Xanthohumol: Kann Hopfen Alzheimer stoppen?

Mit Bier gegen die Demenz kämpfen

Vielen Getränken konnten Wissenschaftler bereits einen gesundheitlichen Nutzen bescheinigen. So enthält grüner Tee beispielsweise viele Gerbstoffe, die beruhigend auf  Magen und Darm wirken. Außerdem hat grüner Tee eine antibakterielle Wirkung. Das im Kaffee enthaltene Koffein regt den Stoffwechsel an und sorgt so bei den grauen Zellen für einen Konzentrationsboost. Wein schützt nachweislich die Gefäße und damit das Herz. Nun kommt wohl ein weiteres Getränk auf die Empfehlungsliste der Mediziner: Bier.

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Hopfen und Malz – Gott erhalt’s! Dieses Stoßgebet schicken seit Jahrhunderten Bierliebhaber und Bierbrauer gen Himmel. Das der Hopfen gesundheitsfördernde Eigenschaften hat, wurde durch viele Studien bewiesen. Die neueste untersuchte die besondere Wirkung des sekundären Pflanzenstoffs Xanthohumol. Er könnte in Zukunft eine wichtige Rolle im Kampf gegen Alzheimer spielen, denn er schützt Nervenzellen vor antioxidativem Stress.

 

Bislang fristete das Hopfen-Blüten-Getränk eher ein Schattendasein, obwohl der Hopfen längst einen Stammplatz in der traditionellen Volksmedizin besitzt: So soll ein Hopfensäckchen unter dem Kissen für einen guten Schlaf sorgen und Hopfentee die Verdauung anregen. Doch nun hat ein Inhaltsstoff des Hopfens das Potential zum medizinischen Superstar zu werden: Der Hoffnungsträger heißt Xanthohumol, das zu den sogenannten Flavonoiden und damit zu den sekundären Pflanzenstoffen gehört. Es könnte Nervenzellen schützen und damit Alzheimer, Demenz und Parkinson stoppen.

 

Antioxidative Eigenschaften vom Hopfen-Inhaltsstoff Xanthohumol begeistern die Wissenschaftler

In Laborversuchen an Ratten, denen das Flavonoid gezielt verabreicht wurde, konnten Wissenschaftler der Lanzhou Universität (China) nun die schützende Wirkung auf Nervenzellen nachweisen. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift Journal of Agricultural and Food Chemistry.

Im Kampf gegen das Fortschreiten von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson könnte Xanthohumol in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Bislang weiß die Wissenschaft, dass bei diesen Erkrankungen Nervenzellen im Gehirn durch oxidativen Stress geschädigt werden und im Laufe der Zeit absterben. Das im Hopfen und damit auch im Bier in geringen Mengen enthaltene Xanthohumol könnte Nervenzellen vor diesem Stress schützen und so vor dem Untergang bewahren. Bereits in früheren Studien bewies der Inhaltsstoff seine antioxidativen Eigenschaften. Damit könnte er sogar zum Allround-Talent werden und auch Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs bieten.

 

 

Bier-Fans sollten sich nicht zu früh freuen

Bis Xanthohumol als Medikament gegen Alzheimer eingesetzt werden kann, müssen jedoch noch eine Reihe von Problemen gelöst werden. So ist das Flavonoid nur schwer wasserlöslich, doch dies wäre eine Bedingung, damit der Wirkstoff über die Blut-Hirnschranke zu den Stammzellen ins Gehirn gelangen kann, um diese zu schützen bzw. die Bildung neuer Nervenzellen anzuregen.

Wer jetzt mit dem Argument „Alzheimer-Prophylaxe“ vermehrt zum Bierglas greift, könnte am Ende doch enttäuscht werden: Denn trotz aller positiven Eigenschaften von Xanthohumol enthält Bier auch Alkohol. Ein zu viel an Alkohol schadet dem Gehirn nachweislich mehr als der Inhaltsstoff nutzen könnte. Ganz Franken dürfte sich damit über einen „Bier-Freibrief“ wohl zu früh gereut haben.

 

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