Tumorwachstum: Cholesterin fördert Darmkrebs-Entstehung

Studie beobachtet Beschleunigung um das 100-Fache

Eine Studie der University of California (Los Angeles/USA) alarmiert: Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit des Tumorwachstums bei Darmkrebs und einem erhöhten Cholesterinspiegel.

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Sollte sich der im Mausmodell gefundene Zusammenhang zwischen einem erhöhten Cholesterinspiegel und der Entstehung von Darmkrebs auch beim Menschen sowie weiteren Krebsarten bestätigen, so wäre eines der ersten Opfer bei der erforderlichen Umstellung des Speiseplanes der Schweizer Wurstsalat. Die Kombination aus Fleischwurst, Käse, Zwiebeln und saure Gurke ist zwar lecker, enthält aber viel schlechtes LDL-Cholesterin und würde damit das Tumorwachstum beschleunigen.

 

Die im Fachmagazin „Cell Stem Cell“ erschienene Studie berichtet, dass Cholesterin bei Mäusen die Wachstumsrate von Krebs um das Hundertfache beschleunigen kann.

Die Untersuchung hatte zum Ziel, eine Relation zwischen einer cholesterinreichen Ernährung und dem Darmkrebsrisiko nachzuweisen. Die Ergebnisse sollen helfen, Darmkrebsvorstufen frühzeitig zu erkennen und damit Darmkrebs erfolgreicher zu behandeln.

 

Wie schlechtes Cholesterin und Darmkrebs zusammenhängen

Dass erhöhte Cholesterinwerte zu einem erhöhten Darmkrebsrisiko führen, war bereits beobachtet worden. Jedoch konnten bislang die Ursachen nicht erklärt und bewiesen werden.

Die Tierversuche der UCLA-Forscher an Mäusen zeigten, dass cholesterinreiches Futter genauso das Tumorwachstum ansteigen ließ wie eine Genveränderung, die eine erhöhte Eigenproduktion von Cholesterin zur Folge hat. Hierbei wird ein Gen verändert, dass an der Bildung des Enzyms Lpcat3 beteiligt ist. Es hilft die sogenannten Phospholipide zu produzieren. Diese Fette werden normalerweise in den Zellmembranen eingelagert. Die Cholesterinproduktion stieg an, als die Versorgung mit Phospholipiden nicht mehr gewährleistet war, denn das Cholesterin diente dann als „Ersatz-Baumaterial“ für die Zellmembranen.

 

Mehr Cholesterin lässt die Zahl der Stammzellen im Darm steigen

Der höhere Cholesterinspiegel hatte einen Begleiteffekt. Er sorgte nämlich dafür, dass die Anzahl der Darmstammzellen, der sogenannten intestinalen Stammzellen, stieg. An und für sich ist das per se nichts Schlechtes. Doch ein weiterer Effekt trat auf: Die höhere Anzahl an Stammzellen forcierte die Ausdehnung der Eingeweide sowie des Dickdarms, denn die Gedärme wurden einfach länger. In einem größeren Dickdarm und mit einer erhöhten Teilungsrate können jedoch schneller Tumore entstehen.

Es existiert also der Mechanismus, dass Cholesterin das Wachstum von Stammzellen im Darm beeinflusst. Mehr Darmstammzellen bedeutet aber auch ein größeres Risiko Entartungsrisiko an sich. Indirekt beschleunigt also ein Zuviel an Cholesterin das Tumorwachstum um das Hundertfache.

 

Beeinflusst Cholesterin auch andere Krebsarten?

Der direkte Nachweis des Cholesterin-Effektes ist wichtig, denn erst nun kann der nächste Schritt in Angriff genommen werden: Die Entwicklung einer Methode oder eines Medikaments, um die gefährliche Kaskade zu durchbrechen. Mediziner diskutieren schon lange, ob sogenannte Statine, die sie Herz-Kreislauf-Patienten zur Absenkung des Cholesterinspiegels verschreiben, auch in der Darmkrebsvorsorge eingesetzt werden sollten. Patienten mit einem erhöhten Risiko könnten sie dann prophylaktisch erhalten.

Parallel dazu erfolgt die Prüfung, ob es ähnliche Zusammenhänge zwischen der Tumorentstehung und dem Cholesterinhaushalt auch bei anderen Krebsarten gibt.

Sollte sich der bei Mäusen gefundene Effekt auch beim Menschen bestätigen, so gäbe es auch die Chance, den Prozess auch umzukehren. Könnten Tumore geschrumpft werden, würde dies die Heilungschancen enorm erhöhen.

 

Der Tipp von familien-gesundheit.de

Entsagen Sie besser cholesterinreichen Diäten

Bis es jedoch soweit ist, kann jeder etwas für die Absenkung seines persönlichen Krebsrisikos tun und auf seine Ernährung achten: Nach Möglichkeit sollte sie cholesterinarm sein. Verzichten Sie daher auf cholesterinreiche Diäten mit viel tierischem Eiweiß und Milchprodukten.

Setzen Sie stattdessen vermehrt pflanzliche Kost auf den Speiseplan. Ihr Herz wird es Ihnen auf jeden Fall danken und als netter Nebeneffekt wird auch die Waage langfristig weniger anzeigen. Übrigens … Übergewicht wurde bei einer Reihe von Krebsarten als Risikofaktor identifiziert. Bei Übergewicht empfehlen Trophologen, also Ernährungswissenschaftler, daher die Gewichtsreduktion auch im Hinblick auf die Krebsvorbeugung.

 

 

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