Schwangerschaft: Sorgen vor der Zukunft

Ein Plädoyer für die Urkraft der Mütter

Mit dem Wachsen des Babybauchs während der Schwangerschaft, wachsen auch die Zweifel und Sorgen um die Zukunft. Wird das alles – Partnerschaft, Familie, Haushalt und Beruf – überhaupt zu schaffen sein? Die Bedenken sind meist unbegründet, denn Mutter Natur hat vorgesorgt. Mütter „wuppen“ das!

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Die physische und psychische Kondition von Frauen wurde von der Natur ganz auf die Mutterrolle ausgerichtet. Ist ein Kind unterwegs, springt ein Urprogramm an, dass erstaunliche Kräfte und Fähigkeiten hervorbringen kann. Obwohl Sorgen vor der Zukunft zur Schwangerschaft dazugehören wie der Babybauch sind sie in der Regel unbegründet. Frauen schaffen das und das Baby hilft ja auch ein kleinwenig nach!

 

Muttersein geht mit einem „Brainboost“ einher

Der berühmte Kanzlerinnensatz „Wir schaffen das“ ist ein sehr weiblicher Satz, auch wenn dies die drei einfachen Worte auf den ersten Blick gar nicht vermuten lassen. Er strahlt Zuversicht aus und wischt alle Bedenken beiseite.

Frauen sind nämlich nicht das schwache Geschlecht, das nur hinter dem Herd steht und die Größe von Parklücken nicht einschätzen kann. Wenn dieses falsche Frauenbild tatsächlich der Wahrheit entsprechen würde, wie hätte dann die Menschheit die Evolution überleben können? Eben! In Frauen stecken ungeahnte Kräfte und Fähigkeiten. Wenn das Programm „Muttersein“ anspringt, werden diese Urkräfte aktiviert. Die Veränderungen machen sich sehr deutlich bemerkbar: Mütter sind wacher, d. h. sie brauchen weniger Schlaf und kommen auch mit Schlafmangel besser klar. Mütter sind außerdem wagemutiger, furchtloser und stressresistenter. Sowohl in Experimenten mit Tieren als auch mit menschlichen Probanden konnten Verhaltensforscher nachweisen, dass Mütter sowohl ein leistungsfähigeres Gedächtnis als auch ein besseres Orientierungsvermögen haben und sogar ihre Sehfähigkeit zunimmt. Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sind als eine Art „Hirndoping“ aufzufassen, dass alle Reaktionen verbessert und somit auch ökonomischer macht.

 

Stammzellen des Fötus helfen der Mutter

Aus Sicht der Evolutionsbiologie ist das mehr als sinnvoll. Wären Mütter fahrig, nachlässig und schnell erschöpft, würde der Nachwuchs in freier Natur deutlich weniger Überlebenschancen haben. Die Weitergabe der Gene wäre dann jedoch nicht mehr gewährleistet. Die sprichwörtliche Löwenmutter ist daher nicht bloß eine sprachliche Metapher, sondern entspricht den Anforderungen. Eine Löwenmutter muss jederzeit in der Lage sein, ihre Kinder bis aufs eigene Blut zu verteidigen. Dieses urtümliche Programm ist auch noch in uns Menschen fest verankert. Die Konzentration aufs absolut Wesentliche gehört daher ebenso zu unserem Überlebensprogramm.

Wissenschaftler konnten beispielsweise nachweisen, dass eine Schwangerschaft das Wachstum von Nervengewebe anregt. Das Ungeborene im Mutterleib sendet nämlich Signal- und Botenstoffe aus, die als Aktivatoren den Umbauprozess begleiten. Außerdem wandern Stammzellen des Fötus in den Organismus der Mutter ein. Sie können die Plazenta-Schranke überwinden. Experten sprechen vom Phänomen des Mikrochimärismus.

Im Gehirn der Mutter wandeln sich die fötalen Stammzellen zu allen Arten von Hirnzellen um. Verblüfft sind die Forscher über die Regionen, in denen sich diese besonderen Alleskönnerzellen ansiedeln. Es sind nämlich genau jene Gehirnareale, die der mütterliche Organismus am meisten beansprucht. Es gibt daher aus biologischer Sicht keinen Lebensabschnitt bei Frauen, bei dem Körper und Psyche so große Veränderungen durchmachen, wie während der Zeit vor und nach der Geburt.

 

Die Gesellschaft muss Mütter besser unterstützen

Frauen müssen sich also eigentlich gar nicht sorgen oder darüber nachgrübeln, ob sie die Belastungen mit Kind bewältigen können. Sie haben diese Grundausstattung von Natur aus und damit die Stärke und Kraft für ihre biologische Aufgabe. Vertrauen Sie also darauf, dass Sie zusätzliche Kräfte mobilisieren können, wenn sie erforderlich sind!

Für die Gesellschaft, die versucht, die Verantwortung einzig und allein auf die Schultern der Familien und damit der Mütter abzuwälzen, ist das „weibliche Basisprogramm“ natürlich kein Freibrief. Auch wenn Frauen von Natur aus als Mütter stark sind, brauchen sie die bestmögliche Unterstützung. Hürden, die den nach der Babypause in den Beruf zurückkehrenden Müttern das Leben schwer machen, müssen abgebaut werden, denn viele Familien sind finanziell auf das Einkommen der Frau angewiesen. Die Babypause darf nicht zur Karriereknick-Falle werden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss gewährleistet sein. Dazu gehören flexible, an die Familienbedürfnisse angepasste Arbeitszeiten, mehr Teilzeitstellen und eine gute Kinderbetreuung. Mütter dürfen nicht länger zwischen Beruf, Familie und Haushalt auf gerieben werden, denn schließlich sorgen Mütter für das Wichtigste: Dass es auch in Zukunft weitergeht und Kinder geboren werden.

 

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