Superfoods aus der Heimat: So essen Sie sich gesund

Mit diesen einheimischen Lebensmitteln tun Sie Ihrem Körper etwas Gutes

Einer der neuesten Ernährungstrends sind die sogenannten Superfoods. Wer heutzutage gesund essen möchte, der kommt laut Ernährungsberatern und -Zeitschriften um Quinoa, Chia-Samen und Co. nicht mehr herum. Allerdings müssen nicht zwangsweise nur exotische Lebensmittel mit nahezu unaussprechlichen Namen auf dem Teller landen. Auch direkt vor unserer Haustür wachsen jede Menge Superfoods. Hier erfahren Sie, welche Lebensmittel aus unserer Heimat es richtig in sich haben.

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Viele heimische Obst- und Gemüsesorten stecken genauso wie die Superfoods voller wertvoller Inhaltsstoffe. Himbeere, Blaubeere, Brombeere oder Erdbeere haben vielleicht keinen exotisch klingenden Namen wie Chia-Samen oder Acaibeere, sie stehen jedoch in puncto Vitamin- und Mineralstoffgehalt den Exoten in nichts nach. Tun Sie außerdem etwas für die Umwelt und kaufen sie regional statt weitgereist!

 

Das Wichtigste zuerst

Was genau ist ein Superfood?

Der Begriff „Superfood“ kommt aus dem Marketing und bezeichnet bestimmte Nahrungsmittel, denen nachgesagt wird, dass sie besonders nährstoffreich und somit förderlich für die Gesundheit und das Wohlbefinden sind. Eine rechtlich bindende Definition gibt es jedoch nicht. Auch fehlen bislang viele wissenschaftliche Belege für die tatsächliche Wirkung einiger Eigenschaften, die Superfoods nachgesagt werden.

 

 

Hirse statt Quinoa: Proteine und Mineralien pur

Das glutenfreie Pseudogetreide Quinoa aus den Anden hat vor allem in den letzten Jahren seinen Siegeszug um die Welt angetreten. In vielen Diäten oder Ernährungsratgebern schwören die Leute auf das gelbliche Korn. Vor allem in der vegetarischen und veganen Küche ist der „Inkareis“ aufgrund seines hohen Eiweißanteils sehr beliebt.

Doch auch in unserer Region wächst ein echtes Kraftpaket. Hirse enthält nahezu ebenso viel Protein wie Quinoa und steht ihm auch in puncto Calcium- und Magnesiumgehalt in nichts nach. Im Bezug auf den Eisenanteil schlägt das Spelzgetreide aus der Heimat den Konkurrenten aus Amerika um Längen. Außerdem ist Hirse reich an Vitamin B6, C und E sowie den Nährstoffen Silizium, Kalium, Fluor, Schwefel und Phosphor. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit ist Hirse aus biologischem, deutschem Anbau weitaus ökologischer als die weitgereiste Quinoa.

 

Was Chia-Samen können, können Leinsamen schon lange

Wenn von Superfoods die Rede ist, fällt garantiert auch der Name Chia-Samen. Und das zurecht, denn die Körner aus Zentral- und Südamerika sind reich an Omega-3-Fettsäuren, Proteinen, Vitaminen sowie Eisen, Kalium und Antioxidantien. Allerdings bieten sie bis auf einen trendigeren Namen und einem etwas höheren Nährstoffgehalt nicht viel mehr als ihr Konkurrent aus unserer Region: Die Samen des Leinkrautes.

Leinsamen enthalten die gleichen Nährstoffe wie Chia-Samen und das fast in denselben Ausmaßen. Geschmacklich gibt es ebenfalls keine Unterschiede, lediglich die Konsistenz von Leinsamen ist nach dem Kochen weniger weich und geleeartig. Ein weiterer Punkt für das bei uns beheimatete Korn ist der Preis. Da Leinsamen nicht teuer importiert werden muss, während die Nachfrage nach Chia die Kosten in die Höhe schnellen lässt, sparen Sie deutlich, wenn Sie regional kaufen. Auch in Sachen Umweltfreundlichkeit schneiden Leinsamen deutlich besser ab als der umjubelte Exot.

 

Raus aus dem Regenwald, ab in die Heide: Heidelbeeren statt Açaí-Beeren

Ein weiteres Superfood, welches heutzutage in aller Munde ist, sind Açaí-Beeren (gesprochen Ass-a-i). Sie besitzen einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren und viele Antioxidantien. Auch die Vitamine A und E, die Mineralien Eisen und Calcium sowie ein hoher Ballaststoffgehalt stechen in ihrer Nährstoffzusammensetzung hervor.

Die Blau- oder Heidelbeere weist deutlich weniger Fett und auch etwas weniger Kalium auf, dafür ist sie jedoch reich an Mangan. In Vitamin A und E steht sie dem exotischen Superfood in nichts nach. In Bezug auf Vitamin C gewinnt das regionale Produkt mit gewaltigem Vorsprung. Heidelbeeren enthalten außerdem einen deutlich höheren Anteil an Antioxidantien. Wie bereits bei den anderen Superfoods aus der Heimat ist die Blaubeere nicht nur preislich, sondern auch ökologisch die bessere Wahl.

 

Grünkohl statt Spirulina: So kommen Sie an Chlorophyll

Die Blaualge Spirulina ist wohl eines der ältesten Lebensmittel der Welt, immerhin begann alles Leben im Meer. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Naturprodukt reich an wichtigen Nährstoffen wie etwa Magnesium, Calcium und Eisen, Vitamin B12 sowie besonderen Aminosäuren und Antioxidantien ist. Des Weiteren enthält Spirulina viel Chlorophyll, welches Blut und Zellen reinigt und unseren Körper angeblich sogar bei der Bekämpfung von Krebszellen unterstützt.

Die regionale Alternative ist nicht nur weitaus günstiger als die Alge, sondern wächst praktisch überall: Der Grünkohl. Er besitzt ebenfalls einen enorm hohen Chlorophyll-Anteil und bietet zusätzlich jede Menge Nährstoffe und Vitamine. Allein 200 Gramm des grünen Krauts reichen bereits, um den täglichen Bedarf an Vitamin A, C und K zu decken. Kulinarisch ist Grünkohl ebenfalls weitaus vielseitiger: Essen Sie ihn in Suppen oder Gemüsepfannen, als Smoothie oder einfach als knackige Rohkost.

 

Eine Auswahl weiterer Superfoods aus der Heimat

  • Brennnesseln: Mit Gerbstoffen, Kieselsäure, Eisen, Kalium, Magnesium und Vitamin C regen die Blätter den Stoffwechsel an und helfen dem Körper beim Entgiften. Die Samen liefern jede Menge Eiweiß.
  • Hagebutten: Die roten Früchte sind ein gewaltiger Vitamin C-Lieferant und enthalten ebenfalls wichtige Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. So stärken sie das Immunsystem und helfen gegen Akne.
  • Löwenzahn: Besonders als Tee kurbelt Löwenzahn den Kreislauf und die Verdauung an. Außerdem wirkt der Korbblütler blutdrucksenkend.
  • Pastinaken: Die Wurzel ist besonders reich an Kohlenhydraten und liefert viele verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Ihre ätherischen Öle haben eine antibakterielle Wirkung.
  • Rote Bete: Nicht nur der hohe Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen machen die Rübe zum Superfood. Der sekundäre Planzenstoff Betain wirkt entgiftend, verdauungsfördernd und steigert außerdem die Serotoninausschüttung.
  • Sanddorn: Durch seinen hohen Vitamin-C-Gehalt wirken Saft und Extrakt hervorragend gegen Erkältungskrankheiten und andere Infektionen. Sanddorn wird nicht umsonst die „Zitrone des Nordens“ genannt. Das Öl beschleunigt die Wundheilung, zum Beispiel bei Sonnenbrand.
  • Sonnenblumenkerne: Als wahrer Eiweißlieferant und mit 90 Prozent ungesättigter Fettsäuren sind die Kerne ein gesundes Nahrungsmittel. Außerdem sind sie reich an Vitaminen, Karotin, Calcium, Iod und Magnesium.
  • Walnüsse: Walnüsse versorgen uns mit Omega-3-Fettsäuren sowie dem „Anti-Aging-Vitamin“ E. Des Weiteren enthalten sie jede Menge Eisen und Zink.