Einnahme von Medikamenten bei Kindern - Tipps für Eltern

Wenn sich kleine Patienten gegen die Medikamentengabe wehren

Einem kranken Kind Medikamente zu verabreichen, kann eine echte Herausforderung sein. Wer krank ist, fühlt sich von vornherein nicht wohl und hat umso weniger Lust oder Verständnis dafür, auch noch bitteren Saft zu schlucken oder sich Augentropfen oder ein Zäpfchen geben zu lassen. Babys schreien und strampeln, größere Kinder kneifen den Mund zu, schlagen um sich oder rennen weg. Kindergartenkinder lassen sich vielleicht mit Bonbons bestechen, aber erst Schulkinder können Sie mit Erklärungen überzeugen. Ein paar Tipps, wie Sie Ihrem Kind die Einnahme von Medikamenten erleichtern, hat die trimeda-Redaktion für Sie zusammengestellt.

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Bereits Mary Poppins sang „Wenn ein Löffelchen voll Zucker bittere Medizin versüßt, rutscht sie gleich noch mal so gut“. Doch nicht immer klappt dieser Trick, wenn Kinder Medikamente einnehmen müssen. Wie Sie dem kleinen, kranken Patienten die Einnahme noch erleichtern können, verrät die trimeda-Redaktion.

 

Nicht lange diskutieren

Niemand lässt sich gerne irgendetwas verabreichen. Wenn dann mangelnde Einsicht, Trotz oder Angst vor dem Geschmack und dem Brennen im Auge hinzukommen, sind bei der Medikamentengabe an Kinder Machtkämpfe vorprogrammiert. Lassen Sie sich gar nicht erst auf eine Diskussion ein, sondern machen Sie eine klare Ansage: „Du bist krank. Hier habe ich ein Medikament. Das schmeckt nicht gut, aber es hilft dir. Das musst du jetzt nehmen.“ Dann geben Sie Ihrem Kind schnell und bestimmt die erforderliche Dosis. Kommt sofort ein „Nein!!“, hilft es vielleicht, ein Gummibärchen zu versprechen.

Wichtig dabei ist, dass Sie selbst Autorität ausstrahlen. Sind Sie selbst unsicher, ob das Medikament hilft und das Ganze einen Streit wert ist, merkt Ihr Kind dies sofort und wehrt sich umso mehr – und umso erfolgreicher. Vermeiden Sie ein „wenn du magst“ oder „dann eben doch nicht“, sondern überlegen Sie sich vorher, ob das Kind das Medikament nehmen soll / muss und stehen Sie dann entschlossen zu Ihrer Entscheidung.

 

Setzen Sie sich durch

Helfen weder eine Erklärung noch eine „Bestechung“, müssen Sie notfalls die Gegenwehr durchbrechen. Vermeiden Sie aber, hektisch von einer Methode zur anderen zu wechseln, sondern vermitteln Sie Konsequenz. Nehmen Sie Ihr Kind beim Arm, suchen Sie Blickkontakt und sagen Sie ihm – mit ruhiger Stimme! – dass es das Medikament jetzt nehmen muss. Bei Kleinkindern, die sich mit Händen und Füßen gegen Ohrentropfen oder Augentropfen wehren, kann es nötig sein, sich von einer zweiten Person helfen zu lassen, die das Kind auf den Schoß nimmt und ihm den Kopf hält. Falls sich ein Kind bei der Einnahme von Medikamenten komplett verweigert, diese aber notwendig ist, wie zum Beispiel bei einem Antibiotikum, sollten Sie den Kinderarzt darauf ansprechen.

Manchmal kann es helfen, eine andere Person Ihrem Kind die Medikamente geben zu lassen. Vielleicht hat der andere Elternteil oder die Oma in dieser Sache mehr Erfolg als Sie selbst.

 

Das kann ich selber!

Gerade im Kindergartenalter sind Kinder stolz darauf, was sie schon alles selbst machen können. Eine Möglichkeit, wie Sie Ihr Kind dazu bringen, Medikamente einzunehmen, ist vielleicht, es gerade bei diesem Stolz zu packen. Wenn es den Löffel mit dem selbst abgemessenen Hustensaft selbst zum Mund führt, schmeckt er vielleicht weniger bitter. Auch bei Salbe, Nasenspray oder ekligen Tropfen kann dieser Trick helfen.

 

Der trimeda-Sicherheitshinweis

Bitte klären Sie Ihr Kind über die Gefahren von Medikamente auf!

Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass es sich um ein Medikament handelt und dass es nie alleine, sondern nur unter Ihrer Aufsicht etwas davon nehmen darf.

 

 

Einnehmen von Medikamenten: Konkrete Tipps bei Kindern

Tropfen und Säfte

Behaupten Sie nicht, der Saft oder die Tropfen würden gut schmecken. Das Kind fühlt sich belogen und spuckt möglicherweise alles wieder aus. Damit sich das Kind nicht verschluckt, sollte es in aufrechter Position sein. Gerade bei kleineren Kindern haben sich Dosierspritzen bewährt. Mit diesen können Sie den Saft gleich hinter die Backenzähne „spritzen“: So umgehen Sie die Geschmacksnerven auf der Zunge und lösen den Schluckreflex aus. Halten Sie etwas zum Nachtrinken bereit, auch ein Stück Obst oder ein Keks helfen. Bei einer kleinen Menge, wie bei Tropfen, können Sie das Medikament auf ein Stück Zucker oder einen Löffel mit Honig geben.

 

 

Zäpfchen

Am besten lässt sich ein Zäpfchen einführen, wenn das Kind mit angewinkelten Beinen auf dem Rücken liegt. Wärmen Sie das Zäpfchen in der Hand ein wenig an oder tunken Sie es in Vaseline, damit es besser rutscht. Drückt das Kind ein wenig wie beim Stuhlgang lässt sich das Zäpfchen besser einführen. Damit es nicht wieder hinausrutscht, hilft es, die beiden Pobacken des Kindes kurz zusammenzudrücken.

 

Augentropfen

Bei einer Augenerkrankung ist es besonders schwierig, Kindern Medikamente zu geben, denn Augentropfen oder -salben werden als sehr unangenehm empfunden. Das Kind sollte den Kopf in den Nacken legen oder sich hinlegen. Ziehen Sie dann das Unterlid vorsichtig vom Auge weg und lassen Sie die Tropfen oder den Salbenstrang in den Zwischenraum fallen. Bei Widerstand lassen Sie sich am besten von einer zweiten Person helfen. Eine andere Variante ist, dem liegenden Kind bei geschlossenen Augen die Tropfen in den Augeninnenwinkel zu geben und dann das Unterlid herunterzuziehen. Dann laufen die Tropfen von selbst in den Bindehautsack.

 

Ohrentropfen

Wenn Ohrentropfen Körpertemperatur haben, sind sie weniger unangenehm. Stellen Sie die Flasche zum Beispiel kurz in warmes Wasser. Setzen Sie sich neben Ihr Kind und lassen Sie es seinen Kopf in Ihren Schoß legen. Das vermittelt Geborgenheit und Sie haben eine gute Position, um Ihrem Kind das Medikament zu geben.

 

Tabletten

Manche Tabletten lassen sich zerkleinern und mit einem Löffel Essen vermischen. Aber das gilt nicht für alle: Fragen Sie unbedingt beim Arzt oder in der Apotheke nach, denn manche Tabletten dürfen nicht zerkleinert werden, damit sie richtig wirken! Hat Ihr Kind Schwierigkeiten, eine Tablette im Ganzen hinunterzuschlucken, können Sie es zum Beispiel mit einem Gummibärchen üben lassen. Die Tablette – oder das Gummibärchen – wird auf die Zungenspitze gelegt und mit einem großen Schluck Wasser nach hinten geschluckt. Lassen Sie Ihr Kind sicherheitshalber ein halbes Glas Wasser nachtrinken.

 

Disclaimer
familien-gesundheit.de stellt ausschließlich Beiträge für Informationszwecke bereit. Die Hinweise und Informationen sind nicht zur Selbstbehandlung geeignet. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch, keine professionelle Beratung, keine individuelle Untersuchung oder fachkundige Behandlung durch ausgebildete und anerkannte, im Gesundheitswesen tätigte Experten wie z. B. Ärzte, Apotheker, Hebammen oder Physiotherapeuten.