4. Schwangerschaftswoche

SSW 04 - Tag 22 bis 28 der Schwangerschaft

Jetzt heißt es abwarten. So nervös Sie auch sind, es ist fast nicht möglich, in der 4. Schwangerschaftswoche schon festzustellen, ob Sie schwanger sind. Bis sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter eingenistet hat, vergehen etwa sechs bis zehn Tage. Für einen aussagekräftigen Schwangerschaftstest ist es jetzt noch zu früh, und so bleibt Ihnen im Grunde nichts, als sich abzulenken oder sich in Geduld zu üben.

Das Baby in der 4. SSW

Für das zukünftige Baby beginnt jetzt die Startphase: Ab dem Moment der Befruchtung teilt sich die Zygote etwa einmal pro Tag, sodass sie etwa am vierten Tag nach der Befruchtung schon aus 8 bis 32 Zellen besteht. Diesen Zellhaufen bezeichnen Mediziner als Morula, weil er in seiner Form an eine Maulbeere erinnert. Sie entwickelt sich zur Blastozyste weiter, wenn sich die ersten Strukturen anlegen. Zu Beginn der 4. Schwangerschaftswoche formt sich eine innere und eine äußere Zellschicht: Aus der inneren wächst der Embryo, die andere wird zur Plazenta und Fruchthülle. Rund eine Woche nach der Befruchtung nistet sich die Zygote in der Gebärmutter ein. Erst jetzt lässt sich sagen: Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger!

Leider gilt besonders in der allerersten Phase der Schwangerschaft das sogenannte „Alles-oder-Nichts-Prinzip“. Es kann während der Zellteilungen zu schweren Fehlern kommen. Können die von der Evolution vorgesehenen Reparaturmechanismen diesen Schaden nicht reparieren, wäre das Baby nicht lebensfähig. Daher stoppt in der Regel die Weiterentwicklung des Embryos. Er stirbt ab. Die Schwangerschaft kommt trotz erfolgreicher Befruchtung nicht zustande. Statistisch gesehen enden wohl mehr als 20 Prozent aller Schwangerschaften in einem sehr frühen Stadium – viele bevor sie überhaupt festgestellt werden können.

Die Mutter in der 4. SSW

Von außen ist in der 4. Schwangerschaftswoche nichts zu sehen, und es ist auch noch nichts zu spüren. Die befruchtete Zygote hat sich auf den Weg gemacht, um sich nach sechs bis zehn Tagen in der Gebärmutter einzunisten. Dieser Vorgang wird als Nidation bezeichnet. Bei manchen Frauen macht sich diese Einnistung durch eine ganz leichte Einnistungsblutung bemerkbar, denn der kleine Zellhaufen „dockt“ an die Gebärmutterschleimhaut an.

Die Ungewissheit macht nervös. Dennoch lohnt es sich in der Regel nicht, jetzt schon einen Schwangerschaftstest zu machen. In Apotheken und Drogerien sind zwar auch Frühtests erhältlich, die schon vor Ausbleiben der Menstruation eine Antwort geben sollen, die Ergebnisse sind aber nicht sehr verlässlich. Da ein falsches Ergebnis – wie auch immer es ausfällt – falsche Gefühle weckt, sollten Sie lieber noch eine Woche abwarten.

Der Vater in der 4. SSW

Ihre Partnerin ist in der 4. Schwangerschaftswoche gereizt und ungeduldig, und Sie selbst vielleicht auch? Es hilft nichts, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Bewahren Sie Ruhe – wenn nicht jetzt, klappt es vielleicht beim nächsten Mal – und lenken Sie sich und Ihre Partnerin ab. Ein Abend im Kino, ein Wochenende bei Freunden, so vergeht die Zeit, bis Sie Gewissheit haben, schneller.

Wussten Sie schon?

Tipps und Hinweise für die 4. SSW

  • Es gibt zwar einige kleine Hinweise, die schon in der Schwangerschaftswoche darauf hindeuten, dass es zu einer Befruchtung gekommen sein könnte, jedoch sind diese schwer zu erkennen und kaum von sich ankündigenden Menstruationsbeschwerden zu unterscheiden. Ein leichtes Ziehen im Bauch, Müdigkeit und auch die mögliche leichte Einnistungsblutung lassen sich meistens nicht von der einsetzenden Regel unterscheiden.
  • Es ist verlockend, sich mit einem Schwangerschaftstest Sicherheit zu verschaffen. Nach der Befruchtung beginnt der Körper mit der Bildung des Hormons ß-hCG, das im Urin nachweisbar ist. Ein positiver Schwangerschaftstest in der Schwangerschaftswoche sagt demnach aus, dass eine Befruchtung stattgefunden hat, aber nicht, ob sich die Zygote auch in der Gebärmutter eingenistet hat. Da die Einnistung jedoch nur in etwa 25 bis 30 Prozent der Fälle erfolgreich ist, ist die Wahrscheinlichkeit für ein falsch positives Ergebnis sehr hoch. Unsere Empfehlung: Warten Sie ab, ob Ihre Regel ausbleibt. In der 5. oder 6. Schwangerschaftswoche ist die richtige Zeit für einen Test.

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