Therapie mit Stammzellen beim Hund

Auch Hunde können Stammzellenbehandlungen erhalten

Fachtierärzte setzen mittlerweile auch auf alternative Therapien, um ihren felltragenden, gefiederten oder geschuppten Patienten zu helfen. Was sich beim Mensch bewährt hat, findet in der Tiermedizin ebenfalls Anwendung. Die Entwicklung macht dabei vor der Regenerativen Medizin nicht halt. So mancher Hund verdankt bereits der Stammzellentherapie bei Arthrose, dass er wieder besser laufen kann.

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Ein Arthrose-geplagter Hund führt ein echtes Hundeleben. Aufstehen ist nur unter Schmerzen möglich. Rennen und Toben? Fehlanzeige! Nicht immer helfen Medikamente und eine Operation. Nun gibt die Stammzellentherapie für Hunde Herrchen und Frauchen neue Hoffnung gerade bei Beschwerden des Gelenkapparates. Betroffen davon können fast alle Hunderassen sein: vom Chihuahua bis hin zum Berner Sennenhund.

 

Hundebesitzer kennen das: Ist das Tier krank, leiden meist Herrchen und Frauchen aktiv mit, denn der treue Begleiter ist ein festes Familienmitglied. Selbst junge Hunde können bereits mit eineinhalb oder zwei Jahren erste Arthrose-Symptome zeigen und lahmen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Teilweise können Fehlstellungen angeboren sein. Andererseits kann es auch mitten im Spiel passieren. Bei übermütigen Tollereien im Eifer des Gefechtes kommt es schnell zu Knochenabsplitterungen im Kniegelenk. Dafür reicht letztlich nur etwas Pech und ein falscher Tritt aus. Die Folgen sind langwierig und gravierend: Schmerzen. Der Hund belastet das Bein nicht mehr richtig, die anderen Gelenke müssen die Mehrbelastung auffangen, was hier zu schnellerem Verschleiß führt. Röntgen-Untersuchungen bringen dann nach wenigen Jahren die Diagnose: Arthrose, d. h. Knorpel- und Gelenkverschleiß. Ähnlich wie beim Menschen sind auch bei Hunden oft das Kniegelenk oder die Hüfte betroffen.

 

Stammzellentherapie in der Tiermedizin auf dem Vormarsch

Um den Tieren zu helfen, behandeln Tierärzte zunächst konventionell. Notfalls wird operiert, doch leider stellt sich nicht immer ein langfristiger Erfolg ein. Manches Tier hat trotz allem beim Aufstehen große Schwierigkeiten und kann nur langsam laufen. Ausgelassenes Herumtollen? Fehlanzeige! Flinkes Aportieren? Unmöglich!

Die Hundehalter sind entsprechend verzweifelt und suchen nach Alternativen. Diese haben sich mittlerweile herumgesprochen: Die Telefonnummern von Tierärzten, die mit Stammzellen das Problem an der Wurzel packen möchten, werden unter befreundeten Tierhaltern ausgetauscht. Die Stammzellentherapie bietet für den tierischen Patienten einen unschlagbaren Vorteil: Die Stammzellen können meist per Spritze in den verletzten Bereich injiziert werden. Dem Hund bleibt der Aufwand einer großen Operation erspart.

 

Entnahme und Verabreichung der Stammzellen ohne große Operation möglich

Die Gewinnung der Stammzellen läuft beim Hund ähnlich wie beim Menschen. Auch Hunde besitzen Fettgewebe, das Stammzellen enthält. Meist werden diese aus dem Bauchnabelbereich entnommen. Dafür erhält das Tier eine leichte Sedierung. Aus dem gewonnenen Gewebe extrahiert der Tierarzt mithilfe einer Zentrifuge die Stammzellen. Sie werden im Anschluss ins erkrankte Gelenk injiziert. Da es sich bei den Stammzellen um autologe Zellen handelt, ist die Behandlung für den Hund sehr gut verträglich. Mit Abstoßungsreaktionen ist nicht zu rechnen.

Wie die Stammzellen im Hundegelenk genau wirken, ist bislang noch nicht ganz erforscht. Doch es gibt Hinweise, dass die Stammzellen Botenstoffe aussenden und so die Zellen vor Ort zur Regeneration animieren. Weniger Schäden bedeuten letztlich auch weniger Schmerzen, sodass die Tiere das Gelenk wieder stärker belasten und auf diese Weise die anderen Gelenke entlasten.

 

Kosten für die Therapie mit Stammzellen beim Hund schnell bei 3.000 €

Die Stammzellentherapie kann jedoch nicht als das Allheilmittel schlechthin angesehen werden. Sie ist bislang nur bei einigen wenigen Krankheitsbildern in der Tiermedizin ausprobiert worden. Bei Pferden werden Sehnenerkrankungen mit Stammzellen behandelt. Tumorpatienten können jedoch noch nicht von den Wunderzellen profitieren. Aktuell wird in der Veterinärmedizin gerade die Anwendung von Stammzellen bei Nierenerkrankungen näher erforscht. Bis hier jedoch erste Ergebnisse vorliegen, kommen Stammzellen vorerst nur bei Erkrankungen der Knochen, Knorpel und Muskeln in Betracht, wenn alle anderen Therapien fehlschlugen.

Die Stammzellentherapie ist kostenintensiv. Für die Arthrose-Behandlung eines Berner Sennenhundes muss mit rund 3.000 Euro gerechnet werden. Schlägt die Therapie jedoch an, so brauchen die Tiere vielfach keine Schmerzmittel mehr. Viele Tierhaltern möchten die Chancen für ihren vierbeinigen Liebling ergreifen und finanzieren Therapie mit Stammzellen für ihren Hund.

 

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