Tipps gegen Rückenschmerzen

Wie Sie Muskelverspannungen lösen & Schmerzen lindern

„Deutschland hat Rücken“ – Drei Viertel aller Berufstätigen in Deutschland leiden unter Rückenschmerzen. Kein Wunder, dass Rückenschmerzen heutzutage als eine Volkskrankheit bezeichnet werden.

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Es ist ein Kreuz mit den Kreuz! Rückenschmerzen haben viele Namen – von Ischias über Hexenschuss bis hin zu Lumbalgie oder Dorsalgie. Doch ein paar Tipps helfen Betroffenen, schnell wieder in die Gänge zu kommen. Denn Schonhaltung sollte bei Rückenschmerzen am besten vermieden werden, um einem Teufelskreis zu umgehen.

 

„Ich wollte doch nur meine Schuhe zubinden und plötzlich schoss es mir in den Rücken.“ Von diesem sog. Hexenschuss, medizinisch auch Lumbago genannt, berichten etwa 4 von 5 Deutschen mindestens einmal in ihrem Leben laut dem Ärztlichen Zentrum Für Qualität In Der Medizin (ÄZQ). Starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen können die Folge sein und uns womöglich tagelang außer Gefecht setzen. Häufig betrifft es den unteren Rücken, weshalb Experten vom akuten „Kreuzschmerz“ sprechen.

Was Betroffene womöglich noch nicht wissen: Bei nur etwa 15 % liegt dem Rückenschmerz eine genaue Ursache, wie z. B. ein Bandscheibenvorfall oder eine Erkrankung, zugrunde. Die meisten Rückenschmerzepisoden (85 %) sind somit relativ harmlos.

 

Welche Ursachen können Rückenschmerzen haben?

Die Ursachen für Schmerzen im Rücken können vielfältig, komplex und individuell sein. Angeborene oder erworbene Fehlhaltungen, langes Sitzen, Heben von schweren Gegenständen in gebückter Haltung, Überbeanspruchung oder auch Stress sind nur einige der Faktoren, die sich auf den Rücken niederschlagen können. Oftmals sind sie Folgen von länger andauernden Muskelverspannungen, die z. B. durch langjährige ungünstige Körperhaltungen oder einseitige, wiederholende Tätigkeiten hervorgerufen wurden. Diesen Muskelverspannungen gilt es entgegenzuwirken. Im medizinischen Fachjargon werden Muskelverspannungen als funktionelle Beschwerden der Muskulatur beschrieben, die sich zu Muskelverhärtungen, sogenannten Trigger- oder Schmerzpunkten, ausweiten können

 

„Erste Hilfe“ bei akuten Rückenschmerzen:

Hier sind einige hilfreiche Tipps, wie Sie sich z. B. bei einem Hexenschuss oder akuten Rückenschmerzen verhalten können:

  • Stufenlagerung (In Rückenlage werden die angewinkelten Beine z. B. auf einen Stuhl abgelegt, um die verkrampfte und schmerzende Muskulatur zu entspannen.)
  • Ruhiges und langsames Ein- und Ausatmen in den Bauch (wirkt weiteren Muskelverspannungen entgegen, hat eine beruhigende Wirkung auf den Organismus und kann schmerzlindernd wirken.)
  • Wärme, z. B. ein Wärmekissen, unterstützt die Entspannung der Muskulatur, wirkt durchblutungsfördernd und schmerzlindernd.

In den meisten Fällen klingen akute Rückenschmerzen nach einigen Tagen von selbst wieder ab. Gesundheitsexperten raten dazu, sich so gut es geht „normal“ weiter zu bewegen und übermäßige Bettruhe zu vermeiden. Länger als ein bis zwei Tage sollten jedoch keine gängigen Schmerzmittel eingenommen werden. Sie dienen nur im Akutfall dazu, das Bewegungs- und Alltagsverhalten zu unterstützen, um den Teufelskreis aus Schonhaltung und Verspannungen zu umgehen. Zur Vermeidung von Schmerzen nehmen nämlich viele Betroffene Fehl- und Schonhaltungen ein, die letztlich weitere Verspannungen und damit Schmerzen nach sich ziehen. Halten die Schmerzen länger als zwei Tage an, sollten „Rückengeplagte“ auf jeden Fall den Hausarzt aufsuchen, um die Ursachen für die Rückenschmerzen abklären zu lassen. Nur ein Mediziner kann ernsthafte Ursachen für die Kreuzschmerzen zuverlässig ausschließen.

 

Achtung bei Rückenschmerzen

Wann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden?

Bei einem Unfall oder Sturz, ausstrahlenden Schmerzen, Gefühlsstörungen oder Taubheitsempfindungen in den Extremitäten sowie bei Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Stuhlgang sollte dringend ein Arzt oder Notarzt aufgesucht werden.

 

Tipps gegen Rückenschmerzen: Was tun bei fortbestehenden Kreuzschmerzen?

Wenn Sie fortbestehende oder wiederkehrende Rückenschmerzen haben, dann ist es Zeit zu handeln, um einer Chronifizierung entgegenzuwirken. Von einer Chronifizierung sprechen Ärzte und Ärztinnen übrigens, wenn die Schmerzen länger als drei Monate andauern. Hier heißt es, nicht verzweifeln, sondern sich bewusst mit den möglichen Ursachen aktiv auseinandersetzen. Dazu können Sie sich einige Fragen stellen: Wie sieht mein Arbeitsalltag aus? Wie sehen meine alltäglichen Verhaltensweisen aus? Bewege ich mich regelmäßig? Gönne ich mir Auszeiten zur Erholung und Entspannung?

Körperliche, psychische und soziale Belastungen sowie negativer Stress (Distress) können muskuläre Verspannungen hervorrufen und diese weiter verstärken. Je länger Verspannungen andauern, desto schwieriger wird es, sie zu lösen. Deshalb ist zeitiges, pro-aktives Handeln gefragt.

Neben gezielter Physio- oder Osteopathie können diese Tipps Ihnen helfen, den Rückenschmerzen den Kampf anzusagen, sodass Sie schmerzfreier leben und sich wieder aktiv im Alltag bewegen können:

  • Wärmeanwendungen (z. B. Wärmelampen, Wärmekissen) oder Entspannungsbäder zur Förderung der Durchblutung
  • Entspannungsverfahren, wie z. B. Progressive Muskelentspannung (PME), Atemübungen oder Autogenes Training zur Reduzierung von Stress
  • Bewegungsaktivitäten, die Ihnen Spaß machen (möglich wären z. B. Schwimmen, Radfahren, Yoga, Faszientraining oder Pilates zur Verbesserung der Beweglichkeit und der Körperwahrnehmung sowie zur Kräftigung der Muskulatur und der Gelenk- bzw. Wirbelsäulenentlastung)
  • (Selbst-)Massage verhärteter Muskelbereiche (Trigger- bzw. Schmerzpunkte)
  • Geregelte (aktive) Auszeiten und Pausen bei der Arbeit
  • Gewichtsabnahme bei Übergewicht zur Entlastung von Gelenken und Wirbelsäule

Gesundheitsexperten raten mehrheitlich zu einem aktiven Lebensstil! Medikamente sollten nur unterstützend in Frage kommen. Spritzen in den Rücken empfehlen Fachleute ausdrücklich nicht. Mit der Beherzigung von ein paar wenigen Tipps bekommen Sie die Rückenschmerzen oftmals schnell in den Griff. Probieren Sie es doch einfach einmal aus!

 

Disclaimer
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