Wäscheleine fürs Baby - Brauch zur Geburt

Strampler, Windeln & Co vermelden die Ankunft eines neuen Erdenbürgers

Wie die Geburt eines Kindes und damit die frohe Baby-Nachricht verkündet wird, ist in Deutschland von Region zu Region verschieden. In einem Ort wird ein Klapperstorch im Vorgarten aufgestellt und im Nachbarort womöglich eine Wäscheleine mit Babysachen bestückt. Mittlerweile findet man sogar eine Kombination aus beiden Bräuchen häufig: Während der Storch im Vorgarten steht, hängt am Gartenzaun oder vor dem Fenster die Baby-Wäscheleine. So wissen dann Freunde, Verwandte und Nachbarn, dass der Nachwuchs endlich da ist.

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Damit Freunde und Nachbarn wissen, dass endlich das Baby da ist, wird nach der Geburt im Vorgarten, übers Fenster oder am Gartenzaun eine Wäscheleine mit Babysachen gespannt. Dieser schöne Brauch lässt sich in vielen Regionen Deutschlands finden.

 

Früher wurde die Wäscheleine zur Geburt nicht von den frischgebackenen Eltern selbst aufgemacht, sondern es kümmerten sich die Verwandten bzw. der Freundeskreis darum. Diese Aufgabenverteilung hat sich größtenteils bis heute gehalten, denn die Eltern sollten sich nach der Geburt zunächst voll auf den Nachwuchs konzentrieren. Mama, Papa und Baby müssen sich ja erst noch kennenlernen und im neuen Familienleben ankommen.

 

Was gehört an die Baby-Wäscheleine?

Verkündet ein Paar die frohe Botschaft, dass sich Nachwuchs ankündigt hat, fängt der Freundeskreis kurz darauf an, ältere gebrauchte Babywäsche zu sammeln. Es muss jedoch nicht bei Stramplern, Bodys, kleinen Hosen, dünnen Jäckchen, Söckchen, Mützchen oder Schühchen bleiben. Prinzipiell kann alles an die Baby-Wäscheleine gehängt werden, was mit einem Kind assoziiert wird – so auch beispielsweise ein Schnuller, ein Lätzchen, eine Rassel, ein Fläschchen oder ein Kuscheltier. Es soll nur sofort auf den ersten Blick erkenntlich sein, dass hinter der Haustür ein Neugeborenes eingezogen ist. Sobald der Papa den besten Freund oder den Opa informiert, dass das Baby auf der Welt und bei der Geburt alles gut gegangen ist, wird die Wäscheleine aufgemacht, damit sich das Ereignis in der Nachbarschaft bzw. im Ort herumsprechen kann.

Die Baby-Wäscheleine wird meist auch genutzt, um das Geschlecht des Kindes Außenstehenden zu verraten. Hängen überwiegend Sachen in rosa an der Leine, so ist ein kleines Mädchen zur Welt gekommen. Ist ein Großteil der Kleidung hellblau, so wurde ein kleiner Junge geboren. Doch es kann auch ganz bunt und farbenfroh zugehen. Auch bunte Luftballons können zwischen die einzelnen Kleidungsstücke gehängt werden. Bei diesem Brauch zur Geburt gilt die einfache Regel: Alles kann, nichts muss.

 

Innendeko oder Außerndeko oder beides?

Die Babykleidung und das Babyspielzeug müssen übrigens nicht neuwertig sein. Es darf es ruhig auf Second-Hand-Sachen zurückgegriffen werden, denn die Wäscheleine, die die Geburt des Babys verkündet, bleibt oftmals ein bis zwei Wochen hängen. Die Kleidung kann in dieser Zeit durch Wind, Regen und Sonne ausbleichen, sodass der Nachwuchs sehr wahrscheinlich diese Sachen niemals tragen wird. Parallel zur Außendekoration organisieren manche jedoch noch eine zweite Baby-Wäscheleine für innen. Sie ist dann das Geschenk zur Geburt für Eltern und Kind. Die Sachen können im Alltag genutzt werden und später vielleicht sogar in die Erinnerungskiste wandern.

In manchen Regionen ist es auch Brauch, dass es  die Baby-Wäscheleine nicht erst zur Geburt, sondern bereits zur Hochzeit gibt. Dann zeigen Nachbarn dem jungen Ehepaar, dass ein Kind in der Nachbarschaft willkommen wäre. Diese Geste ist auch eine schöne Tradition.