1. Schwangerschaftsmonat

1. bis 4. Woche der Schwangerschaft

Die Monate einer Schwangerschaft werden in „Mondmonaten“ von 28 Tagen oder vier Wochen Länge gerechnet. So dauert eine Schwangerschaft bis zur 40. Schwangerschaftswoche zehn Monate, obwohl laut gregorianischem Kalender nur neun Monate vergehen. Da die Berechnung des Geburtstermins anhand der Naegele-Regel rückwirkend ab dem ersten Tag der letzten Regel vor der Schwangerschaft berechnet wird, sind Sie in der ersten Hälfte des 1. Schwangerschaftsmonats eigentlich noch gar nicht schwanger. Vielleicht wünschen Sie sich ein Kind und hoffen darauf, dass es in diesem Monatszyklus klappen wird. Findet eine Befruchtung statt, wird sich in den folgenden 38 Wochen ein kleines Wunder in Ihrem Körper abspielen. Hier unterscheiden sich Mathematik und Biologie: 1 + 1 = 3, Eizelle + Samenzelle = Familie.

Das Baby im 1. Schwangerschaftsmonat

Von Baby kann eigentlich noch nicht die Rede sein. Erst in der Mitte des 1. Schwangerschaftsmonats erfolgt die Befruchtung der herangereiften Eizelle durch ein Spermium. Die Chromosomensätze verschmelzen und werden zu einer entwicklungsfähigen Zelle, Zygote genannt. Die Zygote fängt an, sich fleißig zu teilen, wird zur sogenannten Morula und dann zur Blastozyste – einem Häufchen aus 200 Zellen, in dem bereits alle Erbinformationen wie Haarfarbe oder Größe vorhanden sind. Dieses Häufchen macht sich auf den Weg in die Gebärmutter und beginnt etwa fünf Tage nach der Befruchtung, also in der 3. Schwangerschaftswoche, sich in der Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Aus der äußeren Schicht der Blastozyste entwickelt sich die Plazenta, aus der inneren der Embryo. Aus dem verbindenden Gewebe entsteht die Nabelschnur. Nach etwa 14 Tagen ist die Einnistung abgeschlossen und erst jetzt lässt sich sagen: Hier wächst ein Baby.

Die Mutter im 1. Schwangerschaftsmonat

In der 1. Schwangerschaftswoche haben Sie Ihre Regel und in der 2. SSW reift die Eizelle heran, somit werden jetzt die Voraussetzungen geschaffen, dass ein Baby entstehen kann. Die Befruchtung der Eizelle erfolgt nach dem Eisprung in der Mitte des Zyklus. Selbstverständlich ist im 1. Schwangerschaftsmonat noch nichts davon zu sehen. Dennoch können gegen Ende des Monats erste Anzeichen für eine Schwangerschaft auftreten. In den meisten Fällen lassen sie sich jedoch nicht von Menstruationsbeschwerden oder den Symptomen eines Prämenstruellen Sydroms (PMS) unterscheiden: Ziehen im Unterbauch, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Spannungsgefühl in der Brust, eventuell Appetitlosigkeit oder ein wenig Übelkeit. Im 1. Schwangerschaftsmonat werden Sie also vermutlich selbst noch gar nichts von Ihren „anderen Umständen“ wissen. Erst, wenn in der 5. Schwangerschaftswoche Ihre Monatsblutung ausbleibt, lässt sich sagen: „Herzlichen Glückwunsch! Sie sind schwanger.“

Der Vater im 1. Schwangerschaftsmonat

Babys sind nicht nur Frauensache. Auch wenn es im Bauch Ihrer Partnerin heranwächst, sind Sie ebenso daran beteiligt: An seiner Entstehung sowieso, aber hoffentlich auch an seiner Entwicklung, Geburt und seinem Leben. Auch wenn im 1. Schwangerschaftsmonat für Sie noch nicht viel von der neuen Situation zu bemerken ist, kann es nicht schaden, wenn Sie sich ein wenig mit der Zukunft befassen.

Eines Ihrer rund 250 Millionen Spermien wird zusammen mit der Eizelle Ihrer Partnerin zu einem Baby heranwachsen. Spermien können bis zu sieben Tage in der Schleimhaut im Gebärmutterhals überleben. Auch wenn die Eizelle nur etwa 12 bis 18 Stunden befruchtbar ist, kommt es auf einen Tag also nicht an, und Sie können sich den unromantischen Blick in den Kalender sparen.

Wussten Sie schon?

Tipps und Hinweise für den 1. Schwangerschaftsmonat

Wünschen Sie sich ein Kind, sollten Sie auch schon vor dem 1. Schwangerschaftsmonat einige Dinge beherzigen.

  • Nehmen Sie regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt wahr.
  • Überprüfen Sie Ihren Impfstatus, denn einige Impfungen sind für Schwangere wichtig, sollten möglichst jedoch nicht während der Schwangerschaft durchgeführt werden. Weitere Hinweise zu Impfungen bei Kinderwunsch finden Sie in unserer Checkliste.
  • Achten Sie auf eine gesunde und vitaminreiche Ernährung.
  • Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein und hören Sie auf zu rauchen. Dies gilt auch für Männer mit Kinderwunsch, denn Nikotin und Alkohol senken die Spermienproduktion!
  • Verwenden Sie beim Geschlechtsverkehr keine Gleitcreme auf Ölbasis, da diese das Scheidenmilieu verändert.
  • Vermeiden Sie Stress, denn Adrenalin sorgt für eine verringerte Fruchtbarkeit beziehungsweise Zeugungsfähigkeit: Wer unter Spannung steht, ist nicht bereit für Nachwuchs.
  • Dabei gilt insbesondere auch: Machen Sie Ihren Kinderwunsch nicht zu einem Stressfaktor. Es ist nicht schlimm, wenn es nicht sofort klappt! Sie können eine Schwangerschaft nicht erzwingen und auf ein paar Monate kommt es nicht an.
  • Werden Sie gegen Ende des Schwangerschaftsmonats nervös, ist das verständlich. Es lohnt sich in der Regel aber nicht, schon in der 4. Schwangerschaftswoche einen Schwangerschaftstest zu machen. Sogenannte Frühtests geben zwar angeblich schon jetzt Aufschluss, sind aber nicht sehr verlässlich. Ein falsches Ergebnis jedoch weckt falsche Gefühle: Warten Sie lieber ab, bis Ihre Regel etwa fünf bis sieben Tage überfällig ist und die Einnistung vollständig abgeschlossen ist.

Disclaimer
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