Wie gesund sind Wellness-Getränke tatsächlich?

Mit welchen Marketing-Tricks Würfelzucker & Wellness in Einklang gebracht werden

Die Getränkeindustrie setzt auf ein neues Zugpferd bei den Getränken: Cola war gestern, heute bringen Wellness-Getränke die Erlösung vom stressigen Alltag. Sie sorgen für Entspannung, erhöhen die Fitness und machen auch noch eine schlanke Figur. Das klingt alles sehr gesund!

Doch die Marketing-Abteilungen der Konzerne stehen vor einem kleinen Verkaufsproblem, dass die Absatzzahlen drücken könnte: Wie sollen sie einem gesundheitsbewussten und kalorienzählenden Publikum plausibel machen, dass viele mit dem Label „Wellness“ beworbenen Getränke eigentlich zu viel Zucker und künstliche Aromastoffe enthalten? Wie können Wellness & Würfelzucker überhaupt zusammengehen?

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Wer bei den Wellness-Getränken bei den Inhaltsstoffen auf Nummer sicher gehen will, setzt am besten auf „selbst gemacht“. Ganz schnell lassen sich die leckeren und gesunden Durstlöscher selbst zubereiten. So umgehen Sie die Kalorienfallen bei den industriell hergestellten Produkten.

 

Wellness & Würfelzucker: Wellness-Getränke schaffen die Quadratur des Kreises

Die trimeda-Reaktion spoilert an dieser Stelle: Bei der Aufgabe Wellness & Würfelzucker unter einen Hut zu bringen, handelt es sich um die Quadratur des Kreises.

Auf der einen Seite steht der Begriff Wellness für eine gesunde Lebensführung, für bewusste Ernährung und sich Verwöhnen-Lassen. Jedes Kind weiß, dass sich dieser Anspruch nicht ohne weiteres mit dem zu Würfeln gepressten Kristallzucker verbinden lässt. Denn Würfelzucker enthält zu viele Kalorien, macht die Zähne kaputt und lässt den Blutzucker in die Höhe schießen – mit der Folge: dass wir mehr Heißhungerattacken haben und so die Gefahr steigt, “Hüftgold“ anzusetzen. Diese überzähligen Fettdepots jedoch steigern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankung, Gelenkverschleiß und sogar Krebs.

Das wissen natürlich auch die Marketing-Experten der Lebensmittel- und Getränkekonzerne. Der gewählte Weg der Werbestrategen ist so einfach wie genial: Man bekommt stark zuckerhaltige Getränke nur dann an das zahlungskräftige Wellness-affine Publikum, wenn man ganz einfach den wahren Zuckergehalt unter den Tisch kehrt und stattdessen auf die besondere Wirkung hinweist. Wellness-Getränke werden daher als Schlankmacher beworben oder es wird der Energie-Boost versprochen.

Doch die Wahrheit hinter den Wellness-Getränken sieht meist anders aus. Die laut Etikettierung ach-so-gesunden Getränke sind bei weitem der Gesundheit nicht so dienlich, wie der erste Eindruck glauben macht. Die Fruchtsaftschorlen enthalten meist zu viel Zucker und für die unterschiedlichen Geschmäcker bei den Mineralwässern sorgen künstliche Aromen.

 

Geschickte Platzierung hilft, die Wellness-Getränke unters Volk zu bringen

Doch bei der bloßen Irreführung per Etikett belassen es die Produzenten nicht. Wellness-Getränke werden im Handel direkt neben dem normalen Mineralwasser platziert. Trickreich entsteht so beim Verbraucher der Eindruck, dass Wellness-Getränke und Mineralwasser miteinander vergleichbar sind. Würden die Käufer jedoch die tatsächlichen, kleingedruckten Inhaltsstoffe lesen und miteinander vergleichen, müsste es bei den Wellness-Getränken einen Entrüstungssturm im Wasserglas geben. Während ein normales Mineralwasser mit 0 Kalorien (in Worten: Null Kalorien) zu Buche schlägt, zahlen die Wellness-Getränke gehörig ins Kalorienkonto ein.

Doch welcher Verbraucher hat beim Einkaufen immer die Zeit, sich auf allen Etiketten die Inhaltsstoffe explizit durchzulesen? Richtig, niemand! Und so lässt sich mit dem ersten Eindruck und dem groß aufs Etikett gedruckten Label „Wellness“ richtig gut verdienen.

 

Der Kalorienfalle „Wellness-Getränke“ einfach entgehen

Die gute Nachricht hinter den Wellness-Getränken liegt auf der Hand: Wer die Kalorienfalle „Wellness-Getränke“ kennt, kann sie problemlos umschiffen. Vielen Verbrauchern ist der Geschmack von Mineralwasser auf Dauer zu einseitig. Es lässt sich allerdings jedes normale Mineralwasser ganz einfach selber „pimpen“: Ein Spritzer Zitrone genügt. Oder wie wäre es mit Stück Wassermelone oder einem Zweig frischer Pfefferminze? Auch ein Schuss naturtrüber Apfelsaft aus der Direktpressung von der Streuobstwiese des örtlichen Bauern peppt ordinäres Mineralwasser auf. So lässt sich ganz bewusst auf Zucker, künstliche Süßstoffe oder kalorienhaltige Zuckerersatzstoffe verzichten. Und muss es doch einmal etwas süßer schmecken, sind Honig oder Ahornsirup die besseren Alternativen.

 

 

Wasser mit Zitrone – die perfekte Formel fürs Detoxing

Wellness-Getränke werden gerne auch mit der Eigenschaft „Detox“ beworben. Doch wahre Detox-Anhänger setzen lieber auf selbstgemachtes Zitronen-Wasser. Es gilt als die Wunderwaffe im Kampf gegen überflüssige Pfunde und die Altersgebrechen. Dank des Zitronen-Wassers soll der Körper entschlackt und neue Energien freigesetzt werden.

Für skeptische Ohren klingt das Detox-Versprechen schon wieder sehr esoterisch. Es kopiert auch dreist die Versprechen der Getränke- und Ernährungsindustrie. Dennoch ist es durchaus einen Versuch wert: Ernährungsphysiologisch geht man bei Mineralwasser mit einer Scheibe Zitrone kein Risiko ein. Der Durstlöcher ist nicht nur lecker und preiswert, sondern auch gesund und kalorienarm. Prost, lassen Sie sich Ihre selbstgemachten Wellness- & Detox-Getränke schmecken!

 

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