Vogelschutzhecke planen & pflanzen

Für Mensch und Tier gleichermaßen eine Bereicherung

Für die Abgrenzung eines Grundstückes sind Hecken eine wunderbare Alternative zum Zaun oder zu den mit Steinen gefüllten Gabionen. Hecken bieten dabei nicht nur einen Lärmschutz, sondern auch einen Sichtschutz. Viele Grundstücksbesitzer kaufen im Gartencenter eine Thuja- oder Kirschlorbeerhecke und denken, dass sie mit dieser Tat der Natur und Umwelt etwas Gutes tun: Fakt ist jedoch, dass diese immergrünen Hecken bei uns leider nicht heimisch, dafür aber giftig sind. Sie helfen zwar, die Luft etwas sauberer zu machen. Aber für heimische Singvögel und Insekten bieten diese Hecken leider keinen geeigneten Lebensraum oder Nahrung. Wenn die Tierwelt mitreden dürfte, stünden nur Wildobsthecken auf dem Einkaufszettel für den Gartenfachmarkt, denn sie sind die perfekten Vogelschutzhecken.

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Wenn Vögel bei der Gartengestaltung ein Mitsprachrecht hätten, würden sich Amsel, Rotkehlchen und Co ganz klar für eine Vogelschutzhecke als Grundstücksbegrenzung aussprechen.

 

Viele Pluspunkte sprechen für die Vogelschutzhecke als Grundstückseinfassung

Eine Vogelschutzhecke bringt viele Vorteile mit sich: Auch diese Hecken blühen im Frühjahr und Sommer ähnlich wunderschön wie reine Blütenhecken. Sie tragen jedoch auch einen unwiderstehlichen Fruchtschmuck – für Mensch und Tier wohlgemerkt! Die Früchte sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel. Sie können aber auch von uns Menschen zu leckeren Säften, Gelees und Fruchtaufstrichen verarbeitet werden. Darüber hinaus werfen die Vogelschutzhecken noch einen weiteren Pluspunkt in die Waagschale: Sie sind äußerst pflegeleicht. Anders als andere Sichtschutzhecken müssen die Wildobsthecken nicht jedes Jahr geschnitten werden. Nur alle paar Jahre ist ein Auslichtungsschnitt erforderlich. Vogelschutzhecken sind daher für all jene Hausbesitzer und Kleingärtner ideal, die gerne das „Dolce Vita“ genießen und weniger Arbeit haben möchten.

Eine Vogelschutzhecke sollte sehr abwechslungsreich sein. So ist gewährleistet, dass lange etwas blüht. Das freut besonders die Bienen und andere nektarliebende Insekten. Die Ernte wird so auch über einen längeren Zeitraum gestreckt, denn es werden nicht alle Früchte zeitgleich reif. Das entzückt die Vogelwelt, denn der Tisch ist länger, reichhaltiger und abwechslungsreicher gedeckt. Als Wildobst stehen beispielsweise Holunder, Weißdorn, Apfelbeere oder Berberritze zur Auswahl. Sie sollten in keiner Vogelschutzhecke fehlen. Die Sträucher dürfen ruhig dicht gesetzt sein. Dann sind sie nicht nur eine Nahrungsquelle, sondern bieten für Vögel auch eine Unterschlupf- und Nistmöglichkeit. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben stehen außerdem Eberesche, Kornelkirsche oder das Pfaffenhütchen. Die Eberesche beispielsweise heißt nicht umsonst im Volksmund „Vogelbeere“. Mehr als 60 der bei uns heimischen Wildvogelarten können dem Fruchtschmuck der Eberesche einfach nicht widerstehen. Auch an Holunder oder dem Blutroten Hartiegel (Cornus sanguinea) laben sich Amsel, Gimpel, Rotkehlchen und Co sehr gerne.

 

Abwechslung sorgt für Wohlbefinden

Eine Vogelschutzhecke braucht etwas mehr Platz als eine reine Thujahecke. Im Idealfall wird zweireihig gepflanzt: Nach hinten gehören Bäume wie Felsenbirne, Mispel und Eberesche – genauso wie Holunder und Schlehe als größere Sträucher. Nach vorne kommen die kleinen Heckenpflanzen wie die Hundsrose oder das Pfaffenhütchen. Je mehr unterschiedliche Arten in der Vogelschutzhecke gepflanzt werden, desto länger ist der Tisch für die gefiederten Freunde gedeckt. So können die Vögel beispielsweise bereits im Sommer von den Holunderbeeren oder der Felsenbirne naschen. Im Herbst folgt dann die Eberesche und noch im Februar hängen Früchte am Schneeball.

Die Doppelreihen mit den Bäumen und Sträuchern sollte versetzt gepflanzt werden. So kann die Hecke den vorhandenen Standraum optimal nutzen und wird schön dicht. Bei den größeren Gehölzen ist auf einen Pflanzabstand von einem Meter zu achten. Bei den kleineren Gehölzen reichen in der Regel 70 Zentimeter aus. Insgesamt sollten für die Vogelschutzhecke zwei Meter Breite zur Verfügung stehen, damit sich das Wildobst ausbreiten kann und sich nicht gegenseitig erdrückt. Die Länge der Vogelschutzhecke ist dabei völlig variabel. Je länger sie sein kann, desto mehr Lebensraum entsteht. Doch auch wenig kann bereits viel bewirken und Wohlfühloasen für die Vögel in dicht bebauten Gebieten schaffen. Selbst lediglich zwei Meter Vogelschutzhecke sind viel, viel besser als 10 Meter Kirschlorbeerhecke.

 

Vogelschutzhecke für Anfänger & Profis

Welches Beerenobst/Wildobst ist geeignet?

Dieses Beerenobst eignet sich bestens für die Vogelschutzhecke:

  • Viburnum opulus (Gewöhnlicher Schneeball): Hat weiße Blüten im Mai und Juni. Trägt rote Beeren.
  • Cornus mas (Kornelkirsche): Hat gelbe Blüten im Februar und März. Trägt rote Früchte.
  • Sambucus (Holunder): Hat weiße Blüten im Juni und Juli. Trägt schwarze Beeren. Er ist mittlerweile auch unter dem Namen Sambucus nigra mit dunklem Laub gezüchtet.
  • Crataegus mongyna (Weißdorn): Hat weiße Blüten im Mai und Juni. Trägt rote Früchte.
  • Amelanchier lamarckii (Kupfer-Felsenbirne): Hat weiße Blüten im April. Trägt blauschwarze Früchte und eine wunderschöne orangegelbe Herbstfärbung.
  • Euonymus europaeus (Pfaffenhütchen, im Volksmund auch „Rotkehlchenbrot“ genannt): Hat kleine, gelbgrüne Blüten im Mai und Juni. Trägt rote Früchte.
  • Ribes aureum (Gold-Johannisbeere): Hat gelbe Blüten im April und Mai. Trägt schwarze Beeren.
  • Rosa glauca (Hecht-Rose): Hat rosarote Blüten im Juni und Juli. Trägt rote Hagebutten.
  • Lonicera xylosteum (Gewöhnliche Heckenkirsche): Hat weißgelbe Blüten im Mai und Juni. Trägt dunkelrote Früchte)
  • Berberis vulgaris (Berberitze): Hat gelbe Blüten. Trägt rote Beeren.
  • Aronia meanocarpa (Apfelbeere): Hat weiße Blüten im Mai. Trägt schwarze Beeren.
  • Chaenomeles (Zierquitte): Blütenfarbe variiert je nach Sorte. Weiß, rosa oder rote Blüten im März und April. Trägt gelbe, quittenartige Früchte.
  • Lonicera caerulea (Erstbeere oder Kamtschatka-Heckenkirsche): Hat hellgelbe bis weiße Blüten im Januar und Februar. Trägt blaue, süße Früchte bereits im Mai. Sie wird daher häufig auch Maibeere oder Honigbeere genannt.
  • Hippophae rhamnoides (Sanddorn): Hat gelbe Blüten von März bis Mai. Trägt orange Früchte. Braucht in kleinen Gärten eine Wurzelsperre.
  • Sorbus aucuparia (Vogelbeere/Eberesche): Hat weiße Blüten im Mai und Juni. Trägt leuchtend rote Früchte.

 

Planen Sie, eine Hecke zu pflanzen, denken Sie bitte an unsere gefiederten Freunde. Sie haben es nicht leicht. Eine Vogelschutzhecke bestehend aus Wildobst und Beerensträuchern sorgt für einen abwechslungsreichen Speiseplan und bietet nicht nur Unterschlupf-, sondern sogar noch Nistmöglichkeiten.