05. Schwangerschaftswoche

SSW 05 - Tag 29 bis 35 der Schwangerschaft

Ihre Regel ist ausgeblieben, und Sie fragen sich zu Recht, ob das vielleicht etwas zu bedeuten hat: Entweder Sie verhüten zum Beispiel mit der Pille, einer Spirale oder mit Kondom und möchten gar nicht schwanger werden oder Sie wünschen sich ein Baby und haben alles darangesetzt schwanger zu werden … Im ersten Fall wäre eine Schwangerschaft ein „Unfall“, über den Sie vielleicht jetzt anfangen, sich Gedanken zu machen und mit dem Sie sich in der folgenden Zeit auseinandersetzen müssen. Im zweiten Fall können Sie sich jetzt begründete Hoffnungen machen.

Ab der 5. Schwangerschaftswoche kann ein Schwangerschaftstest Klarheit verschaffen. Die Tests reagieren auf das Hormon ß-hCG, das der Körper bereits nach der Befruchtung anfängt zu produzieren. Um aber sicher zu sein, dass sich der Embryo auch in der Gebärmutter eingenistet hat und Sie tatsächlich schwanger sind, sollten Sie das Ausbleiben der Menstruation abwarten. Ist der Test positiv, heißt es erst einmal tief durchatmen! Freude, Schreck, Überraschung – die Gefühle bei einer solchen Nachricht könnten gemischter nicht sein. Zum Glück bleiben Ihnen noch etwa 250 Tage Zeit, sich an die Vorstellung zu gewöhnen!

Das Baby in der 5. SSW

Die Embryo liegt mittlerweile geschützt in einer Mulde in der Gebärmutterschleimhaut und entwickelt sich nun weiter. Aus einem Teil wird die Plazenta entstehen, die Blutversorgung erfolgt bereits über den Körper der Mutter. In der 5. Schwangerschaftswoche differenzieren sich die embryonalen Stammzellen zu spezialisierten Zellen aus. Auf der Oberseite des winzigen Embryos bildet sich eine feine Linie, das Neuralrohr. Es ist der Vorläufer von Gehirn und Rückenmark. Auch einfache Herzkammern bilden sich in der 5. Schwangerschaftswoche aus und schon in wenigen Tagen wird das kleine Herz anfangen zu schlagen. Die Grundlagen für weitere lebenswichtige Organe wie Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse und Magen sind ebenfalls schon jetzt angelegt. In rund 250 Tagen wird daraus ein fertiger kleiner Mensch entstanden sein.

Die Mutter in der 5. SSW

Ihre Regel ist schon ein paar Tage überfällig und Sie möchten langsam wissen, ob es Zeit für ein Glas – alkoholfreien – Sekt ist? Etwa drei bis fünf Tage nach Ausbleiben der Monatsblutung lässt sich mit einem Urintest relativ zuverlässig feststellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Einen Test können Sie in der Drogerie oder in der Apotheke kaufen und problemlos selbst zu Hause durchführen.

Leider gehören zu einer Schwangerschaft oft auch weniger gewünschte Anzeichen. Typische Schwangerschaftsbeschwerden, wie sie bei vielen Frauen etwa ab der 5. Schwangerschaftswoche auftreten, sind Müdigkeit, Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Verstopfung, Rückenschmerzen und ein Spannungsgefühl in der Brust. Natürlich hat nicht jede Frau mit allem zu kämpfen. Glücklicherweise lassen die meisten Beschwerden auch nach ein paar Wochen wieder nach. Vielleicht wundern Sie sich auch, warum Ihnen noch nie aufgefallen ist, wie stark das Waschpulver riecht oder dass die Blumen auf der Fensterbank eigentlich stinken. Aber das ist ganz normal, denn währen der Schwangerschaft ist bei vielen Frauen der Geruchssinn empfindlicher.

Kommt es in der 5. Schwangerschaftswoche zu leichten Schmierblutungen ist das meistens kein Grund zur Besorgnis und eventuell noch die sogenannte Einnistungsblutung. Lassen Sie das aber sicherheitshalber vom Frauenarzt abklären. Bei ihm sollten sie jetzt einen Termin zur Bestätigung der Schwangerschaft vereinbaren.

Der Vater in der 5. SSW

Treten bei Ihrer Partnerin in der 5. Schwangerschaftswoche die ersten typischen Schwangerschaftssymptome auf, bekommen Sie vielleicht den Eindruck, dass Sie vom Lauf der Dinge im Grunde ausgeschlossen sind und in dem ganzen Stück nur eine Statistenrolle spielen. Es liegt jedoch an Ihnen, inwieweit Sie sich mit der Schwangerschaft Ihrer Partnerin – die ja auch ein wenig Ihre ist – beschäftigen und daran teilhaben.

Informieren Sie sich über die zu erwartenden Entwicklungen und Veränderungen, trösten Sie Ihre Partnerin, auch wenn Sie gar nicht wissen, warum sie schon wieder weint. Oder bringen Sie ihr morgens gegen die Übelkeit einen Pfefferminz- oder Ingwertee ans Bett. Jetzt kommt es darauf an, dass Sie Rücksicht auf ihre Müdigkeit nehmen, Verständnis aufbringen, wenn nicht immer alles so erledigt ist wie sonst, und ihr Stimmungsschwankungen nicht zum Vorwurf machen.

Wussten Sie schon?

Tipps und Hinweise für die 5. SSW

  • Ab der zweiten Hälfte der Schwangerschaftswoche ist ein Schwangerschaftstest sinnvoll. Der Wert des ß-hCG-Hormons steigt in den ersten acht bis zehn Wochen einer Schwangerschaft stetig an, daher ist ein Testergebnis zwischen der 5. und der 10. Woche nach der letzten Regel recht sicher. Wer einen längeren oder einen unregelmäßigen Zyklus hat, kann aber auch getrost noch ein paar Tage warten, denn wer den Test zu früh macht, erhält vielleicht ein falsch negatives Resultat.
  • Ist der Test positiv oder haben Sie – auch ohne Test – den sicheren Verdacht, schwanger zu sein, empfiehlt es sich, einen Termin beim Gynäkologen zu vereinbaren. Am besten Sie legen den Termin in den Anfang der sechsten Schwangerschaftswoche, denn vorher ist im Ultraschall noch nichts zu erkennen und die Schwangerschaft kann nur über einen Bluttest bestätigt werden. Erst ab der 7. SSW ist zu sehen, wie das kleine Herz klopft.
  • Spätestens wenn Sie sicher wissen, dass Sie schwanger sind, gilt es einige wichtige Dinge zu berücksichtigen:
    • Nehmen Sie die Schwangerschaft zum Anlass, um endgültig mit dem Rauchen aufzuhören. Das gilt auch für den Partner – da auch Passivrauchen für das Ungeborene schädlich ist, muss er ansonsten für den „Glimmstängel“ vor die Tür gehen).
    • Nehmen Sie Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Arzt ein. (Geht es um Nasentropfen oder eine Kopfschmerztablette, reicht es meistens, gründlich die Packungsbeilage zu lesen).
    • Vermeiden Sie vor allem in den ersten Wochen Impfungen, beziehungsweise weisen Sie den Arzt auf die Schwangerschaft hin! Lassen Sie sich nur röntgen, wenn es unumgänglich ist – die Röntgenaufnahme beim Zahnarzt kann vielleicht verschoben werden.
    • Auf manche Lebensmittel sollten Sie jetzt verzichten. Das gilt bekanntermaßen für Alkohol, aber auch für rohen Fisch, rohes Fleisch, rohe Eier und Rohmilchkäse, denn diese können Listerien enthalten, eine Bakterienart, die für das ungeborene Baby eine Gefahr darstellt.
  • Ihnen stehen aufregende Wochen bevor, in denen viel mit Ihnen und Ihren Gefühlen passiert. Halten Sie diese Zeit in einem Schwangerschaftstagebuch fest: Fassen Sie Sorgen und Gedanken in Worte – das macht manches klarer und ist zugleich eine schöne Erinnerung.

 

Schwanger? Oh, nein!

Frauen, die ungeplant oder gar ungewollt schwanger geworden sind, stehen jetzt erst einmal vor einem ganz anderen Problem. Vielleicht können Sie die Schwangerschaft als glückliche Überraschung annehmen und beginnen langsam, sich darauf zu freuen. Ist der Konflikt größer, sollten Sie sich so früh wie möglich Hilfe suchen. Staatlich anerkannte Organisationen wie zum Beispiel Pro Familia beraten und helfen in schwierigen Situationen. Die hier beschäftigten Ärzte, Sozialarbeiter, Psychologen und Pädagogen dienen als Ansprechpartner und zeigen Ihnen, wo Sie finanzielle, soziale oder psychische Unterstützung bekommen.

Disclaimer
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