Schwanger auf dem Weihnachtsmarkt

Was darf in der Schwangerschaft geschlemmt werden?

Die Zeit um Weihnachten wird gern auch als besinnliche Weihnachtszeit bezeichnet. Sie kommt natürlich nicht ohne einen ausgiebigen und gemütlichen Bummel über den romantisch beleuchteten Weihnachtsmarkt aus, denn ein Weihnachtsmarkt-Besuch gehört zur Adventszeit genauso dazu wie Plätzchen, Stollen, Lebkuchen und der Tannenbaum. Auch Schwangere wollen auf den Weihnachtsmarkt-Ausflug nicht verzichten. Sie fragen sich jedoch: Was ist während der Schwangerschaft erlaubt? Und was sollte auf dem Weihnachtsmarkt besser gemieden werden?

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In der besinnlichen Adventszeit locken tolle Weihnachtsmärkte in ganz Deutschland: beispielsweise in Leipzig vor dem Alten Rathaus, in Dresden der Striezelmarkt und in Nürnberg der Christkindl-Markt. Schwangere können selbstverständlich auch über die Weihnachtsmärkte bummeln und das besondere Flair genießen. Sie sollten nur ein paar Tipps beherzigen.

 

Auch für die Adventszeit gilt der Grundsatz: In der Schwangerschaft ist alles erlaubt, was Mutter in spe und dem Baby im Bauch guttut. Ein Bummel über den Weihnachtsmarkt gehört dazu. Also genießen Sie mit Babybauch ruhig das Ambiente. Festes Schuhwerk wählen, warme Kleidung anziehen und schon steht dem Weihnachtsmarkt-Besuch nichts im Wege. Versuchen Sie es nach Möglichkeit so einzurichten, dass Sie für den Ausflug besser die Stunden am frühen Nachmittag nutzen und so den großen Trubel am Abend umgehen. Der abendlich illuminierte Weihnachtsmarkt mag einen Ticken romantischer sein, jedoch geht Sicherheit in der Schwangerschaft immer vor. Im dichten Gedränge könnte der Babybauch unbeabsichtigter Weise einen kleinen Stups abbekommen. Das Risiko lässt sich jedoch einfach vermeiden.

 

Auf dem Weihnachtsmarkt: Getränke in der Schwangerschaft

Bei den Essensregeln gelten für den Besuch des Weihnachtsmarktes dieselben Empfehlungen wie für alle anderen Mahlzeiten während der Schwangerschaft auch: So sollten Schwangere auf Alkohol gänzlich verzichten. Glühwein, Eierpunsch und Jagertee sind damit von der Getränkeliste auf dem Weihnachtsmarkt gestrichen. Das macht jedoch nichts, denn Kinderpunsch und Früchtetee sind als Heißgetränke ebenso leckere wie wärmende Alternativen. Auch ein heißer Apfelsaft oder eine heiße Schokolade schmecken köstlich und sind für Schwangere völlig unbedenklich.

Auf den Weihnachtsmärkten gibt es jedoch nicht nur Heißgetränke, manchmal werden frisch gepresste Säfte an einer Saftbar angeboten. Das klingt nicht nur lecker, sondern auch gesund. Das stimmt im Normalfall auch. Jedoch müssen Schwangere bei frischen Obst- und Gemüsesäften Vorsicht walten lassen. Es besteht hier die Gefahr, dass es im Zubereitungsprozess zu Verunreinigungen kommt. Daher empfehlen Ernährungsexperten während der Schwangerschaft auf Nummer sicher zu gehen und Saftbars generell zu melden. Aus dem gleichen Grund wird auch die Empfehlung ausgesprochen, „in anderen Umständen“ auf Salatbars in Kantinen oder auf Antipasti aus offenen Theken zu verzichten.

 

Egal ob gebraten, frittiert, gebacken oder gekocht – Hauptsache „durch“ sind die Speisen

Essenstechnisch völlig unproblematisch sind alle weihnachtlichen Gaumenfreuden, die durchgebraten, gekocht, frittiert oder gebacken sind. Hier dürfen auch Schwangere zulangen. Auf dem Weihnachtsmarkt gehört dazu die Bratwurst genauso wie das Handbrot oder die Pilzpfanne. Die Reibekuchen lassen sich ebenfalls ohne Reue genießen, denn die Kartoffelplätzchen, die auch Kartoffelpuffer bzw. Reiberdatschie heißen können, werden zwar aus rohen Kartoffeln zubereitet jedoch sind sie durch das Ausbacken in heißem Öl komplett durchgegart und somit alle potentiellen Keime unschädlich gemacht.

Auf dem Weihnachtsmarkt müssen Schwangere jedoch ein wenig auf die Beilagen Acht geben. In der Regel ist der Kräuterquark auf der Ofenkartoffel unbedenklich. Jedoch können andere Toppings und Dressings durchaus Mayonnaise enthalten. Für die Herstellung von Mayonnaise werden rohe Eier verwendet. Auch beim Kartoffelsalat kann Mayonnaise zum Einsatz kommen – zumindest nördlich des „Mayonnaise-Äquators“, denn dort ist die bayerische Variante, also die Zubereitung mit Brühe sowie Essig und Öl, wenig populär. Es ist jedoch Ihr gutes Recht als Verbraucherin entsprechend nachzufragen. Die Standbetreiber sind zur Auskunft gesetzlich verpflichtet.

 

 

Fisch auf dem Weihnachtsmarkt: Ja, aber bitte Vorsicht in der Schwangerschaft

Keine Schwangerschaft ist wie die andere: Der einen werdenden Mutter wird schon beim bloßen Gedanken an Fisch und den damit verbundenen Gerüchen übel, während einer anderen Schwangeren buchstäblich das Wasser im Mund zusammenläuft. Grundsätzlich empfehlen Frauenärzte Schwangeren, in der Schwangerschaft möglichst viel Fisch zu essen, denn er ist reich an Omega-3-Fettsäuren. Diese sind wichtig für die Entwicklung des „Bauchzwerges“.

Dennoch ist roher Fisch in der Schwangerschaft genauso verboten wie rohes Fleisch. Roher Fisch wird in erster Linie mit Sushi assoziiert und in der Tat gehört Sushi nicht zu den typischen Speisen, die auf einem deutschen Weihnachtsmarkt üblicherweise angeboten werden. Aber natürlich gibt es durchaus leckeren Fisch auf dem Weihnachtsmarkt – denken Sie hier nur an Räucherfisch, Fischbrötchen und Flammlachs.

Flammlachs auf dem Weihnachtsmarkt ist auch für Schwangere unbedenklich, wenn er richtig durchgegart und daher innen nicht mehr glasig ist. Bitten Sie lieber um ein bis zwei Minuten Extrazeit über dem Feuer. Bei Brathering, Bismarckhering oder Rollmops dürfen Schwangere ruhig beherzt ins Fischbrötchen beißen. Die saure Marinade hat hier alle möglicherweise vorhandenen Erreger abgetötet. Anders sieht es dagegen beim Matjes aus. Auch wenn Sie der Appetit fast umhaut, Matjes sollten schwangere Frauen während der „Kugelzeit“ meiden, denn ein kleines Infektionsrisiko ist hier leider nicht gänzlich auszuschließen. Auch um Räucherfisch oder eine Fischsemmel mit Graved Lachs oder Stremellachs sollte besser ein Bogen gemacht werden.

 

Schwanger auf dem Weihnachtsmarkt: Wie sieht es bei den süßen Leckereien aus?

An beinahe jeder Ecke des Weihnachtsmarktes riecht es lecker. Es duftet verführerisch nach Vanillekipferln, Zimtsternen, Pfefferkuchen und gebrannten Mandeln. Keine Sorge, Schwangere dürfen hier durchaus zugreifen – allerdings in Maßen, denn manche Gewürze können Wehen auslösen wie beispielsweise Zimt und Kardamom. Damit eine Schwangere jedoch relevante Wirkstoffmengen aufnehmen kann, müsste sie das Weihnachtsgebäck kiloweise essen. Die tatsächlich enthaltenen Mengen sind nämlich recht gering. Hier sollte sich Frau also eher um die Kalorienzahl sorgen, denn leider gehören die Weihnachtsnaschereien zu den klassischen Kalorienfallen auf dem Weihnachtsmarkt.

Eine Portion gebrannter Mandeln (ca. 50 g) bringt stolze 270 Kalorien in die Kalorienbilanz ein. Entgegen der vielfach zu hörenden Meinung sind süße Mandeln nicht schädlich fürs Baby. In ihnen ist der Stoff Amygladin nämlich kaum noch enthalten. Amygdalin ist eine Vorstufe der Blausäure und wird während der Verdauung im Magen zu Blausäure umgewandelt. Anders sieht es bei bitteren Mandeln aus. Sie sollten deswegen umgehend aussortiert werden.

Für viele Menschen gehört Marzipan zum Weihnachtsmarkt-Besuch dazu wie das Amen in der Kirche zum Gottesdienst. Bei Schwangeren schrillen bei Marzipan meist die Alarmglocken, denn die süße Nascherei aus Mandeln und Zucker enthält einerseits einen gewissen Anteil an Bittermandeln. Andererseits wird zum Aromatisieren auch Rosenwasser, also Alkohol, verwendet. Ernährungsexperten geben jedoch Entwarnung. Sie sehen die Süßigkeit für Schwangere eher unproblematisch. Das Naschen von ein oder zwei Stück Marzipan-Konfekt auf dem Weihnachtsmarkt ist daher durchaus erlaubt.

Genießen Sie Ihre Schwangerschaft, den Weihnachtsmarkt-Besuch und die besinnliche Weihnachtszeit! In diesem Sinne: Frohe Weihnachten! Feliz navidad! God Jul! Merry Christmas! Joyeux noel!

 

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