40. Schwangerschaftswochen

SSW 40 - Tag 274 bis 280 der Schwangerschaft

Statistisch gesehen endet in der 40. Schwangerschaftswoche Ihre Schwangerschaft mit der Geburt Ihres Kindes. In der Praxis ist es vielleicht schon da, vielleicht lässt es aber auch noch zwei Wochen auf sich warten. Da sich für Baby, Mutter und Vater nun alles um die anstehende Geburt dreht, soll hier erklärt werden, wie eine Geburt – auch wenn sie jedes Mal anders ist – im Großen und Ganzen abläuft.

Das Baby in der 40. SSW

Fertig. Es kann losgehen. Aber anders als die meisten Säugetiere ist ein menschliches Baby bei der Geburt eigentlich noch gar nicht „fertig“. Es kann sich nicht selbstständig ernähren und es kann sich nicht allein fortbewegen. Zum Überleben ist es auf seine Eltern angewiesen. Wie bis zur 40. Schwangerschaftswoche wird es sich also auch in den kommenden Wochen und Monaten rasant weiterentwickeln und dazulernen. Trotz allen Stresses mit einem Neugeborenen, versuchen Sie die Fortschritte in einem Babytagebuch festzuhalten. Diese magischen Momente werden Sie auch in Jahren noch begeistern.

Die Mutter in der 40. SSW

Möglicherweise tut sich bei Ihnen in der 40. Schwangerschaftswoche noch gar nichts. Auf dem CTG sind keine Wehen zu sehen und der Muttermund ist auch noch geschlossen. Aber das ist kein Grund zu verzweifeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Baby in einer Woche da ist, liegt bei rund 90 Prozent. Die wenigsten Babys sind „pünktlich“, denn der errechnete Geburtstermin ist lediglich eine grobe Schätzung.

Der Vater in der 40. SSW

Versuchen auch Sie in der 40. SSW ruhig zu bleiben und nicht ständig zu fragen: „Wie fühlst du dich? Spürst du schon was?“. Gut Ding will Weile haben, und vielleicht dauert es einfach noch eine oder auch zwei Wochen!

Wussten Sie schon?

Tipps und Hinweise für die 40. SSW

In der 40. Schwangerschaftswoche ist die Geburt das vorherrschende Thema. Damit Sie wissen, wie sie unterteilt wird und was in der Klinik unmittelbar danach geschieht, soll hier der Ablauf zusammengefasst werden.

  • Die gesamte Geburt wird von Wehen Diese Kontraktionen der Gebärmutter werden im Verlauf der Geburt stärker, die Abstände dazwischen kürzer. Dennoch gibt es bis zum Ende Wehenpausen, damit die von den Kontraktionen abgeklemmte Blutversorgung der Plazenta aufrechterhalten werden kann, aber auch damit Sie wieder Atem schöpfen können. Die Kontraktionen breiten sich vom oberen Rand der Gebärmutter nach unten Richtung Muttermund aus und schieben so das Baby in den Geburtskanal.
  • Bei der Geburt werden drei Phasen unterschieden:
    • Mit den ersten regelmäßigen Wehen beginnt die Eröffnungsphase. Unter den Wehen drückt der Kopf des Kindes nach unten, verkürzt den Gebärmutterhals und weitet den Muttermund bis er groß genug ist, damit das Baby hindurchpasst. Bleiben die Wehen regelmäßig, werden kräftiger und verkürzen sich die Abstände auf 10 bis 15 Minuten, können Sie sich aufmachen in die Klinik.
      Hier wird normalerweise der Muttermund untersucht und es wird ein CTG geschrieben. Möglicherweise wird Ihnen angeboten, einen Einlauf zu machen, der die Wehentätigkeit zusätzlich anregt und den Enddarm entleert. Pflicht ist er nicht.
    • Die Eröffnungsphase kann sehr unterschiedlich lang sein, bei der ersten Schwangerschaft ist sie im Durchschnitt acht Stunden lang, kann aber auch 24 Stunden dauern. Bei nachfolgenden Geburten kann sie teilweise sehr schnell gehen. Für Sie gilt: Aushalten, entspannen, locker lassen!
    • Ist der Muttermund vollständig geöffnet, beginnt die Austreibungsphase, während der das Baby auf die Welt kommt. Spätestens jetzt platzt meistens die Fruchtblase. Mit zwei Drehungen „schraubt“ sich das Baby unter dem Druck der Presswehen durch den Geburtskanal. Der Kopf ist rund, fest und das größte Körperteil: Er bahnt den Weg und sobald er hindurch ist, folgt der Rest verhältnismäßig leicht. Auch diese Phase dauert bei der ersten Geburt meistens länger als bei nachfolgenden. Helfen Sie Ihrem Kind und pressen Sie: nach einer halben Stunde haben Sie es wahrscheinlich geschafft. Ihr Kind ist da!
    • Die Geburt ist jedoch noch nicht ganz vorüber. In der Nachgeburtsphase zieht sich die Gebärmutter erneut zusammen, bis sich die Plazenta abgelöst hat und ebenfalls geboren ist. Die zurückbleibende Wunde führt zu Blutungen, die schnell nachlassen, aber insgesamt mehrere Tage oder gar Wochen anhalten.
  • Ist das Baby geboren, wird die Nabelschnur abgeklemmt und durchtrennt. Das darf auch der stolze Vater tun! Jetzt ist nach 40 Schwangerschaftswochen die Sauerstoffversorgung über die Mutter gekappt, und das Baby muss selbst atmen. Im Geburtskanal wird der Brustkorb des Babys so zusammengedrückt, dass das Fruchtwasser herausgepresst wird. Dehnt er sich dann wieder aus, atmet das Kind zum ersten Mal Luft. Im gleichen Moment stellt sich sein Kreislauf um und verschließt die Blutgefäße zur Nabelschnur. Ein wenig husten und niesen und schon nach einer Minute atmen die meisten Kinder ganz normal. Bei Bedarf werden Fruchtwasser oder Schleim von der Hebamme abgesaugt. Haben Sie geplant, das Nabelschnurblut einzulagern, wird dies unmittelbar im Anschluss an die Geburt entnommen, denn das Zeitfenster zur Gewinnung der Stammzellen ist kurz: Erschlafft die Nabelschnur, so lässt sich meist nicht mehr genügend Nabelschnurblut entnehmen, um ein Stammzelldepot anzulegen.
  • Bei der Erstversorgung säubert die Hebamme vorsichtig das Gesicht des Neugeborenen. Ist alles gut gegangen, wird Ihnen Ihr Baby jetzt auf die Brust gelegt. Ein unbeschreiblicher Moment.
  • Währenddessen und fast unbemerkt wird bei Ihnen nun untersucht, ob eventuell ein Dammriss entstanden ist. Wenn ja, oder wenn ein Schnitt gesetzt werden musste, so wird dieser jetzt versorgt.
  • Dreimal – eine, drei und zehn Minuten nach der Geburt – wird bei Ihrem Baby der sogenannte APGAR-Test durchgeführt, um seinen Gesundheitszustand einzuschätzen. Dabei werden Atmung, Puls, Muskelspannung, Hautfarbe und Reflexe beurteilt.
  • Auch die U1, die allererste Vorsorgeuntersuchung findet noch im Kreißsaal Das Baby wird auf Fehlbildungen und Verletzungen untersucht, Herz und Lunge werden überprüft, und es wird gemessen und gewogen.

Eben noch 40. Schwangerschaftswoche und jetzt Mutter. Ja, es ist Ihres, und ja, es bleibt jetzt da!

Disclaimer
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