Stammzellen gegen Asthma

Mit einem Stammzellenspray die Luftnot bekämpfen

Wissenschaftler der australischen Monash University melden, dass sie eine Therapie für chronisches Asthma gefunden haben. Die Behandlung soll auf Stammzellen basieren. Zum Einsatz kommen mesenchymale Stammzellen (kurz MSC). Dabei handelt es sich um die Vorläuferzellen fürs Bindegewebe, die sich auch zu Knochen, Knorpeln, Muskeln und Bänder ausdifferenzieren können.

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„Mir bleibt die Luft weg.“ – Ein Spruch, den Gesunde nur sagen, wenn etwas Außergewöhnliches passiert. Für Asthmatiker ist es leider traurige Realität. Bei ihnen kann es jederzeit plötzlich zu Atemnot kommen. Dann ist freies Durchatmen nicht mehr möglich. Forscher möchten helfen. Ein Spray mit mesenchymalen Stammzellen könnte Asthma-Symptome lindern.

 

Stammzellen positive Wirkung auf Asthma-Symptome und -Folgen

Die australischen Wissenschaftler untersuchten die Wirkung der Stammzellen auf drei Asthma-Schlüsselelemente. Sie wollten wissen, ob die mesenchymalen Stammzellen Entzündungen hemmen können und wie sie sich auf bereits vorhandene Veränderungen in der Lunge und der Luftwege auswirken. Diese treten durch die bei chronischem Asthma anhaltenden Entzündungen auf. Die Untersuchung zeigte, dass mesenchymale Stammzellen eine positive Wirkung auf Symptome und Folgen von Asthma haben. Dazu müssen die Alleskönnerzellen über die Nase appliziert werden, was beispielsweise durch ein Nasenspray passieren kann.

Asthmatiker, bei denen die herkömmliche Kortison-Therapie nicht wirkt, können nun neue Hoffnung schöpfen. Sie werden wohl die ersten Patienten sein, an denen Mediziner die Stammzellentherapie gegen Asthma testen. Langfristig hoffen die Wissenschaftler darauf, auch andere Lungenkrankheiten, die zu einer Fibrosierung des Gewebes führen, mit einem Stammzellenspray behandeln zu können. Mediziner verstehen unter einer Fibrose der Lunge die krankhafte Bildung von Bindegewebe, die die Lungenfunktion immer mehr einschränkt. So könnten die Stammzellen langfristig nicht nur bei Asthma, sondern auch bei COPD (der Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung) oder beim Lungenemphysem zum Einsatz kommen.

Das Stammzellenspray hat den Vorteil, dass es sich kinderleicht verabreichen lässt. Ein paar Pumpstöße genügen, um hinreichend viele Stammzellen zu verabreichen. Diese gelangen über die oberen Atemwege sowie Luftröhre und Bronchien genau an die Stellen, wo Regenerations- und Reparaturprozesse notwendig sind. Den Patienten bleibt so eine risikobehaftete Operation, eine unangenehme Bronchoskopie (Lungenspiegelung) oder schmerzhafte Injektion erspart.

 

Therapie mit Stammzellen muss sich im Vergleich zur bisherigen Asthmatherapie bewähren

Bei ihren Analysen untersuchten die Stammzellforscher auch andere Arten von Stammzellen. Diese konnten aber die Asthma-typischen, krankhaften Veränderungen in der Lunge nicht rückgängig machen. Im nächsten Schritt auf dem Weg zur Asthmatherapie müssen die Wirkung der Stammzellenkur mit MSCs und die Wirkung der herkömmlichen Methoden miteinander verglichen werden. Die Forscher wollen außerdem die Therapie mit mesenchymalen Stammzellen und die Kortisonbehandlung miteinander kombinieren, um zu schauen, ob sich die Wirkungen ergänzen.

Bis jedoch die Behandlung von Asthma mithilfe von Stammzellen im Praxisalltag ankommt, werden noch Jahre vergehen. Zunächst müssen klinische Studien am Menschen die Sicherheit der Therapie bei chronischem Asthma belegen.

 

 

Volkskrankheit Asthma

In Deutschland leben geschätzte 6 Millionen Asthma-Patienten. Rund 10 bis 15 Prozent aller Kinder sind von der plötzlichen Atemnot betroffen. Und auch fünf von 100 Erwachsenen bekommen von ihrem Arzt die Diagnose „Asthma“ mitgeteilt. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts ist das allgemeine Asthma-Risiko in den letzten Jahren gestiegen. Die Kosten für das deutsche Gesundheitssystem werden auf rund 2,5 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

 

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