Streiche an Halloween: Was ist erlaubt/verboten?

Halloween-Streiche: Damit „Süßes oder Saures“ kein Fall für die Gerichte wird

Halloween ist eine typische Unruhe-Nacht und in diesen besonderen Nächten sind die normalen Regeln außer Kraft gesetzt. Daher gehört zu den typischen Halloween-Traditionen auch das Streiche-Spiele. Die Kinder ziehen um die Häuser und verlangen „Süßes oder Saures“ (Trick or treats). Wird der Aufforderung nicht nachgekommen, findet sich plötzlich Zahnpasta unter der Türklinke oder das Auto wird zur Toilettenpapiermumie. Doch manche Streiche gelangen schnell an die Grenze zur Sachbeschädigung. Wo hört der Halloween-Spaß auf und wo fängt juristischer Ärger an? Die trimeda-Redaktion klärt auf!

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Kindern fiebern dem Halloween-Abend entgegen. Ein großer Spaß ist das Streiche-Spielen, wenn knauserige Zeitgenossen keine Süßigkeiten herausrücken wollen. Doch der Grad ist zwischen Spaß und juristischem Ärger ist oftmals schmal. Daher tut es gut, beim Ziehen von Haus zu Haus ruhig ab und an eine Pause einzulegen, sich zu sammeln und – ganz wichtig! – zu überlegen, was man als nächstes tut.

 

Grundsätzlich sollte bei allen Handlungen der Kantsche Imperativ gelten. Dieser lässt sich vereinfacht formulieren: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu!“ Daraus resultiert: Es darf auch beim Halloween-Streich kein Schaden entstehen. Doch schnell sind beispielsweise die Terrakotta-Fliesen auf der Terrasse zerkratzt, wenn ein schwerer Blumenkübel verschoben wird. Auch mutwillig abgeknickte Pflanzen gelten bereits als Schaden. Tomaten an den Hauswänden hinterlassen unschöne Spuren, die möglicherweise nicht mehr abgewaschen werden können. Dann müsste ein Maler die Fassade neu machen. Eier auf das Auto im Vorgarten zu werfen, zählt ebenfalls nicht mehr als Kavaliersdelikt. Es ist also immer eine Gratwanderung und im Zweifelsfall eine Einzelfallabwägung. Jedoch sind bei harmlosen Klingelstreichen keine größeren Schäden anzunehmen.

 

Erwachsene haben auch am Halloween-Abend eine Aufsichtspflicht für ihre Kinder

Eltern müssen dennoch ihrer Aufsichtspflicht nachkommen, wenn die Kinder am Halloween-Abend zum Betteln um die Häuser ziehen. Die Kleinen sollten daher auf keinen Fall unbeaufsichtigt sein, sondern von Erwachsenen begleitet werden – auch wenn die Kinder theoretisch bis zum Alter von sieben Jahren juristisch als nicht deliktfähig gelten. Nach dieser Grenze muss im Streitfall die Einsichtsfähigkeit des Kindes von einem Gutachter eingeschätzt werden. Verursachen 14-Jährige Schäden bei einem Halloween-Streich können sie sogar Sozialstunden als Strafe „aufgebrummt“ bekommen.

Bei Streichen, die mit ganz objektiven Gefahren verbunden sind, sollten die Eltern umgehend eingreifen und den Streich direkt unterbinden, denn auch an Halloween gehören weder Feuerzeug, noch Streichhölzer oder ein Messer in Kinderhände. So gehen sie jedem Ärger aus dem Weg, denn faktisch haften Eltern immer dann für ihre Kinder, wenn der Geschädigte nachweisen kann, dass die Aufsichtspflicht verletzt wurde.

 

 

Halloween-Streiche dürfen niemals aus dem Ruder laufen

Ist der Nachbar knauserig und öffnet nicht die Tür, ist ein Böller im Briefkasten nicht witzig und damit keine gute Idee, denn er richtet Schaden an. Sie könnten darüberhinaus nicht garantieren, dass kein Brand ausgelöst wird und hätten somit einen Feuerwehreinsatz provoziert Da verstehen weder die Kameraden noch die Polizei irgendeine Form von Spaß! Eine Ladung Konfetti im Briefkasten oder im Briefschlitz als Halloween-Streich zieht dagegen einige Reinigungsarbeiten und Flucher nach sich, verursacht jedoch keine Schäden und fällt damit in die Kategorie „harmlose Streiche“. Auch lassen sich beispielsweise das Fahrrad, der Briefkasten oder die Mülltonne mit Toilettenpapier prima als „Andenken“ einpacken.

Ein Glückscent hat sich nur jemand verdient, der wirklich großzügig war. Fielen die Gaben eher mau aus, ist eine kleine Lektion in Sachen Großzügigkeit durchaus angebracht. Damit die Person lernt, dass Geben seliger ist denn Nehmen, können Sie eine Münze auf dem Fußboden vor der Tür fixieren. Hier sollte jedoch nicht mit einem Superhaftkleber hantiert werden. Besser ist es, ein gutes doppelseitiges Klebeband zu verwenden.

 

Auch Erwachsene müssen bei ihren Halloween-Streichen aufpassen

Doch nicht nur die Kinder spielen den Erwachsenen Streiche, mancher Erwachsener meint, den Spieß umdrehen zu müssen und den Kindern Streiche zu spielen. Den Kleinen mit Schokolade überzogenen Rosenkohl als leckere Schokokugeln zu verkaufen, fällt in die Kategorie „Harmlose Halloween-Streiche“. Wer jedoch meint, den Kleinen abgelaufene Süßigkeiten oder sogar Alkohol unterzujubeln zu müssen, der befindet sich definitiv auf dem Holzweg. Die Abgabe von Alkohol an Kinder und Jugendliche ist eine Ordnungswidrigkeit. Sie kann Strafzahlungen bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen. Auch das Erleichtern der Kinder um die bisherige Beute, wird juristisch durchaus als Raub und Nötigung ausgelegt.