18. Schwangerschaftswoche

SSW 18 - Tag 120 bis 126 der Schwangerschaft

Wachsender Bauch, Schwangerensport, ein Mittagsschläfchen, saure Gurken und ein Schwatz mit der besten Freundin. Seien Sie schwanger und genießen Sie einfach die folgenden Wochen, auch wenn Ihnen manchmal der Rücken wehtut oder Sie in der 18. Schwangerschaftswoche eigentlich mal wieder Appetit auf das in der Schwangerschaft verbotene Tiramisu oder Sushi hätten. Kommt Ihnen Ihr Partner auch manchmal schwanger vor? Sprechen Sie offen mit ihm über Gedanken und Empfindungen und zeigen Sie Verständnis, wenn auch für ihn nicht immer alles klar und einfach ist.

Das Baby in der 18. SSW

Beeindruckend, wie schnell das geht. In der 18. Schwangerschaftswoche misst Ihr Baby vom Scheitel bis zum Steiß bis zu 14 Zentimeter und wiegt um die 150 Gramm. Das heißt, in den letzten drei Wochen hat sich sein Gewicht ungefähr verdreifacht! Noch hat es aber viel Platz in der Gebärmutter und macht fleißig Turnübungen. Ungefähr in der 18. SSW verfeinert sich die Ohrstruktur und der Hörnerv verbindet sich mit dem Gehirn. Ab jetzt nimmt das Baby die Bauchgeräusche der Mutter, ihre Stimme, aber auch Geräusche außerhalb deutlicher wahr. Gespräche, Musik, Kinderlärm – die ersten Boten der Außenwelt dringen in sein Bewusstsein.

Die Mutter in der 18. SSW

In der 18. Schwangerschaftswoche steht die Gebärmutter nur noch etwa drei Zentimeter unter dem Bauchnabel. Sie ist jetzt ungefähr so groß wie eine Honigmelone und gut spürbar. Der wachsende Bauch verändert langsam die Statik des Körpers, das Gewebe lockert sich, und das Hormon Relaxin sorgt für eine Entspannung der Gelenke: Eine Kombination, die bei vielen Frauen im 2. Schwangerschaftsdrittel zu Rückenschmerzen führt. Beugen Sie mit passenden Sportangeboten vor und machen Sie zur Linderung feuchtwarme Wickel. Die wachsende Gebärmutter kann auch auf den Ischiasnerv drücken, der durch das Becken verläuft und teilweise heftigen Schmerz vom unteren Rücken über den Po bis in das Bein verursachen kann. Hier helfen Massagen, Bewegung und vielleicht ein warmes Wannenbad. Weiterhin ist es auch in und nach der 18. SSW wichtig, auf eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit zu achten, denn während der gesamten Schwangerschaft wirkt das Hormon Progesteron nicht nur beruhigend auf den Körper, sondern auch auf den Darm, der daher langsamer arbeitet und zu Verstopfungen neigt.

Der Vater in der 18. SSW

Schwanken zwischen Lachen und Weinen, zwei Kilo mehr auf der Waage, Spagat zwischen Kumpelabend und dem Wunsch, sich um die Liebste zu kümmern – Kommen Sie sich manchmal auch ein bisschen schwanger vor? Das kann durchaus sein, denn wie schon in der 1. Schwangerschaftswoche beschrieben, sind auch bei vielen werdenden Vätern Hormonveränderungen nachweisbar und die Beschäftigung mit der neuen Familiensituation kann zeitweise stark verunsichern. Nicht unbedingt leichter macht, dass es mit dem Sex gerade auch ein wenig schwierig ist. Während Ihre Partnerin in der 18. Schwangerschaftswoche nun vielleicht wieder mehr Lust hat, ist das bei Ihnen vielleicht gerade weniger der Fall. Das liegt jedoch nicht an den Hormonen, sondern eher an psychischen Faktoren: Vielen Männern fällt es nicht ganz leicht, sich an den wachsenden Bauch und auch an die neue „Funktion“ des Körpers ihrer Partnerin zu gewöhnen, manche haben Angst, dem Kind zu schaden oder Wehen auszulösen, und wieder andere meinen, sie fühlten sich vom Baby „beobachtet“. Anstatt dies als lächerlich abzutun, sollten Sie mit Ihrer Partnerin offen darüber sprechen, denn für eine gute Beziehung sind die Empfindungen beider Partner wichtig.

Wussten Sie schon?

Tipps und Hinweise für die 18. SSW

  • Da das Baby jetzt Geräusche klarer wahrnimmt, kann es auch durch Lärm gestört werden: Für ein lautes Rockkonzert ist es jetzt vielleicht nicht mehr die richtige Zeit. Umgekehrt ist es aber ab der Schwangerschaftswoche so, dass sich das Baby nun langsam an Stimmen und bestimmte Geräusche gewöhnt. Es ist erwiesen, dass ein Neugeborenes auf die Stimmen der Eltern anders reagiert als auf fremde Stimmen. Reden Sie also öfter mal miteinander oder spielen Sie dem Baby – nicht zu laute – Musik vor. Besonders schön ist es, wenn Sie dazu tanzen und das Baby auch die rhythmische Bewegung wahrnimmt.
  • Bauch, Brüste und Hüften nehmen an Umfang zu, die Haut muss sich dehnen, und es können sogenannte Schwangerschaftsstreifen Das sind kleine, durch die Dehnung entstehende Risse in der Unterhaut, die die darunter liegenden Gefäße durchschimmern lassen und dadurch rötlich oder bläulich erscheinen. Nach der Geburt verblassen sie und sehen dann ähnlich aus wie Narben. Schwangere mit schwächerem Bindegewebe oder auch sehr großem Babybauch werden wahrscheinlich nicht darum herumkommen. Regelmäßige Zupfmassagen und das Einreiben mit durchblutungsförderndem Öl können dem eventuell vorbeugen – genau weiß das keiner, denn es kann ja niemand sagen, ob ohne Massagen mehr Streifen aufgetreten wären. Eine Bauchmassage – die auch der werdende Papa übernehmen kann – ist aber schön und wie ein kleiner Gruß an das Baby. Warum also nicht!
  • Muss aus besonderen Gründen eine Blutanalyse des Babys vorgenommen werden, ist ab der 18. SSW eine Nabelschnurpunktion (Cordozentese) möglich. Das kann der Fall sein, wenn es Auffälligkeiten bei den Blutwerten der Mutter, beim Ultraschall oder die Chorionzottenbiopsie bzw. Amniozentese gab. Es kann beispielsweise der Verdacht auf eine Blutarmut (Anämie) oder auf eine Infektion des Ungeborenen bestehen. Der Schwangeren wird bei der Cordozentese durch die Bauchdecke mit einer Punktionsnadel Blut aus der Nabelschnurvene des Babys entnommen. Daran lassen sich Tests zur Blutgruppen- und Antikörperbestimmung, zu Stoffwechselstörungen aber auch Röteln und Toxoplasmose vornehmen. Im Bedarfsfall ist auf diese Weise auch eine Medikamentengabe über die Nabelschnur möglich. Auch Zellmaterial für eine Chromosomenuntersuchung kann bei einer Nabelschnurpunktion entnommen werden. Da eine durch die Pränataldiagnostik erkannte chromosomale Besonderheit nicht „heilbar“ ist, müssen Sie sich bei einem eventuellen positiven Befund entscheiden, Ihr Kind mit seiner Besonderheit anzunehmen oder über die Beendigung der Schwangerschaft nachdenken. Die Nabelschnurpunktion selbst ist nicht risikofrei, Risiken sind zum Beispiel Fruchtwasserverlust, Gebärmutterverletzungen, Blutungen und Infektionen. Das Fehlgeburtenrisiko liegt je nach Studie zwischen 1 und 7 Prozent.

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