11. Schwangerschaftswoche

SSW 11 - Tag 71 bis 77 der Schwangerschaft

Sie nähern sich nun dem Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels, und Ihr Körper hat – auch wenn das Bäuchlein immer noch klein ist – bis zur 11. Schwangerschaftswoche schon große Veränderungen gemeistert. Immerhin ist aus einer Eizelle und einer Samenzelle inzwischen schon ein menschenähnliches Wesen von vier bis fünf Zentimeter Länge geworden! Im Vorsorgeplan steht zwischen der 9. und der 12. SSW das erste Ultraschall-Screening an. Wer möchte, kann auch – auf eigene Kosten – das umfangreichere Ersttrimester-Screening vornehmen lassen. Die Entscheidung dafür oder dagegen ist nicht leicht, mehr dazu weiter unten.

Das Baby in der 11. SSW

Während der 11. Schwangerschaftswoche streckt sich der Körper des Babys ein wenig und der Hals wächst, sodass Kopf, Nacken und Rücken besser voneinander abgegrenzt sind. Inzwischen kann das Baby seinen Mund öffnen, es kann gähnen und auch schon schlucken. Im Kiefer werden die ersten Zähne angelegt, und der Verdauungstrakt kann bereits ein wenig Zucker verdauen. Auch die Geschlechtsteile werden weiter ausgebildet, für eine Unterscheidung ist es aber immer noch zu früh!

Die Mutter in der 11. SSW

Die Gebärmutter ist in der 11. Schwangerschaftswoche schon deutlich angewachsen und füllt fast den gesamten Beckenbereich aus. In der folgenden Zeit wächst die Gebärmutter nach oben. Im Moment schwimmt das etwa daumenlange Baby in nur rund 30 Milliliter Fruchtwasser, die Fruchtwassermenge wird sich aber bis etwa zur 34. SSW noch auf fast einen Liter erhöhen. Bei vielen Schwangeren lässt nun die Übelkeit ein wenig nach, es lässt sich jedoch nicht allgemein sagen, wer wann unter welchen Schwangerschaftsbeschwerden leidet. Müdigkeit, Kopf- oder Rückenschmerzen, Sodbrennen, Schwindel und Hautprobleme treten bei manchen früher, bei anderen später und bei wieder anderen gar nicht auf oder kehren im Laufe der Schwangerschaft immer mal wieder.

Der Vater in der 11. SSW

Möchten Sie Ihrer Partnerin beim „Schwangersein“ nicht einfach nur zusehen, sollten Sie aktiv die der Planung des Familienlebens in die Hand nehmen. Ein Kind bringt immer auch Kosten mit sich. Selbst wenn in der 11. Schwangerschaftswoche die Geburt noch weit weg scheint, kann es sich doch lohnen, über gewisse finanzielle Dinge nachzudenken und eine Kalkulation der zukünftigen Ausgaben aufzustellen. Hartz-IV-Empfänger sollten sich beispielsweise beizeiten im Jobcenter melden, denn ab der 13. SSW steht Schwangeren eine Unterstützung zu. Wer Angst vor den Kosten für die Babyausstattung oder das spätere Kinderzimmer hat, kann jetzt schon ein Sparbuch anlegen, auf das langfristig jeden Monat eine kleine Summe eingezahlt wird – ideal auch als Alternative für ein Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk von den werdenden Großeltern.

Wussten Sie schon?

Tipps und Hinweise für die 11. SSW

  • Fand die erste Vorsorgeuntersuchung in der 7. Schwangerschaftswoche statt, ist es jetzt an der Zeit für den nächsten Vorsorgetermin. Im Übrigen steht zwischen der 9. und der SSW auch die erste der drei von den Krankenkassen bezahlten, großen Ultraschall-Untersuchungen des Babys an. Dabei werden die Größe von Kopf und Bauch sowie die Länge des Oberschenkelknochens des Babys gemessen. Darüber hinaus wird die Lage der Plazenta untersucht, denn, wenn diese besonders tief sitzt, ist bei der Geburt auf bestimmte Dinge zu achten. Auf Wunsch bekommen Sie zu diesem Termin auch sicher ein erstes „Foto“ von Ihrem Baby.
  • Möglicherweise bietet Ihnen Ihr Frauenarzt bei diesem Ultraschall-Screening in der Schwangerschaftswoche auch zusätzliche Leistungen, wie zum Beispiel die Messung der Nackenfalte, den sogenannten Harmony-Test – eine Blutuntersuchung – oder ein Ersttrimester-Screening an. Sie sollten sich die Antwort gut überlegen und am besten schon im Vorfeld darüber nachdenken, welche Untersuchungen Sie durchführen lassen möchten. Lesen Sie hierzu auch noch einmal bei den Tipps zur 9. SSW nach.
    • Ab der SSW bis etwa zur 14. SSW kann das sogenannte Ersttrimester-Screening durchgeführt werden. Dabei wird mittels Ultraschall eine Nackentransparenz-Messung vorgenommen, das heißt, die Größe einer vorübergehenden Flüssigkeitsansammlung im Nacken des Babys bestimmt. Zusätzlich werden mittels einer Blutuntersuchung zwei Hormonwerte abgenommen. Aus einer Kombination der Faktoren kann dann die Wahrscheinlichkeit für eine Chromosomen-Anomalie wie beispielsweise eine Trisomie abgeschätzt werden, auch etwa 50 Prozent der strukturellen Fehlbildungen und schwerer Herzfehlbildungen können erkannt werden. Überlegen Sie sich vorher, wie Sie gegebenenfalls mit einem auffälligen Befund umgehen! Das Ersttrimester-Screening wird als IGeL-Leistung nicht von der Krankenkasse bezahlt.
    • Ist ein Ersttrimester-Screening auffällig, kann der Arzt weitere Untersuchungen vorschlagen. Hierzu gehört eine Plazentapunktion bei der als invasivem Verfahren der Pränataldiagnostik Gewebe aus dem Mutterkuchen entnommen wird. Da die Plazenta das gleiche Erbgut enthält wie der Fötus, kann das Gewebe Aufschluss über die kindlichen Chromosomen geben. Bei dieser sogenannten Chorionzottenbiopsie, die am besten zwischen der und 13. SSW vorgenommen werden sollte, besteht ein Fehlgeburtenrisiko von etwa 0,5 – 2 Prozent. Die Kosten für die Untersuchung werden nur dann von der Krankenkasse übernommen, wenn sie – zum Beispiel wegen eines auffälligen Ultraschallbefunds – medizinisch „notwendig“ ist.
    • Da die Ergebnisse einer Plazentapunktion zwei bis drei Wochen auf sich warten lassen, kann im Rahmen dieser Biopsie mittels des sogenannten FISH-Tests (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung) die Wartezeit für einige Chromosomen-Anomalien verkürzt werden, bei dem das Ergebnis schon nach zwei Tagen vorliegt.

Disclaimer
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