16. Schwangerschaftswoche

SSW 16 - Tag 106 bis 112 der Schwangerschaft

In den ersten Schwangerschaftsmonaten steht die Ausbildung der lebenswichtigen Organe an erster Stelle. Ist alles angelegt und haben alle Organe mehr oder weniger ihre Funktion aufgenommen, steht ab der 16. Schwangerschaftswoche vor allem erst einmal das Wachstum im Vordergrund. Außerdem muss der kleine Körper ein wenig Fett einlagern, damit er für seine ersten Tage auf dieser Welt ein paar Reserven hat. Je nachdem, wie schnell das Kleine jetzt und in den nächsten Wochen wächst, können manche Frauen schon erste winzige Bewegungen spüren. Gerade wer zum ersten Mal schwanger ist und noch keine Erfahrung hat, wird aber wohl noch zwei bis drei Wochen darauf warten müssen.

Das Baby in der 16. SSW

Mit guten elf Zentimetern würde das Baby in der 16. Schwangerschaftswoche noch gut in Ihre Hand passen. Es ist nun etwa so groß wie die Plazenta, die in der nächsten Zeit noch einmal kräftig zulegt. Neben der Ausbildung der Gehirnzellen – zwischen 100.000 und 250.000 pro Minute! – steht in diesen Wochen die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale im Vordergrund. Mit etwas Glück lässt sich auf dem Ultraschall vielleicht schon ahnen, ob es ein Junge oder Mädchen wird, die Angabe ist aber noch mit Vorsicht zu genießen, da sich die Geschlechtsorgane zu diesem Zeitpunkt noch sehr ähnlich sehen. Außerdem wird auf dem Kopf die Anordnung der Haare festgelegt und die Rillen des einzigartigen Fingerabdrucks entstehen an den winzigen Fingerkuppen. Die Photorezeptoren im Auge reagieren bereits auf helles Licht und das Baby macht erste langsame Augenbewegungen. Auch erste Geräusche kann das Ungeborene wahrnehmen, das erste, was es hört sind die Herz- und Darmgeräusche der Mutter, aber auch ihre Stimme.

Die Mutter in der 16. SSW

Die Gebärmutter ist in der 16. Schwangerschaftswoche weiter gewachsen und beinhaltet jetzt schon rund 250 Milliliter Fruchtwasser. Frauen, die schon einmal schwanger waren, fühlen in der 16. SSW vielleicht schon erste Bewegungen wie ein leichtes Flattern im Bauch. Bei den meisten und vor allem, wenn es das erste Kind ist, kommt diese Wahrnehmung aber erst ein wenig später – vielleicht auch, weil sich die kleinen Bewegungen schwer von Blähungen oder Verdauungsbewegungen unterscheiden lassen. Fühlen Sie sich jetzt zum Ende des 4. Schwangerschaftsmonats wieder so richtig fit, nutzen Sie die Zeit für Unternehmungen, solange der Bauch noch nicht im Wege ist! Sport, Ausflüge, Treffen mit Freunden oder eine kleine Reise bieten sich an.

Der Vater in der 16. SSW

Schwangere dürfen nicht schwer tragen – „schwer“ heißt in anderen Umständen: Sie sollten nicht mehr als fünf bis zehn Kilogramm heben. Mit einem Sack Kartoffeln, zwei Litern Saft, einer Milch und ein wenig Fleisch, Obst und Gemüse ist man schnell bei dieser Grenze angelangt, und eine Kiste Mineralwasser wiegt sogar über 15 Kilo. Wie wäre es, wenn Sie in der nächsten Zeit die Großeinkäufe erledigen? Auch ein voller Wäschekorb ist nicht gerade leicht, und je dicker der Bauch wird, desto schwieriger ist es, die Wäsche aus der Maschine zu holen und den Korb überhaupt zu tragen. Fazit: Nicht alle Hausarbeit ist jetzt Männersache, aber Arbeitsteilung muss sein!

Wussten Sie schon?

Tipps und Hinweise für die 16. SSW

  • Haben Sie sich aus Altersgründen oder wegen auffälliger Vorbefunde im Rahmen der Pränataldiagnostik für eine Fruchtwasserpunktion entschieden, so wird diese üblicherweise zwischen der Schwangerschaftswoche und der 18. SSW vorgenommen. Mit einer Punktionsnadel wird durch die Bauchdecke etwas Fruchtwasser aus der Gebärmutter entnommen und auf Chromosomen-Anomalien bei dem Baby untersucht. Die sogenannte Amniozentese ist nicht ganz risikofrei für Mutter und Kind und sollte daher gut abgewogen werden.
  • Wie oben bereits bemerkt, sollten Schwangere nicht zu viel heben. Das gilt selbstverständlich auch für die Arbeit. Frauen, die während der Arbeit regelmäßig und/oder schwer heben müssen, sollten Ihren Arbeitgeber so früh wie möglich über die Schwangerschaft informieren, denn ab diesem Moment greift das Mutterschutzgesetz.
  • Da die Durchblutung bei Schwangeren insgesamt stärker ist, neigen sie leider auch vermehrt zu Zahnfleischbluten oder eventuell auch Nasenbluten. Besonders wenn in der Heizperiode die Luft trocken ist, kann ein kleines Blutgefäß in der Nase schneller platzen. Tropft es, lassen Sie den Kopf nach vorne hängen, drücken die Nase zusammen, damit das Gefäß abgedrückt wird und legen Sie einen kalten Waschlappen in den Nacken. Zur Pflege bietet sich eine sanfte Nasensalbe mit Panthenol an.
  • Auch wenn die Geburt immer noch weit weg ist, stellt sich auch schon in der 16. Schwangerschaftswoche die Frage nach dem richtigen Geburtsort. Bei einer Risikoschwangerschaft stellt sich die Wahl nicht, aber verläuft die Schwangerschaft normal, haben Sie die Wahl zwischen einer Klinik, dem Geburtshaus oder gar einer Hausgeburt. Wägen Sie ab zwischen der Routine und Notfallversorgung im Krankenhaus und der persönlicheren Betreuung in einem Geburtshaus. Erkundigen Sie sich über die Möglichkeiten in Ihrer Nähe und fragen Sie nach Besichtigungsterminen. Die meisten Krankenhäuser und Geburtshäuser haben feste Tage, an denen Sie Kreißsäle und Stationen zeigen und Fragen beantworten. Wenn Sie mehrere vergleichen möchten, sollten Sie diese Termine bald erfragen, damit es am Ende nicht eng wird.

Disclaimer
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