Schwangerschaftsanzeichen

Woran sich eine Schwangerschaft erkennen lässt

Der Kinderwunsch liegt Frauen buchstäblich in den Genen. Schließlich hat es die Natur so eingerichtet, dass ausschließlich Frauen Kinder bekommen können. Doch an welchen Anzeichen erkennt eine Frau, dass sie schwanger sein könnte? Gerade Erstgebärende treibt diese Frage um, denn sie konnten in Sachen Schwangerschaft noch keine Erfahrungen sammeln. Die Frage „Wie merke ich, dass ich schwanger bin?“ füllt ganze Forenthreads und Instagram-Stories. Die Frage zielt auf die „Schwangerschaftsanzeichen“ ab.

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Ein Babybauch wird gern mit Stolz getragen. Nun sind die „anderen Umstände“ nicht mehr zu übersehen. Doch ein fehlender Babybauch ist längst kein verlässliches Anzeichen, dass eine Frau nicht schwanger ist. Zum einen kann sich die Schwangerschaft in einem sehr frühen Stadium befinden. Viele Mediziner berichten aber auch, dass Frauen, die ihre Schwangerschaft verdrängen, trotz fortgeschrittenem Schwangerschaftsstadium keinen Babybauch entwickeln. Es bedarf weiterer, sensibler Untersuchungen, wie das möglich ist.

 

Bevor wir auf die typischsten Schwangerschaftsanzeichen näher eingehen, schauen wir uns zunächst die Faktenlage an: Eine Schwangerschaft kann erst losgehen, wenn ein Spermium die Eizelle befruchtet. Damit diese Voraussetzung für die Befruchtung überhaupt gegeben ist, muss im weiblichen Zyklus eine Eizelle in den Ovarien, den Eierstöcken, heranreifen. Mit dem Eisprung (Ovulation) entlässt der Organismus die Eizelle in den Eileiter. Dort wandert die Eizelle langsam in Richtung Gebärmutter. Genau jetzt ist der ideale Augenblick gekommen für Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau, wenn ein Kind gezeugt werden soll, denn zu diesem Zeitpunkt hat die Frau ihre „fruchtbaren Tage“. Bei einem Kinderwunsch ist es also ideal, wenn die Frau den Tag ihres Eisprunges exakt kennt. Bei den meisten Frauen findet er in der zweiten Woche nach dem letzten Tag der Regelblutung (Periode) statt.

Schafft es ein Spermium die Eizelle zu befruchten, entsteht die sogenannte Zygote. Sie teilt sich mehrfach und wandert weiter in Richtung Gebärmutter (Uterus). Nach mehreren Teilungen entsteht das sogenannte Blastocysten-Stadium. Der Embryo beginnt sich auszudifferenzieren, indem eine innere und eine äußere Zellschicht entsteht. Nun ist es auch an der Zeit, dass sich der Embryo in die Gebärmutter einnistet. Diesen Vorgang bezeichnen Gynäkologen als Nidation. Die Nidation kann mit einer leichten, hellen Blutung wenige Tage vor der erwarteten Regelblutung einher gehen. Die sogenannte Einnistungsblutung tritt jedoch nicht bei allen Frauen auf. Sie ist neben dem Spannen der Brüste, plötzlichen Heißhungerattacken und großer Müdigkeit lediglich ein mögliches Schwangerschaftsanzeichen von vielen.

Beschäftigt man sich mit dem Thema „Schwangerschaftsanzeichen“ genauer, wird schnell klar, dass man die auch als Schwangerschaftssymptome bezeichneten Anhaltspunkte in drei Gruppen klassifizieren kann:

  1. Unsichere Schwangerschaftsanzeichen
  2. Wahrscheinliche Schwangerschaftsanzeichen
  3. Sichere Schwangerschaftsanzeichen

 

 

Unsichere Schwangerschaftsanzeichen: Eine Schwangerschaft ist möglich, doch es gibt auch andere Erklärungen

Für die Frau beginnt die Schwangerschaft erst mit der Nidation des Embryos in den Uterus, denn nun startet die Produktion des Schwangerschaftshormons hCG (humanes Choriongonadotropin). Es ist letztlich mit verantwortlich für die zahlreichen körperlichen und hormonellen Veränderungen in den nächsten neun Monaten. Die neue Situation können sensible Frauen bereits sehr früh wahrnehmen. In der Frühphase einer Schwangerschaft können morgendliche Übelkeit, plötzliches Erbrechen oder sehr empfindliche Brustwarzen auftreten. Von Frau zu Frau fallen  diese Schwangerschaftsanzeichen sehr unterschiedlich aus und auch in der Stärke weisen sie eine große Varianz auf. Manche Frauchen berichten von sehr stark ausgeprägten Symptomen, andere bemerken rein gar nichts.

Stellen Frauen unsichere Schwangerschaftsanzeichen bei sich fest, müssen sie sich in Geduld üben. In wenigen Tagen gibt es mehr Klarheit.

 

Überblick über unsichere Schwangerschaftsanzeichen:

  • Ein flaues Gefühl im Magen (auch tagsüber), morgendliche Übelkeit und Erbrechen
  • Unerwartete Heißhungerattacken nach bestimmten Lebensmitteln, seltsame Essgelüste (z. B. die berühmten sauren Gurken mit Marmelade) aber auch unerwarteter Ekel („Igitt, bloß beim Gedanken an Fisch wird mir übel.“)
  • Ein träger Darm, der zu Verstopfungen und Blähungen neigt
  • Vermehrter Harndrang („Ich muss alle 15 Minuten auf die Toilette.“)
  • Große Müdigkeit
  • Schnelle Stimmungsschwankungen („von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt“)
  • Kreislaufprobleme
  • Schwindelattacken
  • Kopfschmerzen
  • Leichte Blutung vor der Periode sowie ein leichtes Ziehen im Unterleib. (Hierbei kann es sich um die Einnistungsblutung sowie den Einnistungsschmerz handeln.)
  • Vermehrter Ausfluss aus der Scheide
  • Spannen der Brüste, deutlich empfindsamere Brustwarzen sowie eine Vergrößerung der Brustwarzen
  • Positiver Schwangerschaftsfrühtest

 

Bei den unsicheren Schwangerschaftsanzeichen heißt es zunächst Ruhe bewahren. Viele Symptome können auch eine andere Ursache haben. Manchmal spielt bei einem ausgeprägten Kinderwunsch außerdem der Kopf verrückt. Dieser will unbedingt Hinweise auf den „Bauchzwerg“ entdecken.

 

 

Wahrscheinliche Schwangerschaftsanzeichen: Eine Schwangerschaft liegt ziemlich nah

Bleibt die Monatsblutung aus, ordnen dies viele Menschen als sicheres Schwangerschaftsanzeichen ein. Doch Frauenärzte und Hebammen sind skeptischer. Sie wissen, dass der weibliche Zyklus sehr diffizil ist. Beispielsweise kann auch Stress dafür verantwortlich sein, dass die Periode ausbleibt – ebenso wie eine Diät. Leidet die Frau unter dem Polyzystischen Ovar-Syndrom (PCOS) sind oftmals große Zyklus-Unregelmäßigkeiten zu beobachten. Ein Nicht-Einsetzen der Periode ist deswegen keinesfalls ein sicheres Schwangerschaftsanzeichen, sondern wird von Experten in die Kategorie „Wahrscheinliche Schwangerschaftssymptome“ eingeordnet.

Auch ein positiver Schwangerschaftstest aus der Apotheke ist allenfalls ein wahrscheinliches Schwangerschaftsanzeichen. Mit Hilfe der Teststreifen wird das Schwangerschaftshormon hCG im Urin nachgewiesen. Hier kann es immer wieder zu sogenannten falsch-positiven Ergebnissen kommen, d. h. der Test zeigt fälschlicherweise zwei blaue Streifen und damit eine Schwangerschaft an.

Manche Frauen setzen bei der Verhütung ganz auf natürliche Verhütungsmethoden. Die sogenannte Basaltemperatur-Methode ist eine davon. Hier müssen Frauen regelmäßig ihre Temperatur direkt nach dem Aufwachen messen. In der Regel liegt die sogenannte Basaltemperatur zwischen 36,5° C und 37° C. Sie sinkt kurz vor und auch während der Periode leicht ab. Ist dagegen die Basaltemperatur über einen Zeitraum von mindestens 18 Tagen erhöht und kann dafür eine Infektion als Ursache ausgeschlossen werden, spricht auch diese Beobachtung für eine Schwangerschaft.

Frauen, die eines oder mehrere der wahrscheinlichen Schwangerschaftsanzeichen bei sich registrieren, sollten die Terminvereinbarung bei ihrem Frauenarzt oder ihrer Frauenärztin nicht auf die lange Bank schieben. Nur in der Praxis kann die Schwangerschaft zweifelsfrei bestätigt werden.

 

Überblick über wahrscheinliche Schwangerschaftsanzeichen:

  • Periode bleibt aus
  • Schwangerschaftstest aus der Apotheke oder Drogerie ist positiv, d. h. das Hormon Beta-hCG wurde nachgewiesen
  • Messen einer erhöhten Basaltemperatur über einen längeren Zeitraum (mind. 18 Tage)
  • Stärkere Verfärbung der Brustwarzenvorhöfe (verstärkte Pigmentierung) bzw. Sichtbarwerden der Linea nigra
  • Der Gynäkologe bzw. die Gynäkologin kann von außen eine tastbare, vergrößerte Gebärmutter sowie eine Auflockerung des Gebärmutterhalses feststellen

 

 

Sichere Schwangerschaftsanzeichen: Herzlichen Glückwunsch, Sie bekommen ein Baby!

Mit dem Feststellen der sicheren Schwangerschaftsanzeichen ist ganz klar, dass hier ein neues Leben im Bauch der Frau entsteht und ein neuer Erdenbürger das Licht der Welt erblicken wird. Bei den sicheren Schwangerschaftssymptomen meldet sich das Ungeborene direkt selbst zurück.

Mit modernen Ultraschallgeräten können Mediziner ab der 5. SSW die Fruchtblase und den Embryo darstellen. Der Embryo selbst ist jetzt erst rund 2 mm groß. Im Ultraschall können die Schwangeren in der 7. SSW sogar schon das winzige Herz schlagen sehen. Das ist für viele Frauen ein hochemotionaler Moment, denn sie bekommen hier die optische Bestätigung, dass tatsächlich neues Leben in ihrem Bauch heranwächst. Das bislang doch recht abstrakte Baby wird mit einem Mal sehr real.

 

Überblick über die sichere Schwangerschaftsanzeichen:

  • Der Embryo bzw. die Fruchthöhle wird im Ultraschall durch einen Mediziner nachgewiesen.
  • Die Herztöne des Ungeborenen werden dokumentiert. Im ersten Trimester geschieht dies per Ultraschall. Im dritten Trimester erfolgt die Aufzeichnung per CTG.
  • Die Bewegungen des Kindes werden spürbar (z. B. „Treten“ oder „Boxen“). Auch Teile des Kindes lassen sich durch die Bauchdecke erfühlen (z.B. Kopf, Po, Füße, …)
  • Einsetzende Wehen und damit die Geburt

 

Die ersten Schwangerschaftssymptome sind ein Hinweis auf den Start des Abenteurs Schwangerschaft. Nun beginnt eine aufregende Zeit mit vielen Veränderungen und Fragen. Ängste und Unsicherheiten gehören zum Elternsein dazu. Versuchen Sie, es sich und dem Baby gut gehen zu lassen und die Schwangerschaft zu genießen. Vermeiden Sie Stress und schieben Sie Sorgen öfters zur Seite. Statt sich beispielsweise mit den Formularen fürs Elterngeld und Kindergeld herumzuschlagen, buchen Sie doch lieber ein Wellness-Wochenende, um im Kurzurlaub Kraft für den neuen Lebensabschnitt zu tanken!

 

Disclaimer
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