06. Schwangerschaftswoche

SSW 06 - Tag 36 bis 42 der Schwangerschaft

Schwanger? Schwanger! Aber irgendwie auch noch nicht so richtig. Jetzt in der 6. Schwangerschaftswoche ist noch nichts zu sehen, Ihnen ist vielleicht schlecht, und was in einem Dreivierteljahr ist, weiß sowieso noch kein Mensch. Müdigkeit, Traurigkeit und Launenhaftigkeit sind an der Tagesordnung, und zu allem Überfluss fragen Sie sich vielleicht, ob denn das nun wirklich die richtige Entscheidung war. Diese Zweifel sind ganz normal, und es tut im Grunde auch gut, sich dem Ganzen mit ein wenig Distanz und Überlegung zu nähern. Wenig hilfreiche Sprüche wie „Du hast dich doch sooo gefreut …!“ oder „Das hättest du dir früher überlegen müssen“, sollten Sie tunlichst ignorieren, denn auch, wenn Ihnen jetzt manches ungeheuer schwierig vorkommt, werden Sie dennoch eine gute und liebevolle Mutter werden. Vielleicht versöhnt Sie der Gedanke an das kleine Herz, das in Ihrem Körper gerade zu schlagen beginnt, ja wieder mit Ihrem Zustand.

Das Baby in der 6. SSW

Kaum größer als ein Stecknadelkopf, aber das kleine Herz schlägt schon! In der 6. Schwangerschaftswoche formt sich der Herzmuskel und beginnt mit winzigen, flatternden Bewegungen zu schlagen: Es ist das erste funktionierende Organ Ihres Babys. Im Übrigen sieht das kleine Wesen zur Zeit noch eher wie eine Kaulquappe als wie ein kleines Menschlein aus. Der Kopf, in dem bereits jetzt die ersten Hirnareale für Großhirn, Kleinhirn, Zwischenhirn und das zentrale Nervensystem entstehen, macht über die Hälfte des Körpers aus. Außerdem bildet sich in der 6. Schwangerschaftswoche allmählich die Wirbelsäule heraus. Das anfängliche Neuralrohr, aus dem Gehirn und Rückenmark entstehen, schließt sich gegen Ende der Woche. Der restliche Körper wirkt – als Relikt der Evolution – wie ein Schwanz, an dem sich nahe dem Herzen zwei kleine Knospen für die Arme und etwas darunter zwei für die Beine bilden. Die Nabelschnur, die den Embryo mit der wachsenden Plazenta verbindet, ist zur Zeit dünner als Garn.

Die Mutter in der 6. SSW

Sind Sie zum ersten Mal schwanger, hat sich Ihr Bauch wahrscheinlich noch nicht verändert. Kommt er Ihnen schon dicker vor, liegt das eher an schwangerschaftsbedingten Blähungen. Leiden Sie unter Schwangerschaftsübelkeit, kann es sogar sein, dass Sie in der 6. Schwangerschaftswoche ein wenig abnehmen. Wenn nicht, ist es möglich, dass Sie schon ein wenig zugenommen haben. Bei einer zweiten oder weiteren Schwangerschaft kommt es vor, dass der Hosenknopf schon jetzt nicht mehr richtig zu geht. Der Frauenarzt oder eine Hebamme kann eventuell bereits eine Vergrößerung der Gebärmutter ertasten.

Sie rennen ständig zur Toilette? Das ist normal, denn das Becken wird stärker durchblutet und die Nieren arbeiten auf Hochtouren, um Schadstoffe über den Urin abzuleiten. Viel trinken ist also angesagt! Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist auch wichtig gegen mögliche Verstopfungsbeschwerden. Denn genauso wie die Nieren arbeitet auch der Darm effektiver – nur heißt das hier langsamer, sodass auch mehr Flüssigkeit entzogen wird. Die Umstellung des Körpers und die Entwicklung des Babys verbrauchen Mengen an Energie – die Ihnen im Alltag fehlt. Ärgern Sie sich nicht, wenn manches liegenbleibt. Hat sich der Körper an die Veränderungen gewöhnt, geht auch die Müdigkeit vorbei.

Der Vater in der 6. SSW

Auch wenn es noch nichts zu sehen ist, merken Sie Ihrer Partnerin vielleicht schon in der 6. Schwangerschaftswoche an, dass etwas anders ist. Stimmungsschwankungen sollten Sie nicht persönlich nehmen, denn der Hormonhaushalt gerät gerade zu Beginn einer Schwangerschaft durcheinander. Auch Sie selbst schwanken wahrscheinlich zwischen Freude und Zweifeln und finden es schwer, die Launen Ihrer Partnerin auszuhalten. Am besten Sie sprechen miteinander und über Ihre wechselnden Gefühle dem Baby gegenüber. Vielleicht ist Ihre Partnerin auch – für Ihren Geschmack zu sehr – mit dem eigenen Körper beschäftigt und legt gerade kaum Wert auf Sex. Geschlechtsverkehr ist während der Schwangerschaft bis ganz zuletzt kein Problem, es kann aber sein, dass Ihre Partnerin – je nach Laune – gerade lieber nur kuscheln möchte. Auch bei diesem Thema ist es sinnvoll, offen über Wünsche zu sprechen, auch wenn das nicht immer einfach ist.

Wussten Sie schon?

Tipps und Hinweise für die 6. SSW

  • Haben Sie einen längeren Zyklus und fragen sich erst jetzt, ob Sie vielleicht schwanger sind, finden Sie wichtige Hinweise zu Schwangerschaftstests und der Lebensumstellung in dem Abschnitt zur Schwangerschaftswoche.
  • Folsäure ist ein lebenswichtiges Vitamin der B-Gruppe, das unter anderem in Kohl, Spinat, Getreidekeimen oder Linsen vorkommt. Während der Schwangerschaft ist der Bedarf deutlich erhöht. Ein Folsäuremangel kann zu schweren Fehlbildungen des Embryos führen. Es empfiehlt sich also, während der Schwangerschaft zusätzlich Folsäure in Form von Brausetabletten oder Tabletten einzunehmen. Der Markt bietet darüberhinaus ein großes Angebot an speziellen Vitaminpräparaten für Schwangere. Sie sind jedoch nicht ganz billig. Fragen Sie Ihre Frauenärztin bei Gelegenheit, welche Vitamine wirklich nötig sind.
  • Essen Sie abwechslungsreich. Viel Obst, Gemüse und Ballaststoffe sollten jetzt den Speiseplan bereichern. Das ist auch wichtig, um Verstopfungen vorzubeugen. Wer darunter leidet, kann täglich ein Glas Wasser mit 2 Esslöffeln Apfelessig trinken, Müsli mit Leinsamen oder Weizenkleie essen. Außerdem tut Bewegung gut, um den Darm „in Schwung“ zu bringen. Von Abführmitteln sollten Schwanger möglichst gänzlich die Finger lassen.
  • Besonders in der frühen Schwangerschaft, also auch schon in der Schwangerschaftswoche, wenn noch nichts zu sehen ist, sollten Sie sehr vorsichtig im Umgang mit Chemikalien sein. Damit sind auch scharfe Putzmittel, Insektengift, Lösungsmittel in Lacken und Farben oder ähnliches gemeint. Über den gemeinsamen Blutkreislauf kommt auch Ihr ungeborenes Baby mit den Giftstoffen in Kontakt.
  • Meiden Sie den Kontakt mit Haustieren, vor allem mit Katzen, waschen Sie Obst und Gemüse gründlich und säubern Sie sich nach der Gartenarbeit gründlich die Hände, denn es besteht die Gefahr einer Toxoplasmose-Infektion, die beim Menschen normalerweise unbemerkt verläuft, aber beim Ungeborenen zu Fehlbildungen führen kann. Im Rahmen der Vorsorge können Sie testen lassen, ob Sie gegen Toxoplasmose bereits immun sind.

Disclaimer
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