Sprossen & Microgreens: Gesundes Power-Food

Mehr Abwechslung auf dem Speiseplan durch leckeres "Grünzeug"

Die Ernährungsindustrie präsentiert wieder neue Trends. Manchmal reicht aber auch einfach der Blick zurück, um sich über nachhaltige und gesunde Kost zu informieren. Derzeit erleben Sprossen und Microgreens eine Renaissance und schaffen vermehrt den Sprung auf den täglichen Speiseplan. Allein das ist bereits eine schöne Nachricht, doch sie warten mit weiteren Pluspunkten auf: Sie lassen sie sich platz- und kostensparend in der heimischen Küche innerhalb weniger Tage ziehen.

Wir verraten Ihnen, was die Unterschiede zwischen Sprossen und Microgreens sind, worauf Sie bei der Anzucht achten sollten und mit welchen Speisen eine wunderbare Kombination möglich ist.

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Abwechslung in puncto „Grünzeug“ bieten Sprossen & Microgreens. Geschmacklich punkten sie mit einer Bandbreite an Aromen: von nussig bis scharf. Das Power-Food von der Fensterbank hat aber auch viele, wertvolle Inhaltsstoffe zu bieten.

 

Sprossen & Microgreens – ist das nicht dasselbe?

Ganz klar lässt sich die Frage, ob Sprossen und Microgreens nicht das gleiche sind, mit einem NEIN beantworten. Die Unterschiede zwischen Sprossen und Microgreens sind recht schnell erklärt.

Sprossen oder auch Keimsprossen sind Sämlinge und werden komplett mit Stängel, Blättchen, den kleinen Wurzeln und dem gekeimten Saatkorn gegessen. Sobald sich die ersten Keimblätter oder ein kleiner Pflanzenspross gebildet haben, sind die Sprossen bereit zur Ernte. Die Anzucht gelingt sehr leicht ohne Erde. Sprossen können bereits nach zwei bis acht Tagen geerntet und gegessen werden.

Microgreens werden auch Grünsprossen genannt und in einem anderen Entwicklungsstadium als die Sprossen geerntet. Außerdem benötigen sie zum Wachsen ein Substrat (zum Beispiel nicht zu sehr gedüngte Erde). Zum Erntezeitpunkt sehen die Microgreens schon wie richtige Pflanzen aus. Die Wachstumsdauer ist natürlich auch hier von Art zu Art verschieden, in der Regel sind Microgreens aber nach 8 bis 20 Tagen zum Verzehr bereit. Die Wurzel wird bei den Microgreens im Gegensatz zu den Sprossen allerdings nicht mehr mit verwendet.

 

Welche Vorteile haben Sprossen und Microgreens?

Der Trend bei der Ernährung geht derzeit vor allem in Richtung gesund und nachhaltig. Das ist schön und gut. Aber was haben Sprossen und Microgreens damit zu tun?
Sowohl Sprossen als auch Microgreens sind nach der Ernte sofort verzehrfertig und benötigen keine extra Energie, um sie beispielsweise zu garen. Neben einem geringen Anschaffungswert von Anzuchtschalen (egal ob gekauft oder selbst gemacht) halten sich die Kosten für die Sämlinge, den Transport oder eventuellen Energieaufwand innerhalb der Wohnung stark in Grenzen. Die Samen für die zukünftigen Keimlinge können, wenn sie dunkel und trocken gelagert werden, in größeren Verpackungen oder als Sammelkauf für den Freundeskreis erworben werden, wodurch sich Kosten und negative Umweltauswirkungen (z. B. durch den Transport)  noch weiter reduzieren lassen.

Der Anbau nimmt vergleichsweise wenig Platz ein, wodurch Sprossen und Microgreens ganzjährig auch innerhalb der Wohnung großgezogen werden können. Außerdem wachsen sie schnell und machen wenig Arbeit. Da die kleinen Pflanzen von Natur aus auf Wachstum ausgelegt sind, stecken sie zu Beginn ihres Daseins voller Nährstoffe, die auch uns zu Gute kommen, wenn wir nicht nur die ausgewachsenen Gemüsesorten essen.

Als leckere und aromatische Ergänzung heben Sprossen und Microgreens nahezu jedes Gericht, sowohl geschmacklich als auch optisch, auf ein 5-Sterne-Level.

 

Vielfältiges Saatgut für Sprossen und Microgreens

Schnell wachsende Kräuter- und Gemüsesorten eignen sich besonders gut für die Anzucht von Sprossen und Microgreens.

Der Bekannteste Vertreter ist hierbei wohl die Kresse. Aber auch Minze, Senf, Buchweizen, Sonnenblumenkerne, Koriander und Weizengras lassen sich hervorragend in der heimischen Küche als Sprossen und Microgreens kultivieren.
Darf es noch diverser werden? Probieren Sie auch Rauke, Brokkoli, Radieschen, Mungobohnen und Alfalfa aus.

Egal ob Sie für die Anzucht eine sogenannte Sprossenbox oder eine kleine Anzuchtschale verwenden: Sie benötigen in beiden Fällen nicht viel Platz, müssen sich in der Regel nur ein- bis zweimal am Tag um die Pflänzchen kümmern (meist reicht einfaches Abspülen mit klarem Wasser) und haben schnell Kulturerfolge. So können Sie in kurzer Zeit zum Hobbygärtner in den eigenen vier Wänden werden.

Beachten müssen Sie lediglich zwei Dinge:

  1. Handelt es sich um Lichtkeimer oder Dunkelkeimer?
  2. Die Keimlinge brauchen ausreichend Licht, um zu wachsen. Sie wachsen daher besser auf der Fensterbank als in der dunklen Speisekammer.

Eine bessere Ernte erzielen Sie, wenn Sie das Saatgut vor der Anzucht einige Stunden in Wasser einweichen. Im Internet finden Sie ausführliche Tabellen, in denen die einzelnen Anforderungen an die Sämlinge hinterlegt sind.

 

Sprossen und Microgreens lassen sich mit verschiedenen Gerichten kombinieren

Wer kennt es nicht: das Kressebrot. Dieses Relikt aus Uromas Rezeptebuch bildet aber gerade erst den Anfang der Bandbreite, in denen Sprossen und Microgreens zum Einsatz kommen. Je nach Gusto und intensivem Geschmack der kleinen Grünlinge ergänzen sie das Kressebrot zu einem absoluten Powerfood. In Salaten kommen die nussigen oder auch erfrischend scharfen Sprossen und Microgreens besonders gut zur Geltung.

Doch auch als schmackhafter Dekor auf Kürbissuppen oder als Kräuterzugabe in Speisequark wird unser Immunsystem bestens von den gesunden Inhaltsstoffen der kleinen Keimlinge unterstützt. Wie wäre es außerdem, wenn Sie Ihrem Green-Smoothie am Morgen das gewisse Etwas verpassen? Probieren Sie sich aus und kombinieren Sie verschiedene Sprossen und Microgreens nach Belieben.

Egal ob zu Tartes, Suppen, Salaten oder einfach nur aufs Brot – Sprossen und Microgreens sind mit ihrem besonderen Geschmack und ihrem erhöhten Anteil an Vitamin A, B6, C, Spurenelementen und Protein eine wunderbare Ergänzung auf unserem täglichen Speiseplan. Durch die geringen Anschaffungskosten, den wenigen Platz, den sie beanspruchen und die überschaubare Pflege, die sie benötigen, haben sich Sprossen und Microgreens auf jeden Fall einen Platz in unserer Küche verdient.