39. Schwangerschaftswoche

SSW 39 - Tag 267 bis 273 der Schwangerschaft

Noch zwei Wochen bis zum Termin, und in vier Wochen ist es spätestens da! In der 39. Schwangerschaftswoche ist das Ende langsam absehbar. Machen Sie sich noch einmal bewusst, was in den letzten Monaten alles passiert ist. Ein vollständiger, kleiner Mensch ist in Ihrem Bauch herangewachsen und nun bald bereit, auf der Bühne des Lebens sein Debüt zu geben. Empfangen Sie ihn mit Liebe und gestehen Sie ihm ruhig erst einmal die Hauptrolle zu, ohne sich dabei aber völlig selbst zu vergessen.

Das Baby in der 39. SSW

In der 39. Schwangerschaftswoche ist Ihr Baby eigentlich fertig, um auf die Welt zu kommen. Vielleicht ist es aber einfach noch nicht bereit. Es wird jeden Tag noch ein wenig schwerer und reifer. Wenn es soweit ist, macht es sich von ganz allein auf den Weg. Nicht selten bestimmen auch Sie selbst ein wenig, wann dieser „richtige“ Moment ist: Möglicherweise lassen Sie innerlich erst locker, wenn die Geschwister gut untergebracht sind oder der werdende Vater am Wochenende zu Hause ist.

Die Mutter in der 39. SSW

Es wäre komisch, wenn Sie in der 39. Schwangerschaftswoche ohne zwiespältige Gedanken auf die nächsten Wochen blicken würden. Aber vertrauen Sie Ihrem Körper ruhig ein wenig. Er ist in einer solchen Ausnahmesituation stärker als Sie denken. Sie werden über sich selbst staunen. Vertrauen Sie auch auf die Erfahrung der Hebammen, die nicht nur „irgendwie das Baby herausholen“, sondern wissen, was sie tun und Sie auch seelisch unterstützen.

In der Brust sammelt sich jetzt noch keine richtige Muttermilch, sondern das sogenannte Kolostrum, das sehr nahrhaft und reich an Immunglobulinen ist. Diese Antikörper sind im Grunde wie eine Art „Impfung“ gegen die Keime, denen das Baby in der ersten Lebenszeit ausgesetzt ist. Auch wenn Sie nicht stillen möchten, sollten Sie versuchen, Ihrem Baby nach der Geburt diese Vormilch zu geben. Auch für das Bonding – die Entwicklung der Beziehung zwischen Mutter und Kind – ist diese Kuscheleinheit hilfreich.

Der Vater in der 39. SSW

Sind Sie inzwischen zum Hobby-Koch geworden, lohnt es sich in der 39. Schwangerschaftswoche, manchmal gleich eine doppelte Portion zuzubereiten. Frieren Sie einfach die Hälfte ein, damit sparen Sie viel Zeit, über die Sie dankbar sind, wenn Mutter und Kind aus der Klinik kommen.

Wussten Sie schon?

Tipps und Hinweise für die 39. SSW

  • Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen, auch nicht durch neugierige Telefonanrufe und Geschichten, die Ihre Bekannten zum Besten geben. Manche Schwangere versuchen, nach der 39. SSW die Wehen mit Hausmitteln wie einem Wehencocktail oder Abführmitteln auszulösen, aber im Zweifelsfall führt das vor allem zu Verdauungsproblemen und langen Toilettensitzungen. Lassen Sie selbst los und geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit zu kommen, wenn es soweit ist.
  • In der 39. Schwangerschaftswoche – und auch bei der Geburt – sind einige Knochen des Babys immer noch flexibel und nicht verbunden. So besteht zum Beispiel der Schädel noch aus voneinander getrennten Knochenplatten, die im Geburtskanal zusammengedrückt werden. So passt der Kopf besser hindurch. Insgesamt setzt sich das Skelett eines Neugeborenen aus über 300 Knochen zusammen, von denen einige später zusammenwachsen: Bei einem Erwachsenen sind es nur noch 206.
  • Unregelmäßige Übungswehen kennen Sie inzwischen zur Genüge. Werden die Wehen in der 39. SSW regelmäßig und halten länger an, handelt es sich wahrscheinlich um die ersten Eröffnungswehen.
  • Viele Schwangere machen sich Sorgen, dass sich die Nabelschnur um den Hals des Babys wickeln könnte. Das geschieht auch tatsächlich und zwar fast bei jedem vierten Baby. Eine Gefahr stellt dies jedoch nur in seltenen Fällen dar: Ein Sauerstoffmangel droht nur, wenn die Nabelschnur sehr eng um den Hals liegt oder sich gar verknotet. Eine solche Komplikation lässt sich während der Geburt gewöhnlich aber rechtzeitig anhand der Herztöne auf dem CTG erkennen und die Hebamme wird sofort handeln.
  • Auch wenn Ihnen das jetzt noch sehr weit weg vorkommen wird: Machen Sie sich in der 39. Schwangerschaftswoche schon einmal Gedanken um die Verhütung nach der Geburt. Möchten Sie mit dem Geschwisterchen lieber noch ein wenig warten, müssen Sie verhüten: Stillen ist entgegen mancher Behauptungen kein sicherer Schutz. Während der Rückbildungszeit sollten Sie ein Kondom verwenden. Danach, etwa 8 bis 12 Wochen nach der Geburt können Sie sich zum Beispiel eine Spirale einsetzen lassen – das hat den Vorteil, dass Sie sich über mehrere Jahre nicht mehr mit dem Thema befassen müssen. Auch mit einer Hormonspirale können Sie trotzdem Ihr Kind stillen. Nehmen Sie lieber die Pille, kommen für Stillende nur bestimmte Präparate in Frage, da zum Beispiel das Hormon Östrogen Einfluss auf die Muttermilch hat. Lassen Sie sich dazu bei Ihrem nächsten Vorsorgetermin vom Frauenarzt beraten.

Disclaimer
familien-gesundheit.de stellt ausschließlich Beiträge für Informationszwecke bereit. Die Hinweise und Informationen sind nicht zur Selbstbehandlung geeignet. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch, keine professionelle Beratung, keine individuelle Untersuchung oder fachkundige Behandlung durch ausgebildete und anerkannte, im Gesundheitswesen tätigte Experten wie z. B. Ärzte, Apotheker, Hebammen oder Physiotherapeuten.