzündungen oder Nervenschädigungen nicht ausgeschlossen.

Das FSME-Virus löst beim Menschen ebenfalls grippeähnliche Symptome aus. Bei schweren Verläufen kann es zu einer Hirnhautentzündung kommen, die mitunter tödlich ist. Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis gibt es kein Gegenmittel. Allerdings existiert eine wirksame Schutzimpfung, die in Hochrisikogebieten mittlerweile von den Krankenkassen übernommen wird. Die dreistufige Schutzimpfung muss allerdings spätestens aller fünf Jahre aufgefrischt werden. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt über Ihren aktuellen Schutzstatus.

 

Wer sich von den Zecken den Spaß am Ostereiersuchen oder dem Osterspaziergang verderben lässt, ist selber schuld. Der richtige Zeckenschutz ist einfach und effektiv. Von daher steht einem Osterausflug in die wiedererwachende Natur nichts im Wege.

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