Warum heißt das Oktoberfest eigentlich Oktoberfest?

Über eine nur scheinbar seltsame Namenswahl

Kinderfragen können manchmal ganz schön tricky sein – beispielsweise die Frage: Warum heißt das Münchner Oktoberfest eigentlich Oktoberfest, wenn es doch im September stattfindet? Hätten Sie spontan die passende Erklärung auf diese scheinbar harmlose Kinderfrage? Die Redaktion von familien-gesundheit.de hilft Ihnen aus der „Patsche“ und liefert die richtige Antwort.

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Das Oktoberfest gilt als größtes Volksfest der Welt und hat mittlerweile Nachahmer auf fast allen Kontinenten gefunden. Doch nur das Original in München steht für „German Gemütlichkeit“ und schafft problemlos den Spagat zwischen der Bewahrung der Traditionen und dem sich immer wieder neu erfinden.

 

Das 1. Oktoberfest fand anlässlich der Hochzeit des Kronprinzen Ludwig mit seiner Auserwählten Therese im Jahre 1810 statt

Das Oktoberfest 2019 startet am 21. September und geht bis zum 06. Oktober. In dieser Zeit dreht sich in München alles um das größte Volksfest der Welt. Doch woher hat das Oktoberfest seinen Namen und warum heißt es genau so und nicht anders? Wenn es im September beginnt, könnte der Name doch eigentlich auch Septemberfest lauten?

Der waschechte Münchner kennt die Geschichte rund ums Oktoberfest natürlich aus dem FF und die geht so: Das erste Mal fand die Veranstaltung im Jahre 1810 statt. Damals wurde die Hochzeit des bayerischen Kronprinzen mit seiner Gemahlin mit einem großen Volksfest für alle prächtig gefeiert. Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese (aus dem Haus Sachsen-Hildburghausen) wählten als Hochzeitsmonat nunmal den Oktober. Die Feierlichkeiten begannen am 12. Oktober und endeten am 17. Oktober. Der Name „Oktoberfest“ hatte damals also durchaus seine Richtigkeit und ging auch völlig konform mit dem Datum im Kalender.

Das Oktoberfest in seiner heutigen Form wird mittlerweile im September gefeiert, denn im September ist meist noch Spätsommer und damit das Wetter deutlich besser als im Oktober. In der Regel hat der „Altweibersommer“ München noch fest im Griff. Die Tage sind angenehm warm, die Nächte noch nicht zu kalt. Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Fest nicht nur auf zwei Wochen ausgedehnt, sondern auch zeitlich vorverlegt.

 

Aus Theresienwiese wird kurz und prägnant einfach „Wiesn“

Übrigens … Die Münchner ziehen sich geschickt aus der Namensaffäre. Sie sagen zum Oktoberfest nämlich einfach „Wiesn“ und haben damit gar kein Kalenderproblem. Der Name Wiesn geht auf den Veranstaltungsort zurück. Schon immer wurde das Volksfest auf der Theresienwiese ausgerichtet. Beim ersten Oktoberfest handelte es sich beim Areal damals um eine am Stadtrand gelegene Wiese. Diese wurde ganz pragmatisch einfach nach der berühmten Braut benannt und bekam daher den Namen Theresienwiese. Da sich Theresienwiese nach drei Maß Bier nur schwer aussprechen lässt, wurde der Name einfach auf „Wiesn“ zusammengestaucht.

Heute liegt die Theresienwiese zentral mitten in München und ist bestens an das öffentliche Verkehrsnetz sowie die städtische Infrastruktur angeschlossen. Dies sichert sowohl einen reibungslosen Ablauf des Volksfestes als auch eine stressfreie An- und Abreise der Besucher mit dem öffentlichen Personennahverkehr. Die berühmte Bavaria-Statue markiert den Übergang vom Festgelände in den Bavaria-Park. Hier können sich Besucher eine kleine Auszeit vom Oktoberfest-Trubel gönnen.

Und noch ein Fun-Fact am Rande: Die Stadt München hat sich die Namensrechte für „Wiesn“ beim Europäischen Patent- und Markenamt (EUIPO) schützen lassen. Durch die Eintragung als Marke soll der gute Ruf des Volksfestes langfristig gesichert werden.