Die Schokoladen-Diät: Zu schön, um wahr zu sein?

Wie Ihnen Schoki beim Abnehmen helfen soll

Eine Diät ist mit einer Menge Arbeit und vielen Entbehrungen verbunden. Viele Dinge, die gut schmecken, werden entweder stark eingeschränkt oder gänzlich weggelassen. Wie kann man also von einer Abnehmmethode, die das Wort Schokolade schon im Namen hat, irgendwelche Erfolge erwarten? Wir verraten Ihnen, was genau hinter der Schokoladen-Diät steckt, wie sie funktioniert und welche Vor- und Nachteile sie bietet.

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Fast alle Menschen lieben sie: Die süße, zartschmelzende Verführung aus Kakao und Milch. Die Rede ist natürlich von der Schokolade. Normalerweise führt ein zu viel an Schokolade unweigerlich zum „Hüftgold“. Nun soll ausgerechnet Schoki dabei helfen, abzunehmen? Jedoch ist nicht jede Schokolade für die Schokoladen-Diät geeignet. Es muss schon Bitterschokolade sein mit einem möglichst hohen Anteil an Rohkakao. Je dunkler die Schokolade desto besser.

 

Woher kommt die Schokoladen-Diät?

Konzipiert wurde das ungewöhnliche Diät-Prinzip von der Moderatorin und bekennenden Genießerin Ruth Moschner. Anstoß gab eine dänische Studie zum positiven Sättigungseffekt von Bitterschokolade. Moschner sah sich durch ihren Bekanntheitsgrad nahezu verpflichtet, diesen Effekt wirksam in eine Abnehmstrategie zu integrieren. Die TV-Moderatorin kombinierte Bitterschokolade mit anderen, sinnvollen Diäterfahrungen. Herauskam die Schokoladen-Diät, die Moschner auch gleich selbst an sich erfolgreich testete: Statt Kleidergröße 40 trägt sie nun 36.

 

Schlank durch Schokolade: So funktioniert der Abnehmtrend

Irgendwo ist es doch schade, dass es sich bei der Schokoladen-Diät NICHT um eine Monoernährung handelt, wie es zum Beispiel bei der Ananas-, Kartoffel- oder Kohlsuppen-Diät der Fall ist. Trotz des etwas irreführenden Namens ist sie nämlich ein ernsthaftes Abnehmprinzip. Die Schokolade spielt nur eine untergeordnete Rolle und hat lediglich einen unterstützenden Effekt.

Die eigentliche Diät ist ähnlich einer Low-Carb-Diät konzipiert, bei der eine gesunde, ausgewogene Ernährung im Vordergrund steht. Morgens stehen Obst und Vollkornprodukte auf dem Speiseplan, mittags Ballaststoffe, abends überwiegend Eiweiß: Die Kohlenhydrate werden also über den gesamten Tag hin immer weiter reduziert. Kalorien müssen Sie bei der Schokoladen-Diät nicht zählen und an Fett und Proteinen gibt es grundsätzlich keine Mengenbeschränkungen. Getrunken wird Wasser oder ungesüßter Tee. Mindestens 20 Minuten Bewegung täglich sind ebenfalls vorgesehen. Vor Beginn der Diät sollten Sie außerdem 72 Stunden lang auf sämtlichen Zucker verzichten.

 

Bitterstoffe im Rohkakao als Appetitzügler

Was hat das alles mit der kakao- und zuckerhaltigen Süßigkeit zu tun? Ihren Namen erhält die Schokoladen-Diät aus folgendem Grund: Eine halbe Stunde vor jeder Mahlzeit, und auch einmal zwischendurch am Nachmittag, sollen Sie zwei Stücken dunkle Schokolade essen. Entscheidend ist hier der hohe Anteil an Rohkakao. Empfohlen wird, dass er mindestens 70 Prozent oder höher liegt. Der Rohkakao in der Bitterschokolade soll den Appetit zügeln, so dass bei der Hauptmahlzeit weniger gegessen wird und sich ein Abnehmeffekt einstellt. Des Weiteren beschleunige die süße Sünde den Zuckerstoffwechsel. Außerdem hat Schokolade einen wichtigen psychologischen Effekt. Während der Schokoladen-Diät müssen Sie nicht völlig auf Süßes verzichten, auch wenn andere fett- und zuckerhaltige Leckereien dennoch tabu sind. Das schafft zum einen Motivation, zum anderen beugt es Heißhungerattacken vor.

 

Die Schokoladen-Diät funktioniert, aber nicht wegen der Schokolade

Mit Schokolade abzunehmen ist leider wirklich zu schön, um tatsächlich wahr zu sein. Dass die Schokoladen-Diät Erfolge mit sich bringt, liegt nicht an der erlaubten Nascherei, sondern an der allgemeinen Ernährungsumstellung und natürlich der sportlichen Betätigung. Somit ist sie bis auf die gelegentlich erlaubte „Sünde“ nicht wirklich anders als jede andere funktionelle Diät: Ein gesunder Lebenswandel ist und bleibt das A und O.

Völlig nutzlos ist die Schokolade jedoch nicht, und das nicht nur wegen des bereits erwähnten psychologischen Effekts oder der leichten Appetithemmung. Schokolade mit einem hohen Rohkakaoanteil enthält viele Bitterstoffe und beeinflusst dadurch unser Geschmacksempfinden. Andere Süßigkeiten schmecken so schnell immens übersüßt, was unseren Hunger auf verbotene Leckereien automatisch schmälert. Ein weiterer, interessanter Nebeneffekt: Schoko-Liebhaber haben laut einer Studie der Universität Cambridge ein beinahe 40 Prozent geringeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Problemen zu erkranken.

 

Die Schokoladendiät kombiniert Ernährungsumstellung und Bewegungsprogramm mit einer Belohnung

Das Fazit der Redaktion von familien-gesundheit.de: Die Schokoladen-Diät ist keine Crashdiät wie viele andere, höchst ungesunde und meist unwirksame Abnehmstrategien, sondern wirklich eine gute Möglichkeit, um überschüssige Pfunde zu verlieren. Eine sinnvolle Ernährungsumstellung steht im Vordergrund und auch ein moderates Bewegungsprogramm ist in die Trenddiät integriert. Durch den gesunden Lebenswandel wird der gefürchtete Jojo-Effekt vermieden. Nur so ist ein langfristiges und nachhaltiges Abnehmen überhaupt möglich.

Na schön, die Schokolade ist nur ein kleiner Helfer und hauptsächlich eine gute PR-Strategie zum Verkauf des Abnehmkonzeptes „Schokoladen-Diät“. Aber wenigstens müssen Abnehmwillige hier nicht völlig auf Süßes verzichten, wenn sie sich für diese Diät entscheiden. Außerdem wissen wir alle: Schokolade macht glücklich. Und gerade bei einer Diät ist das wohl wichtiger denn je.