10. Schwangerschaftswoche

SSW 10 - Tag 64 bis 70 der Schwangerschaft

Ungefähr in der 10. Schwangerschaftswoche sind bei Ihrem ungeborenen Baby alle inneren Organe angelegt: Ab jetzt ist es kein Embryo mehr, sondern ein Fötus. In dieser Woche wächst das Baby wiederum etwa einen Zentimeter, und zum ersten Mal soll hier auch ein ungefähres Gewicht angegeben werden: Fünf Gramm, das ist minimal mehr als eine 10-Cent-Münze! Bis spätestens zur 12. SSW steht nun die erste der drei Ultraschall-Untersuchungen während der Schwangerschaft an. Es kann auch sein, dass Ihr Frauenarzt Ihnen weitere – kostenpflichtige – Untersuchungen anbietet, um die Wahrscheinlichkeit für Fehlentwicklungen genauer zu bestimmen. Ob Sie solche Untersuchungen vornehmen lassen möchten, ist eine sehr persönliche Entscheidung, denn es ist immer zu bedenken, was ein möglicherweise auffälliger Befund bei der Pränataldiagnostik für Konsequenzen hat.

Das Baby in der 10. SSW

Auch wenn in der 10. Schwangerschaftswoche bei Ihrem Baby bereits alle Organe angelegt sind, so sind sie noch längst nicht voll funktionsfähig. Der immer noch sehr große Kopf nimmt stetig mehr Form an, die Augen sind von den Lidern bedeckt, die Ohren bilden sich weiter aus und Hals und Nacken zeichnen sich langsam ab. Bis zum Ende der 10. SSW haben sich bei den meisten Babys auch die Verbindungshäute zwischen den Fingern getrennt, sodass sie jetzt aussehen wie richtige kleine Hände. Ab jetzt bewirkt die Hormonausschüttung auch, dass sich die Keimdrüsen bei dem Baby entweder zu Eierstöcken oder zu Hoden entwickeln. Obwohl das Geschlecht bereits bei der Befruchtung feststeht, sind die Anlagen bis etwa zur 10. SSW bei Mädchen und Jungen gleich und erst danach beginnen sich die Geschlechtsmerkmale auszubilden. Im Ultraschall ist das jedoch noch längst nicht zu erkennen.

Die Mutter in der 10. SSW

Bei den meisten Frauen nimmt nach der 10. Schwangerschaftswoche langsam die Kurzatmigkeit wieder ab, denn der Körper hat sich jetzt auf die Schwangerschaft eingestellt. Bei den meisten reicht es immer noch, den Gürtel ein wenig weiter zu stellen oder eine Hose mit Stretchbund zu tragen. Es ist jedoch durchaus möglich, dass Sie vermehrt ein Ziehen im Bauch oder Beckenbereich verspüren, das auf die Dehnung der sogenannten Mutterbänder zurückzuführen ist. Die Mutterbänder halten die Gebärmutter und müssen sich – je mehr der Uterus wächst – dehnen und schwerer tragen. Möglicherweise brauchen Sie jetzt auch einen neuen BH, denn bei fast allen Frauen nimmt die Brust schon im ersten Schwangerschaftsdrittel an Umfang zu. Wählen Sie am besten ein bequemes und elastisches Modell mit verstellbarem Verschluss.

Der Vater in der 10. SSW

Ist es das erste Kind? Auch wenn Sie sich sehr darauf freuen, kann es doch eine wunderschöne Erinnerung an die bisherige Zweisamkeit sein, jetzt noch einmal eine kleine oder auch eine größere Reise zu unternehmen. Machen Sie Ihrer Partnerin doch eine Freude und kümmern Sie sich um eine romantische Auszeit! Bei der Organisation sind jedoch ein paar kleine Dinge zu beachten: Abenteuerurlaub am anderen Ende Welt ist vielleicht auch in der 10. Schwangerschaftswoche nicht mehr ganz das Richtige, denn es wäre gut, wenn am Urlaubsort eine medizinische Versorgung möglich ist, ausreichende hygienische Verhältnisse herrschen und keine besonderen Impfungen nötig sind. Auch Langstreckenflüge sind aufgrund des erhöhten Thromboserisikos bei Schwangeren nicht ideal, der Frauenarzt sollte grünes Licht geben. Auch muss der gebuchte Rückflug vor der 36. SSW liegen, und viele Fluggesellschaften verlangen bereits ab der 28. SSW ein Attest, sonst werden Schwangere nicht mitgenommen. Tipps dazu, was Schwangere alles in der Reiseapotheke haben sollten, finden Sie in unserer Checkliste.

Wussten Sie schon?

Tipps und Hinweise für die 10. SSW

  • Schwangere Hartz IV-Empfängerinnen haben ab der SSW Anspruch auf zusätzliche Mittel. Informieren Sie sich rechtzeitig und stellen Sie den Antrag spätestens jetzt in der 10. Schwangerschaftswoche bei Ihrem Sachbearbeiter im Jobcenter.
  • Bei der Ernährung kommt es nicht darauf an „für zwei zu essen“. Umgekehrt ist eine Schwangerschaft aber auch der denkbar ungeeignetste Zeitpunkt für eine Diät. Viel wichtiger ist es, auf eine ausgewogene, gesunde und vitaminreiche Nahrung zu achten, damit auch das Baby mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Eine Heißhungerattacke sei Ihnen gestattet, aber es sollten nicht jeden Tag Currywurst oder Sahnetorte sein!
  • Zur Ernährung in der Schwangerschaft gehört auch das Thema Alkohol: Verzichten Sie darauf! Entwicklungsstörungen oder Schädigungen des Fötus durch Krankheiten oder genetische Defekte können Sie nicht beeinflussen, aber jene durch Alkoholkonsum sind allein von Ihnen verschuldet und vermeidbar. Das Gleiche gilt übrigens für das Rauchen.
  • Depressionen in der Schwangerschaft: Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft sind eine Sache, sollten Ablehnung und Traurigkeit jedoch über mehr als zwei Wochen andauern, könnte dies ein Anzeichen einer Schwangerschaftsdepression Vor allem, wenn Sie schon einmal unter Depressionen gelitten haben, aber auch, wenn es das erste Mal ist, dass Sie sich so fühlen, sollten Sie unbedingt mit dem Arzt darüber sprechen. Nehmen Sie eine mögliche Schwangerschaftsdepression ernst und lassen Sie sie behandeln!

Disclaimer
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