Schutz vor Krankheiten durch Haustiere

So klappt das Zusammenleben von Mensch und Tier bestens

Für viele Tierliebhaber ist der Verzicht auf das Haustier einfach undenkbar: Herrchen und Frauchen sehen den tierischen Begleiter als eine Bereicherung in ihrem Leben, die viel Freude bereitet und jede Menge Liebe zurückgibt. Dabei ist es ganz gleich, ob es sich um einen Hund, eine Katze, eine Schildkröte oder einen Kanarienvogel handelt.

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Haustiere tun der Seele gut. Das haben Studien hinlänglich bewiesen. Gerade Kinder profitieren vom Aufwachsen mit einem Hund, einer Katze oder einem Meerschweinchen. Doch einige, ganz einfache Hygieneregeln müssen beachtet werden, damit keine Übertragung von Krankheiten vom Haustier auf Herrchen oder Frauchen erfolgt.

 

Trotz aller positiven Aspekte des Zusammenlebens von Mensch und Tier auf die Gesundheit, unterschätzen viele Tierhalter die Gefahr der Übertragung von Krankheiten vom Haustier auf den Menschen. Wer sich jedoch des Risikos bewusst ist, kann mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen viel bewirken und das Übertragungsrisiko auf ein Minimum reduzieren. Unlängst haben Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „The Candian Medical Association Journal“ wenige und völlig unkomplizierte Tipps veröffentlicht, die das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier gefahrloser machen und die Familien vor Infektionen schützen.

 

Salmonellen, Escherichia coli sowie Spulwürmer sind die häufigsten von Haustieren übertragene Krankheiten

Die Tipps zum besseren Schutz basieren auf einer Metastudie, die an der Ohio State University (USA) ausgewertet wurde. Dazu nahmen Forscher 500 Studien weltweit im Hinblick auf das Risiko der Übertragung von Krankheiten von Haustieren auf den Menschen unter die Lupe. Sie konnten nachweisen, dass am häufigsten Infektionen mit Salmonellen, Escherichia coli sowie Spulwürmern übertragen werden. Vor allem für Menschen mit einem angegriffenen Immunsystem wie ältere Menschen, Schwangere, Krebskranke oder Organempfänger können solche Infektionen gefährlich werden. Für die eigene Gesundheit sollte jeder daher folgende Verhaltensregeln verinnerlichen und penibel einhalten.

 

Effektiver Ansteckungsschutz durch fünf einfache Hygieneregeln

Schutz vor Krankheiten durch Haustiere – Tipp Nr. 1

Alle Plätze des Haustieres sind regelmäßig gründlich zu reinigen. Dazu zählen nicht nur Käfige, sondern auch alle Futter- und Schlafplätze. Nutzen Sie zur Reinigung von Aquarien und Käfigen Einmalhandschuhe. Auch das Entfernen von Kot und Urin sollte nur mit Einmalhandschuhen erfolgen. Generell darf das Katzenklo vor dem Hintergrund der allgemeinen Hygiene nicht dort stehen, wo die Familie zusammenkommt, wo geschlafen, gegessen oder gekocht wird. Damit entfallen als Orte Wohnzimmer, Schlafzimmer, Esszimmer und ebenso die Küche.

 

Schutz vor Krankheiten durch Haustiere – Tipp Nr. 2

Haben Sie Ihr Haustier gestreichelt, so sollten Sie nach dem Kontakt immer gründlich Hände waschen. Greifen Sie ruhig zur Seife und achten Sie auch auf die Zwischenräume zwischen den Fingern, denn Wasser allein kann nicht alle Keime restlos beseitigen.

 

Schutz vor Krankheiten durch Haustiere – Tipp Nr. 3

Es gilt zwar als besonderes Zeichen der großen Zuneigung und zeugt von Vertrauen, wenn der Hund über das Gesicht von Herrchen und Frauchen schleckt bzw. auf Kommando Küsschen gibt – jedoch ist es unhygienisch, denn im Speichel der Tiere stecken viele Bakterien. Vermeiden Sie daher den direkten Gesichtskontakt mit ihrem tierischen Liebling und trainieren sie ihm gar nicht erst solche vermeintlichen Kunststücke an.

 

Schutz vor Krankheiten durch Haustiere – Tipp Nr. 4

Befinden sich Kinder im Haushalt und gibt es daher einen Sandkasten zum Spielen auf der Terrasse oder im Garten, so denken Sie bitte daran, die Sandkiste nach dem Spielen immer abzudecken. Sonst wird der Sandkasten von Freigänger-Katzen gerne als Katzenklo missbraucht und somit der Spielspaß enorm gemindert.

 

Schutz vor Krankheiten durch Haustiere – Tipp Nr. 5

Im Verdauungstrakt von Reptilien und Amphibien kommen Salmonellen vor. Die Bakterien helfen den Tieren bei der Verdauung. Daher tragen Schildkröten, Frösche und Salamander aber auch Schlangen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko in sich. Experten empfehlen daher den Tierhaltern folgende Reihenfolge gewissenhaft einzuhalten: Nach dem Kontakt mit dem Haustier geht es zunächst zum Händewaschen ans Waschbecken und erst danach können Hände geschüttelt oder am Tisch gegessen werden.

 

 

Haustier dennoch regelmäßig beim Tierarzt vorstellen

Niemand muss auf ein Haustier verzichten, auch wenn die Gefahr einer Ansteckung besteht, weil die Tiere verschiedene Krankheitserreger in sich tragen können. Studien haben gezeigt, dass sich Haustiere positiv auf die Gesundheit auswirken. Sie fördern die Interaktion, die Kommunikation und die Bewegung. Bei älteren Menschen kann ein Haustier beispielsweise vor Einsamkeit schützen und bei gestressten Menschen das Stresslevel herunterfahren.

Die fünf einfachen Hygieneregeln bieten einen guten Schutz vor Ansteckung und damit vor der Übertragung von Krankheiten vom Haustier auf den Menschen. Achten Sie außerdem darauf, dass es ihrem Tier gut geht. Mit guter Ernährung, artgerechter Haltung und dem regelmäßigen Tierarzt-Besuch tun sie nicht nur etwas für ihren Liebling, sondern indirekt auch für sich. Ein gesundes Tier hat ein gut funktionierendes Immunsystem und ist daher weniger anfällig für Krankheiten. Der Veterinär achtet nicht nur auf einen umfassenden Impfschutz, sondern behandelt auch Parasiten wie Würmer, Flöhe, Milben und Co.

 

Sind Sie selbst aufgrund von chronischen Erkrankungen oder Allergien gesundheitlich angeschlagen und möchten sich dennoch ein Haustier anschaffen, reden Sie vorher mit Ihrem behandelnden Arzt und lassen Sie sich vom Tierarzt beraten, welches Haustier in der jeweiligen Situation für Sie am besten geeignet ist.

 

Der familien-gesundheit.de-Tipp

Erste Hilfe für Haustiere

Wer die Fahrprüfung ablegen möchte, muss vorher zur Erste-Hilfe-Schulung. Erste Hilfe Kurse gibt es auch für Tierhalter. Hier lernen Herrchen und Frauchen, wie sie im Ernstfall ihrem Liebling helfen können. Ein Erste-Hilfe-Set für Haustiere gehört daher ebenfalls in die Hausapotheke und sollte für alle Familienmitglieder schnell erreichbar sein.

 

Disclaimer
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