Warum Fasten Balsam für Körper & Seele ist

Mit dem bewussten Verzicht zu neuer Kraft von innen kommen

Freiwillig gefastet haben die Menschen bereits vor Jahrtausenden, damals hauptsächlich aus religiösen Gründen. Heutzutage gibt es für den bewussten Verzicht aller oder mehrerer Lebensmittel weitaus vielseitigere Motivationen. Es wird gefastet, um abzunehmen, um sich auf besondere Herausforderungen vorzubereiten, um die psychische und soziale Kontrolle zu stärken oder zur Vorbeugung bestimmter Krankheiten. Warum Fasten unserem Körper gut tut und was Sie dennoch beachten sollten, verraten wir Ihnen hier.

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Das Fasten entschlackt nicht nur den Magen-Darm-Trakt. Der Stoffwechsel hat ebenso Zeit sich zu Regenerieren. Das sorgt für neue Kräfte. Die bewusste Auszeit vom Alltag sollten Sie außerdem nutzen, um den aktuellen Lebenswandel zu hinterfragen und Änderungen in Richtung gesündere, bewusstere Lebensweise zu forcieren. Achtsamkeit heißt das Zauberwort.

 

Was genau ist Fasten und welche Formen des Fastens gibt es?

Beim Fasten handelt es sich je nach Art um den vollständigen oder teilweisen Verzicht auf alle oder bestimmte Nahrungs- und Genussmittel über einen festgelegten Zeitraum hinweg. Dies soll dann der Entschlackung und Regeneration des Körpers dienen. Je nach Art und Methode ist mehr oder weniger erlaubt. So darf beim strikten Fasten keinerlei feste Nahrung aufgenommen und nur Wasser und Tee getrunken werden. Beim Saftfasten sind neben diesen auch Obst- und Gemüsesäfte sowie Gemüsebrühe erlaubt. Einige Fastenkuren, wie das Früchtefasten oder die sogenannte Schrothkur, erlauben sogar den Konsum bestimmter Lebensmittel, zum Beispiel Obst, Gemüse, Nüsse oder Getreidebrei.

Beim Fasten aus gesundheitlichen Gründen werden zwei verschiedene Formen unterschieden. Zum einen gibt es das Heilfasten, welches in Kliniken oder Heilbädern unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt wird. Die andere Art des Fastens, das sogenannte „Fasten für Gesunde“, kann auch unbedenklich zu Hause durchgeführt werden, sofern Sie, wie der Name bereits sagt, körperlich vollkommen gesund sind.

 

So funktioniert eine Fastenkur

Wichtig während Ihrer Fastenzeit ist, dass Sie sich dafür Urlaub nehmen – eine Fastenkur ist nicht alltagstauglich – im Gegenteil: Sie soll eine bewusste Auszeit vom Alltag sein. Bevor Sie mit dem eigentlichen Fasten beginnen, sollten Sie erst zunächst ein bis drei Entlastungstage einlegen, um Ihren Körper auf die Kur einzustimmen. Hier verzichten Sie auf Genussmittel wie Alkohol, Nikotin und Kaffee sowie auf Süßigkeiten oder andere industriell verarbeitete Produkte. Auch Ihre Mahlzeiten sollten an den Entlastungstagen leichter sein und viel Obst und Gemüse beinhalten.

Der erste Fastentag beginnt mit einer Darmentleerung, entweder mit einem sanften Einlauf oder Abführmitteln wie zum Beispiel einer Glaubersalzlösung. Auch während der Fastenzeit sollte der Darm regelmäßig gespült werden, damit Stoffwechselendprodukte aus dem Körper ausgeschieden werden. Außerdem mindern Sie so Hungergefühle. Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend Wasser und Tee trinken, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt Ihres Körpers aufrechtzuerhalten. Je nach gewählter Fastenart helfen Obst- und Gemüsesäfte ebenfalls dabei und versorgen Sie zusätzlich mit Vitaminen.

Das Ende Ihrer Fastenzeit, das sogenannte Fastenbrechen, sollte mit leicht verdaulichen und bekömmlichen Lebensmitteln wie einem Apfel oder einer gekochten Kartoffel und am besten am Abend des letzten Fastentages eingeläutet werden. Anschließend stehen einige Aufbautage auf dem Programm, in denen Sie leichte Kost zu sich nehmen und weiterhin auf Genussmittel verzichten, um Ihren Körper wieder an eine normale Ernährung zu gewöhnen.

Unterstützt wird eine Fastenkur in der Regel durch moderate körperliche Betätigung wie Schwimmen oder Fahrradfahren und Entspannungsübungen, zum Beispiel Yoga oder Spaziergänge.

 

Darum tut eine Fastenkur unserem Körper und Geist gut

Bekommt unser Körper weniger Energie von außen, als er benötigt, schaltet er auf die Versorgung durch seine Reserven um. Zuerst wird der Glukosespeicher geleert und anschließend auf die Fett- und Eiweißdepots zurückgegriffen. Diese Umstellung ist für unseren Körper selbstverständlich erst einmal eine Belastung, bringt aber auch einige Vorteile mit sich. So kann Fasten dabei helfen, Übergewicht abzubauen, den Blutdruck zu senken und die Blutfettwerte zu stabilisieren. Auch bei Allergikern, Diabetikern sowie Menschen mit Autoimmun-, Haut- oder Magen-Darm-Erkrankungen kann Fasten hilfreich sein.

Des Weiteren wirkt sich die Änderung unseres Stoffwechsels beim Fasten positiv auf den Alterungsprozess aus. Während die Stresshormone zum Beginn der Fastenzeit ansteigen, so fallen Sie nach der Eingewöhnungszeit stark ab. Des Weiteren werden Hormone und Enzyme gebildet, die gewebeverjüngende Effekte besitzen und für die Erneuerung und den Erhalt von Zellen und Erbgut mitverantwortlich sind. Bei längerem Fasten schüttet der Körper ebenfalls Endorphine aus.

Nicht zuletzt kann Fasten Balsam für die Seele sein, wenn man es richtig angeht. Der kurzzeitige Ausstieg aus dem Alltag gibt Ihnen Zeit zur Besinnung, um alte Gewohnheiten zu überdenken und den normalen Lebensstil bewusster wahrzunehmen. Die innerliche Ruhe während der Fastenzeit und die damit verbundene positive Energie kann auf andere Lebensbereiche übertragen werden, was ein neues Körperbewusstsein und ein gesteigertes Selbstwertgefühl mit sich bringt.

 

Das sollten Sie beachten, wenn Sie eine Fastenkur durchführen

Fasten sollte keinesfalls als Crash-Diät verstanden werden. Vielmehr geht es darum, eine Pause einzulegen, um Körper und Geist die Zeit für einen Neustart zu geben. Gewichtsverluste durch das Fasten sind nur selten haltbar, nachdem Sie die Kur beendet haben. Eine dauerhafte, gesunde Umstellung der Ernährung ist hierfür vonnöten. Die Fastenzeit kann Ihnen allerdings dabei helfen, eine gesündere Lebensweise zu etablieren.

Eine Fastenkur führen Sie am besten unter ärztlicher Aufsicht in einer Kurklinik oder einem Heilbad durch – vor allem wenn Sie noch nie zuvor gefastet haben. In einer Gruppe oder mithilfe eines begleitenden Kurses ist es auch für Anfänger zu Hause möglich. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie Ihre ersten Fastenkuren in Eigenregie nur einige Tage durchführen und sich genug Zeit in der Einführungs- und Auslaufphase gönnen. Selbst geübte Faster sollten maximal zwei Wochen ohne professionelle Betreuung auf feste Nahrung verzichten.

Planen Sie eine Fastenkur ohne ärztliche Aufsicht, sollten Sie sich vorab unbedingt gesundheitlich überprüfen lassen. Schwangeren, stillenden Müttern und Kindern ist grundsätzlich von einer Fastenkur abzuraten. Auch Menschen, die krankheitsbedingt Medikamente zu sich nehmen müssen oder unter Essstörungen leiden, sollten nicht fasten.

 

Wenn Sie richtig fasten, können Sie Körper und Seele einen großen Gefallen tun

Solange Sie körperlich fit sind und es nicht übertreiben, kann eine kurze Fastenkur wahre Wunder für die physische und psychische Gesundheit bewirken. Während Sie geistig aus dem Alltag aussteigen, haben Ihr Körper und Ihr Stoffwechsel Zeit, sich zu erholen und zu entgiften. Und nach dem Fasten werden Sie vermutlich etwas anders über Ihr altes Leben denken und einen Schritt in eine gesündere, aktivere Richtung tun. Vielleicht haben Sie während Ihrer Fastenzeit sogar ein Laster gefunden, auf das Sie dauerhaft verzichten können.

 

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