Schneckenplage: Schnecken wirkungsvoll bekämpfen

So schützen Sie Ihr Obst & Gemüse vor der "Schleimer-Invasion"

Fast alle Hobbygärtner können ein Lied davon singen: Wenn eine Schneckenplage die Gemüsebeete befällt, darf es kein Zögern geben, sonst ist die Ernte in allergrößter Gefahr. Die gefräßigen Biester müssen leider bekämpft werden. Also ist das Unkrautproblem erst einmal zurückzustellen. Der Kleingärtner muss in die Schlacht gegen die Schnecken ziehen. Doch wie wird man die schleimigen Gemüsevernichter am effektivsten los?

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Fragt man einen Kleingärtner, was ihm so richtig die Laune verderben kann, bekommt man meist zwei Antworten zu hören: 1.) Wucherndes Unkraut und 2.) Schneckenplage. Beide Probleme müssen bekämpft werden. Dafür ist oftmals Ausdauer gefragt – gerade bei den „kleinen Schleimern“.

 

Diese Tipps schützen Ihre Beete vor einer Schneckenplage

Ein Schneckenzaun ist eine gute Möglichkeit, Ihre Pflanzen vor dem Einfall der gefräßigen Invasoren zu schützen. Dieser gebogene „Wall“ aus Metall, Beton oder Kunststoff hält die Tiere von Ihrem Obst und Gemüse fern und kann optisch sogar ganz ansprechend sein. Beim Anbringen sollten Sie jedoch unbedingt darauf achten, dass keine Blätter oder andere Pflanzenteile über dem Schneckenzaun hängen. Ansonsten bieten diese ein erneutes Einfallstor und der Schneckenschutz kann problemlos überwunden werden.

Kupfer hat sich ebenfalls als wirksames Mittel zur Bekämpfung von Schnecken erwiesen. Die wirbellosen Plagegeister meiden nämlich Oxidationsstoffe – und so kann schon ein mit Kupferdraht umwickeltes Beet einer Schneckenplage effektiv entgegenwirken. Töpfe können auch einfach mit Kupfermünzen beklebt werden, um die Schädlinge fernzuhalten.

Sie müssen jedoch nicht unbedingt auf technische Hilfsmittel zurückgreifen, um einer Schneckenplage Herr zu werden. Sie können auch einfach ein Staudenbeet aus Pflanzen anlegen, die Schnecken den Appetit verderben. Dafür eignen sich besonders gut:

  • Akelei
  • Fingerhut
  • Frauenmantel
  • Königskerze
  • Kugeldistel
  • Phlox
  • Pfingstrose
  • oder Schafgarbe.

Auch eine Beeteinfassung kann als Schutzwall für Ihr Obst und Gemüse dienen. Pflanzen Sie einfach eine Mischung aus Bohnenkraut, Kamille, Petersilie oder Weißklee um Ihren Obst- oder Gemüsegarten und die Schnecken werden ganz von selbst von ihm ablassen. Auch gewisse Mulchschichten können bei der Schneckenbekämpfung von Vorteil sein. Fichtennadeln, Kaffeesatz oder Sägemehl mögen die Weichtiere überhaupt nicht.

Bereits mit der Bodenvorbereitung und Bewässerung können Schneckenschäden gezielt eingedämmt werden. Harken Sie Ihre Beete vor dem Bepflanzen so glatt wie möglich, denn so zerstören Sie Höhlen und Hohlräume. Damit nehmen Sie den Schnecken den Sonnenschutz und die Rückzugsmöglichkeit. Gießen Sie Ihre Pflanzen lieber gezielt, anstatt großflächig zu bewässern. Schnecken lieben Feuchtigkeit: Sie sollten sie also nicht noch dafür belohnen, dass sie Ihr Gemüse fressen.

 

Hätten Sie es gewusst?

Schnecke ist nicht gleich Schnecke

Nur weil drei Familienmitglieder sehr gefräßig sind, gerät die ganze Großfamilie unter Generalverdacht. Das ist ungerecht!

Nicht alle Schnecken werden ihren Gartenpflanzen gefährlich. Im Gegenteil. Ein Großteil der Schnecken ernährt sich von abgestorbenen Pflanzenteilen und hilft so, dass Ihr Garten gesund und sauber bleibt. Nur drei Nacktschneckenarten (kleine Ackerschnecke, spanische Wegschnecke und Garten-Wegschnecke) haben es auf Ihre Obst- und Gemüsepflanzen abgesehen. Sie können Ihren Garten „ratzekahl“ fressen und werden schnell zur Plage. Die spanische Wegschnecke hat in Deutschland leider kaum natürliche Fressfeinde.

 

Mit Lockpflanzen und -mitteln können Sie die Schneckenplage eindämmen

Das Einsammeln und anschließende Wegschaffen ist ein altbewährter Weg, eine Schneckenplage einzuschränken. Pflanzen Sie dazu am besten Lockpflanzen wie zum Beispiel Tagetes, umgangssprachlich auch Studentenblume genannt, oder Rhabarber. Rhabarberblätter kann einfach keine Schnecke widerstehen. Die Tiere werden Ihr Gemüse in Ruhe lassen und sich auf Ihre Lieblingsleckerbissen stürzen. Von diesen können sie dann regelmäßig und ausgiebig abgesammelt werden. Sehen Sie auch unter Holzbrettern oder anderen kühlen, dunklen Orten nach. Schnecken lieben diese Rückzugsgebiete und können dort ebenfalls zuhauf gefunden werden.

Sogenannte „Bierfallen“ sind eher nicht zu empfehlen. Zwar sind sie effektive Lockmittel, sie ziehen Schnecken jedoch sehr weitläufig an. Diese fressen dann natürlich alles, was sie auf dem Weg zur Falle finden und können ebenfalls Eigelege ablegen. Des Weiteren schaden Bierfallen anderen Nutztieren wie etwa Igeln, die auch aus der Falle trinken und die darin verendeten Schnecken fressen. Bierfallen sind außerdem recht wartungsintensiv.

 

Viele Nützlinge in Ihrem Garten helfen Ihnen gegen die Schneckenplage

Wenn Sie weitere Unterstützung brauchen, um einer Schneckenplage Herr zu werden, sind indische Laufenten eine gute Wahl. Die Schnecken, die Ihren Garten verwüsten, sind nämlich ihre Leibspeise. Mit nur wenigen dieser gefiederten Tiere werden Sie jede Schneckenplage im Handumdrehen los, selbst, wenn die schleimigen Gesellen zu Hunderten anrücken sollten. Allerdings müssen Sie den Laufenten auch etwas bieten, um sie artgerecht halten zu können. Eine feste Umzäunung des Reviers und eine Wasser- und Badestelle, ein großer Gartenteich zum Beispiel, muss vorhanden sein, damit die Tiere sich wohlfühlen.

Andere Nützlinge wie Igel oder Erdkröten sind deutlich pflegeleichter. Bieten Sie diesen Tieren Rückzugsräume an, werden sie Ihnen dabei helfen, Ihren Garten weitgehend schneckenfrei zu halten.

Wenn Sie zur Schneckenbekämpfung zusätzlich auf chemische Hilfsmittel zurückgreifen, stellen Sie sicher, dass Sie nur zertifiziertes Schneckenkorn auf Basis von Eisen-III-Phosphat verwenden. Das umweltverträgliche Präparat ist für Igel & Co. ungefährlich.