Ursache für Glatze und graue Haare entdeckt

Warum werden Haare grau?

Werden Mensch älter, bekommen sie graue Haare. Bei Männern lässt sich darüber hinaus noch ein weiteres Phänomen häufig beobachten: Die Haare werden immer weniger. Erste kahle Stellen zeigen sich und in der Folge kommt es zur Glatze. Nicht jeder Mann trägt „oben ohne“ gerne und mit Würde. Gerade Männer, die frühzeitig eine Glatze entwickeln, hadern häufig mit ihrem Schicksal. Forscher fahndeten jetzt nach der Ursache für graue Haare und Haarausfall. Sie fragten sich, welche Zellen das Haarwachstum begünstigen und warum die Haare im Alter ihre Farbe verlieren.

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Wird der Mensch älter, wird er nicht nur weiser, sondern auch weiß. Graue Haare und eine schütter werdende Haarpracht gehören in der Regel zum Älterwerden dazu. Wissenschaftler fanden nun heraus, welche Wachstumsfaktoren an der Pigmentierung der Haare und dem Haarwachstum beteiligt sind. Sie hoffen auf neue Ansätze in der Therapie gegen Haarausfall (Alopezie).

 

Mediziner des Southwestern Medical Centers an der University of Texas in Dallas (USA) untersuchten den Mechanismus hinter der Entstehung von Glatzen und grauen Haaren. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten Sie in der Fachzeitschrift „Genes & Development“.

 

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Phänomen, das schon viele „Glücksritter“ anlockte

Wenn es um unsere Haare geht, neigt die Menschheit zur Eitelkeit – nicht nur Frauen, sondern auch Männer. So wünscht sich beispielsweise kaum ein Mann, in jungen Jahren graue Haare zu bekommen oder eine Glatze zu entwickeln – selbst dann nicht, wenn Frauen so manchen Glatzenträger durchaus anziehend finden. Sowohl Mediziner als auch geschäftstüchtige Unternehmer suchen daher fieberhaft nach Mitteln, um Haarausfall wirksam zu stoppen. Bislang jedoch war der große Durchbruch noch nicht gefunden. Die Ergebnisse der texanischen Wissenschaftler lassen jetzt aufhorchen.

Ursprünglich wollten die Forscher am UT Southwestern Medical Center herausfinden, wie die Bildung von bestimmten Tumorarten abläuft. Am Ende jedoch gibt es auch neue Erkenntnisse, warum Haare ergrauen und welche Zellen genau Haare wachsen lassen bzw. was zum Haarausfall führt. Auf dieser Basis lassen sich nun Behandlungsoptionen für Problempatienten finden, sodass das erforderliche Gen auch bei den Haarfollikeln ankommt. So ließe sich das kosmetische Problem womöglich ganz ohne Haartransplantation und teure Haarwässerchen in den Griff bekommen.

Doch um welches Gen handelt es sich überhaupt? Die Forscher untersuchten das Protein KROX20 näher. Es wurde bislang mit der Entwicklung von Nerven in Verbindung gebracht. Doch ganz offensichtlich sorgt KROX20 auch dafür, dass aus Hautzellen Haare werden. Nur mittels KROX20 produzieren die Zellen auch ein bestimmtes Protein namens SCF, das wesentlich zur Pigmentierung der Haare beiträgt und damit für die Haarfarbe verantwortlich ist.

 

Wachstumsfaktor KROX20 lässt Haare sprießen

Im Mausmodell entfernten die Wissenschaftler das SCF-Gen in den Vorläuferzellen der Haare. Die Tiere bekamen dadurch weiße, also unpigmentierte Haare. Im nächsten Schritt entfernten die Biologen auch das KROX20-Gen. Die Folge war dramatisch: Es wuchsen keine Haare mehr nach. Als die bisherigen Haare ausfielen, wurden die Mäuse kahl.

Auf die Spur der Glatzenbildung wurden die Mediziner gebracht, weil sie ursprünglich eine genetische Erkrankung näher untersuchen wollten: die Neurofibromatose Typ 1 (kurz: NF1) – auch bekannt unter dem Begriff „Morbus Recklinghausen“. Bei dieser Krankheit wachsen Tumore vor allem in der Haut und im Nervensystem heran.

Bislang wussten die Forscher bereits, dass Haarfollikel Stammzellen enthalten und diese für das Wachstum vom Haaren sorgen. Ferner war bekannt, dass das Protein SCF wichtig für die Pigmentierung von Zellen ist. Allerdings konnten die Experten bislang nicht im Detail die Wirkung der Stammzellen auf die Basis der Haarfollikel erklären. Es war auch nicht bekannt, welche Zellen in den Haarfollikeln für die Produktion von SCF zuständig sind.

Nun wissen die Wissenschaftler: Wenn Zellen mit einem funktionierenden KROX20- sowie SCF-Gen vorhanden sind, dann interagieren diese Zellen mit den Melanozyten-Zellen, die Pigmente produzieren. Diese Zellen wachsen letztlich zu pigmentierten Haaren heran.

Ohne das Protein SCF wurden die Mäusehaare zunächst grau und dann weiß. Gibt es keine KROX20-produzierende Zellen, wachsen überhaupt keine Haare mehr. Die Wissenschaftler vermuten nun, dass der normale Alterungsprozess zu Beeinträchtigungen bei der Produktion von KROX20 und SCF führt, indem die zuständigen Gene geschädigt ist. Solche Prozesse könnten zum bereits lang beobachteten Phänomen führen, dass mit Voranschreiten des Alters die Haare grau und schütter werden. Doch aus diesen Erkenntnissen ließen sich auch wirksame Therapien gegen Haarausfall und Glatze finden. Weitere Forschungen sollen genau das nun weiter untersuchen.

 

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