Süßstoff fördert Fettstammzellen

Förderung von Fettpolstern durch Süßstoff

Süßstoff hilft beim Schlankbleiben, denn der Zuckerverzicht macht nicht dick. So oder ganz ähnlich lauten die Marketingversprechen. Süßstoff wird als Zuckerersatz bewusst in einem Atemzug mit Diät und Abnehmen genannt. Ob dem tatsächlich so ist, haben Forscher nun genauer untersucht und herausgefunden, dass künstlicher Süßstoff sogar gefährlich sein kann, denn er „verführt“ Zellen dazu, mehr Fett zu produzieren.

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Diätprodukte werden als Schlankmacher beworben, denn die in ihnen enthaltenen Süßstoffe ersetzen Zucker und damit Kalorien. Doch gerade künstliche Süßstoffe stehen im Verdacht, die Fettproduktion anzukurbeln und so für weitere Fettpolster zu sorgen. Sie sind damit alles andere als der erhoffte Fettkiller.

 

Wer auf seine Figur achtet, greift fast automatisch auf Diätprodukte zurück. Schließlich ist das scheinbar eine tolle Sache. Um Kalorien zu sparen, enthalten die Diätprodukte meist künstlichen Süßstoff anstelle von Zucker. Forscher von der George Washington University in Washington (USA) haben nun Süßstoffe im Rahmen einer Studie genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis stellten sie auf der Jahrestagung der „Endocrine Society“ vor: Anstatt den Ansatz fürs Hüftgold zu verringern, können künstliche Süßstoffe sogar die Fettbildung anregen. Diätprodukte müssen damit nicht zwangsläufig gut für den Körper sein – im Gegenteil: Es verdichten sich die Hinweise, dass sie und insbesondere die darin enthaltenen, künstlichen Süßstoffe sich negativ auf den Stoffwechsel auswirken.

 

Süßstoffe sind kein Fettkiller – im Gegenteil

Die Washingtoner Wissenschaftler untersuchten die Wirkung von Sucralose. Es handelt sich dabei um einen recht häufig verwendeten, künstlichen Süßstoff. Besonderes Augenmerk richteten die Forscher dabei auf die Auswirkungen von Sucralose auf Stammzellen. Für die Tests wurden aus menschlichem Fettgewebe isolierte Stammzellen genutzt, denn Fettgewebe enthält ebenfalls einen eigenen Stammzelltyp. Schließlich vermehren sich auch Fettzellen wie jede andere Körperzelle über die Teilung von Stammzellen – eben den Fettstammzellen.

Die Fettstammzellen kamen für zwölf Tage in Petrischalen. Sie schwammen dabei in einem Umfeld, das bewusst die Produktion von Fettgewebe begünstigte. Die Forscher setzen die Stammzellen einer Sucralose-Dosis aus, die umgerechnet jener Menge entsprach, die Menschen im Blut haben, nachdem sie vier Dosen Diät-Limo tranken. Je mehr die Forscher die Sucralose-Dosis erhöhten, desto größer war der Fettaufbau. Die Ergebnisse belegen recht eindeutig, dass der Süßstoff die Fettproduktion stimulieren und sogar für vermehrte Entzündungsprozesse im Körper sorgen kann.

 

Sucralose fördert die Entstehung von Fettzellen aus Fettstammzellen, kurbelt den Glucosespiegel an und führt zu Entzündungsprozessen

Basierend auf diesen Ergebnissen überprüften die Wissenschaftler in einem zweiten Schritt das Bauchfett von acht Testpersonen. Die Probanden hatten im Vorfeld angegeben, regelmäßig Süßstoff zu konsumieren. Vier der Testpersonen hatten Normalgewicht. Die anderen vier Probanden hatten Übergewicht. Ihre Testgruppe verglichen die Forscher nun mit Testpersonen, die auf Süßstoff verzichteten. Es zeigte sich, dass durch den Verzehr von Süßstoff vermehrt fettproduzierende Gene und Marker angeschalten werden und auch mehr Glucose im Blut bzw. der Zellumgebung gefunden wird. Vor allem die verstärkte Produktion von Glucose bereitet den Medizinern Sorgen, denn die Glucose kann eine ganze biochemische Ereigniskette in Gang setzen. An deren Ende stehen dann Herzerkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, Niereneprobleme oder Erblindung.

Die Studie belegt, dass die übermäßige Zufuhr von künstlichen Süßstoffen Stoffwechsel-Fehlfunktionen begünstigen kann. Das wiederum führt schnell dazu, dass der Körper mehr Fett produziert und dieses auch entsprechend als Fettpolster an Bauch, Beinen und Po einlagert. Sind Personen bereits übergewichtig, so kann dieser Effekt das Übergewicht sogar noch weiter verstärken. Diätprodukte sind daher für solche Personen keine wirkliche Alternative zum Abnehmen. Andere Studien konnten bereits belegen, dass Süßstoffe auch die Blutzuckerregulation und das Mikrobiom im Darm negativ beeinflussen.

Experten weisen darauf hin, dass weitere Studien erforderlich sind, um die Rolle der Süßstoffe bei der Fettproduktion und der Bildung von Glucose besser nachvollziehen zu können.

 

Gesunde Ernährung verzichtet bewusst künstliche Süßstoffe

Ernährungsberater empfehlen längst, den Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln und künstlichen Geschmacks- und Aromastoffen so weit wie möglich einzuschränken. Wer ein paar Pfunde verlieren möchte, sollte auf Lebensmittel mit natürlichem Zucker setzen. Diese enthalten zwar ein paar mehr Kalorien aber auch jede Menge gesunder Vitamine, sättigender Ballaststoffe sowie wichtige Nährstoffe. Bei Getränken empfiehlt es sich, einfach auf normales Wasser zurückzugreifen und so sämtliche Probleme mit künstlich-gesüßten oder zuckerhaltigen Getränken zu umgehen.

 

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