Stärkende Hühnersuppe für die Zeit nach der Geburt

Damit die frischgebackene Mutter schnell wieder zu Kräften kommt

Bekanntlich hält Essen Leib und Seele zusammen. Frischgebackenen Müttern wird daher nach der Geburt eine nahrhafte Hühnersuppe gekocht. Sie ist leicht verdaulich, gibt Kraft und stärkt auch noch das Immunsystem. So soll die Regeneration der Mutter nach der kräftezehrenden Geburt beschleunigt werden, denn schließlich ist eine Geburt ähnlich anstrengend wie ein Marathonlauf. Die Hühnersuppe baut die Energiereserven schnell wieder auf.

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Es ist ein schöner Brauch, die frischgebackene Mutter nach der Geburt zu unterstützen, indem man ihr eine kräftigende Hühnersuppe kocht. Damit kann sie sich voll und ganz auf das Neugeborene konzentrieren und endgültig im Muttersein ankommen. Gleichzeitig werden die Energiereserven wieder aufgebaut. Das erleichtert das Stillen und kommt damit auch dem Neugeborenen zu gute.

 

Meist kochen die Großeltern oder Freunde die Hühnersuppe direkt in einem großen Topf vor und frieren bzw. kochen die Suppe portionsweise ein, sodass die Wöchnerin vom Vorrat gleich mehrere Tage zehren kann. Das ist ein wirklich praktisches Geschenk für die Zeit nach der Geburt und wird dankbar angenommen. Der Brauch, Hühnersuppe für die frischgebackene Mutter nach der Geburt zu kochen, ist vor allem im Raum Sachsen-Anhalt weit verbreitet.

 

Selbst die Traditionelle Chinesische Medizin kennt Kraftsuppen für die Zeit nach der Geburt

Doch auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) kennt man eine Kraftsuppe für Wöchnerinnen, für die ein Huhn die Basis ist. Für die „Wochenbett-Suppe“ müssen die teilweise sehr exotischen Zutaten in der richtigen Reihenfolge die Suppe gegeben werden und sie muss auch sehr lange kochen. Vielen wird hierfür die Zeit und die Geduld fehlen.

 

 

Es geht jedoch auch einfacher. Wichtig hierbei ist: Nur aus guten Zutaten lässt sich eine gute Hühnersuppe zubereiten! Das Fleisch und das Gemüse sollten aus der Region stammen und nach Möglichkeit Bioqualität haben. Das Suppenhuhn darf ruhig ein langes und glückliches Leben geführt haben, dann gibt es besonders viel Geschmack. Nach dem Säubern und Waschen muss das Suppenhuhn mehrere Stunden langsam auf kleiner Flamme sieden. Nur so wird es richtig schön weich und kann seine kräftigenden Inhaltsstoffe an die Brühe abgeben. Neben der Stärkung soll die Hühnerbrühe auch die Milchbildung anregen und sogar einer Wochenbettdepression vorbeugen.

 

Hühnersuppe sollte schonend gegart werden

Das Huhn wird gemeinsam mit dem kleingeschnittenen Wurzelgemüse und den Gewürzen im kalten Wasser angesetzt und zum Kochen gebracht. Nachdem das Wasser einmal ordentlich aufgewallt ist, wird die Hitze auf die kleinstmögliche Stufe heruntergeschalten, sodass alles bei rund 90° C langsam gar ziehen kann. Deckel drauf und der Topf mit der Hühnersuppe für die frischgebackene Mama darf ruhig für zwei bis drei Stunden vergessen werden.

Frisches Wurzelgemüse wie Zwiebeln, Fenchel, Möhren, Lauch; Pastinake, Petersilienwurzeln und Sellerie gibt der Suppe ebenfalls Geschmack und Power. Später kann weiteres Gemüse wie Brokkoli, Blumenkohl, Romanesco, Paprika oder Süßkartoffeln als Einlage hinzugefügt werden. Da Pilze besonders viel Eiweiß enthalten, dürfen auch Champignons als Einlage mit in die Suppe. Dieses Gemüse sollte jedoch nicht zerkochen, sondern noch ein wenig Biss haben. Für den Geschmack der Suppe essentiell sind auch die Gewürze. Neben Salz, Pfeffer, Senfkörnern und Lorbeerblatt darf Ingwer und Knoblauch nicht fehlen. Wer Schärfe verträgt, kann auch eine oder zwei Chilischoten hinzufügen. Weitere Gewürze wie Piment, Nelken oder Thymian können ebenso nach Lust und Laune zur Hühnersuppe gegeben werden. Die Schale einer Biozitrone sorgt für frische Geschmacksnoten.

Nachdem die Hühnersuppe fertig gegart ist, wird die Brühe abgegossen und aufgefangen. Das Hühnerfleisch kann vorsichtig ausgelöst werden. Es sollten jedoch nur die allerbesten Stücke zurück in die Brühe kommen. Nun darf auch das Gemüse für die Einlage hinzugefügt werden. Alles nochmals kurz aufkochen und abschmecken. Danach kann angerichtet werden. Die frischgebackene Mutter kann jedoch auch nur die Brühe schluckweise zur Stärkung trinken und sich ohne Kochstress von der anstrengenden Geburt erholen.

 

Beim Hühnerfest in Ostberlin muss ein Huhn anlässlich der Geburt eines Kindes sein Leben lassen

Übrigens … In Ostberlin gibt es noch einen weiteren Brauch – nämlich den des Hühnerfestes. Hier war es lange Zeit üblich, dass der frischgebackene Vater mit Freunden und Nachbarn ein Huhn schlachtet. Nach dem Rupfen und Säubern des Huhns wird daraus eine Hühnerbouillon zubereitet. Ist das Huhn gar, zerlegen es die Männer und das Fleisch kommt zurück in die Hühnersuppe. Diejenigen Männer, die bereits Vater sind, erhalten die Hühnersuppe mit Fleischeinlage. Kinderlose Männer bekommen jedoch nur die Brühe.