Sport gegen Depressionen

Bewegung schützt vor Trübsinn

Sportliche Betätigung schützt psychische gesunde Menschen vor Depressionen. Zu diesem Schluss kommt eine jüngst veröffentlichte Metastudie aus Australien und bestätigt damit frühere Ergebnisse: Bewegung ist ein gutes Antidepressivum, das prophylaktisch angewendet werden sollte und wichtig für die Psychohygiene ist.

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Bereits moderate Bewegung reicht aus, um einen Schutzeffekt vor Depressionen zu entfalten. Es muss ja nicht gleich Hochleistungssport oder ein Ultramarathon sein. Radfahren, Spazieren gehen, Schwimmen oder Aqua-Jogging halten fit und schützen für Trübsinn. Sport ist ein prophylaktisches Antidepressivum für jung und alt.

 

Bei einer Depression handelt es sich um eine ernste, psychische Erkrankung. Es ist nicht einfach eine „schlechte Laune“, die man mit „Nun hab Dich mal nicht so!“ abtuen sollte. Betroffene fühlen sich schlecht, traurig und antriebslos. Sie verlieren das Interesse an all jenen Dingen, die ihnen vor der Erkrankung Spaß gemacht haben – beispielsweise Hobbys, Freunde oder auch Bewegung.

Eine Überblicksstudie aus Australien, die 49 einzelne Studien zusammenfasste, kommt nun zu der Erkenntnis, dass Personen, die sich nur wenig bewegen, ein deutlich höheres Risiko besitzen, eine Depression zu entwickeln, als sportliche Menschen. Sportliche Betätigung und das Achten auf die eigene Fitness sind daher wichtige Stellschrauben im Kampf gegen die Depression. Allein für Deutschland wird von Experten geschätzt, dass dem Staat und der Wirtschaft durch das Krankheitsbild „Depression“ Kosten von 21,9 Milliarden Euro Jahr für Jahr entstehen. Der riesige Betrag kommt zusammen durch die Behandlungskosten, die verminderte Produktivität der erkrankten Mitarbeiter und die höheren Fehlzeiten. Vermutlich gehen fast 25 Prozent aller Fehltage auf das Konto des Krankheitsbildes.

 

Sport und Bewegung sind für die Psychohygiene wichtig

Sport und ausreichend Bewegung sind wichtig für die Psychohygiene eines jeden Menschen  – unabhängig von Alter, Herkunft oder Gesundheitszustand. Auch alte und/oder kranke Menschen sollten daher auf jeden Fall zu mehr Bewegung animiert werden.

 

 

In die australische Metastudie flossen letztlich viele Befragungen und Daten ein. Sie kommt auf eine Teilnehmerzahl von knapp 267.000 Personen auf der ganzen Welt, die unter anderem in Europa, Nordamerika und Ozeanien lebten und die mehrfach befragt wurden. Die Forscher aus Sidney stellten bei der Auswertung der Daten fest, dass bereits wenig Bewegung große Effekte erzielen kann und dabei hilft, eine Depression zu verhindern. Sport als Rezept gegen Depression funktioniert unabhängig vom Alter, denn sowohl bei Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren tritt das selbe Ergebnis ein: Eine Stunde Sport pro Tag und das Risiko, an einer Depression zu erkranken, sinkt deutlich. Das Rezept Sport als Prophylaxe gegen Depression kostet nicht viel – außer etwas Disziplin.

 

Sportprogramme auch für Therapieeinrichtungen wichtig bei der Behandlung der Depression

Die Daten der Metastudie stimmen mit den Erkenntnissen einer Studie aus dem Jahr 2017 überein. Sie kam zu dem Schluss, dass 12 Prozent aller Depressionen durch Sport hätten verhindert werden können. Die jetzt bestätigten Ergebnisse helfen nicht nur jedem Einzelnen, etwas gegen sein persönliches Depressionsrisiko mit all seinen Folgeerkrankungen zu tun, sondern geben vor allem jenen Einrichtungen eine Handlungsempfehlung an die Hand, die Menschen mit Depressionen betreuen und behandeln. Sie sollten Betroffene motivieren, Sport zu machen und sich mehr zu bewegen. Dafür müssen entsprechende Angebote ausgebaut und erweitert werden.

Sport als Antidepressivum hat darüberhinaus nur positive Nebenwirkungen. Die Bewegung schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hilft durch den erhöhten Kalorienverbrauch dabei, kein Übergewicht zu entwickeln.

 

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