Saftfasten: Die Alternative zum kompletten Verzicht

So entschlacken Sie Ihren Körper & starten den Stoffwechsel neu

Ein paar sogenannte Fastentage einzulegen, soll dem Körper angeblich viel Gutes tun. Die Verdauung wird entlastet, Giftstoffe aus dem Organismus geschwemmt und vieles mehr. Doch der komplette Verzicht auf Nahrung, mit Ausnahme von Wasser oder bestenfalls Tee, ist nicht für jeden etwas. Eine sanftere Alternative zur kurzfristigen „Nulldiät“ kann das Saftfasten darstellen. Hier werden keine Mahlzeiten ausgelassen, sondern lediglich durch Obst- und Gemüsesäfte ersetzt. Auch als Diätmethode kann Saftfasten über einen etwas längeren Zeitraum funktionieren. Wir verraten Ihnen alles, was Sie über das Konzept wissen müssen.

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Beim Wort „Saft“ haben wir eher Obstsäfte wie Apfelsaft, Orangensaft oder Ananassaft vor Augen. Fruchtig, süß und deswegen lecker. Aber es gibt sie durchaus auch in „gemüsig“ mit deutlich weniger Kalorien z. B. als Tomatensaft, Karottensaft oder Rote-Beete-Saft. Säfte sind essentieller Bestandteil des Saftfastens. Mit ihrer Hilfe können Abnehmwillige durchaus Pfunde verlieren. Das Saftfasten sollte jedoch nur als Einstieg in eine Ernährungsumstellung hin zu viel Rohkost und weniger Zucker fungieren.

 

Mit Saftfasten den Körper reinigen & abnehmen: So soll es funktionieren

Beim herkömlichen Fasten nehmen Sie außer Wasser oder Tee überhaupt keine Nährstoffe zu sich. Die Folge: Der Körper schaltet in den Fastenstoffwechsel um und greift zur Nährstoffzufuhr auf seine eigenen Reserven zurück. Beim Saftfasten hingegen wird Ihr Organismus durch die Obst- und Gemüsesäfte weiterhin mit Vitaminen, Mineralien, Enzymen und außerdem mit Kohlenhydraten versorgt. Da die Nährstoffzufuhr nicht gänzlich unterbrochen wird und das Kaloriendefizit deutlich geringer ist, stellt sich Ihr Stoffwechsel auch nicht so drastisch um. Sie nehmen somit weitaus schonender ab, was die Gefahr, dass nach der Fastenkur der Jojo-Effekt eintritt, deutlich reduziert.

Außerdem beinhaltet eine Saftkur durch die bewusste Auswahl von Obst und Gemüse weitere positive Aspekte. Nährstoffe, die sonst nur unreichend konsumiert werden, können hier vermehrt dem Körper zugeführt werden. Einige Inhaltsstoffe in den Säften wirken in der Regel auch antioxidativ, fettverbrennend und regen die Verdauung an.

Wählen Sie den Einstieg in Ihr Saftfasten am besten an stressfreien Tagen wie dem Wochenende. Die Ernährungsumstellung bewirkt am Anfang oft Müdigkeit, Schwächegefühl oder Kopfschmerzen. Oft wird empfohlen, die Saftkur nur über wenige Tage oder eine Woche durchzuführen, weil sonst Mängel an Eiweiß, Fetten und nur in diesen löslichen Vitaminen (etwa A, D und E) auftreten können. Als absolute Obergrenze sind etwa 21 Tage vorgegeben, und auch nur, wenn das Wohlbefinden es zulässt.

 

So gehen Sie Ihre Saftkur richtig an

Damit das Saftfasten seine optimale Wirkung entfalten kann, sollten Sie es richtig machen. Konsumieren Sie pro Tag wenigstens fünf, besser noch sieben Obst- oder Gemüsesäfte (etwa zwei Liter), damit sich kein allzu großer Kalorienmangel einstellt. Setzen Sie hier vermehrt auf frisch hergestellte „Mahlzeiten“. Das Zulegen eines Entsafters ist also mehr als empfehlenswert. Gekaufte, zuckerfreie Biosäfte, etwa aus dem Reformhaus, sind fürs Saftfasten ebenfalls geeignet. Sie sollten jedoch nur als Alternative beziehungsweise Ausnahme in Betracht gezogen werden. Achten Sie vor allem auf Variation: Gestalten Sie Ihre Säfte abwechslungsreich und setzen Sie sie am besten aus drei bis vier Teilen Gemüse und zu ein bis zwei Teilen Obst zusammen, um einen zu hohen Fruchtzuckeranteil zu vermeiden. Da einige Vitamine ohne Fett nicht oder nur schlecht von unserem Organismus aufgenommen werden, empfiehlt es sich, hin und wieder einen Teelöffel Leinöl in den Saft zu geben. Zusätzlich sollten Sie pro Tag zwei bis drei Liter Wasser oder Tee trinken, um den gesteigerten Flüssigkeitsbedarf zu decken.

 

Diese Lebensmittel sollten Sie beim Saftfasten auf jeden Fall auf den Speiseplan setzen

Je nach Wahl von Obst und Gemüse bietet das Saftfasten viele Vorteile. Die Entlastung des Organismus, der Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts und der durch die verringerte Kalorienzufuhr auftretende Gewichtsverlust sind nur einige davon. Nachfolgende Zutaten bieten zum Beispiel diese Effekte:

  • Artischocken regen die Leberfunktion an und helfen so bei der Entgiftung
  • Brennnesseln haben eine entwässernde Wirkung
  • Grapefruitsaft verhindert ein starkes Ansteigen des Insulinspiegels und hemmt die Gewichtszunahme
  • Gurken und Huflattich sind reich an Kalium, welches den Wasserhaushalt der Körperzellen reguliert
  • Karotten enthalten viel Vitamin A für schöne Haut und gute Augen
  • Kirschsaft fördert den Abtransport von Harnsäure
  • Sanddorn ist reich an Vitamin C und lindert Erkältungsbeschwerden
  • Sauerkraut hilft aufgrund von Ballaststoffen gegen Verstopfung
  • Tomaten enthalten viel Lykopin, welches die Zellen schützt

Sie sehen also: Je nach Wahl der Zutaten für Ihren Saft tun Sie Ihrem Körper in vielerlei Hinsicht etwas Gutes. Egal, ob Sie die bessere Versorgung mit Vitaminen oder Mineralstoffen anstreben, Ihre Verdauung auf Vordermann bringen oder Gifte aus Ihrem Organismus spülen möchten, das passende Obst oder Gemüse bringt den gewünschten Erfolg.

 

Abnehmen mit Saftfasten ist dennoch ein zweischneidiges Schwert

Eine Saftkur wirkt sich zwar positiv auf bestimmte Aspekte der Gesundheit aus, allerdings sollten Sie trotzdem einiges beachten. Wenn Sie die Diät länger als ein paar Tage durchführen möchten, gilt dies ganz besonders. Neben den Mangelerscheinungen und der Alltagstauglichkeit des Fastenkonzepts, die dann auftreten, können auch die Diäterfolge stark von Ihren Vorstellungen abweichen.

Abnehmen ist zwar durch das Saftfasten möglich, sogar bis zu drei Kilo die Woche, jedoch werden die Fettreserven meist nur unzureichend angegriffen, vor allem in der Anfangsphase. Ein Hauptgrund für den ersten Gewichtsverlust ist die Entwässerung des Körpers und den Abbau von Muskelmasse. Da die weiterhin bestehende Kohlenhydratzufuhr die Ketonbildung aus dem Körperfett einschränkt, wird der Organismus zuerst den Eiweißspeicher angreifen. Durch die schwindende Muskulatur geht der Energieverbrauch zurück, die Abnehmerfolge werden im Verlauf des Saftfastens immer geringer oder stagnieren ganz.

Achten Sie des Weiteren darauf, am Ende Ihrer Fastenkur Ihre Ernährung erst langsam wieder auf feste Nahrung umzustellen. Ernähren Sie sich sofort wieder regulär, kann es zu Übelkeit und anderen Beschwerden kommen. Dies geschieht aufgrund der plötzlichen Überforderung des entspannten Verdauungssystems und des entschlackten Körpers. Gänzlich sollten Sie ohnehin nicht in alte Gewohnheiten zurückfallen, sondern Ihre Ernährung lieber generell auf gesündere und ausgewogenere Kost umstellen. Ansonsten werden Ihre Diäterfolge nicht lange halten, denn auch bei einer Saftkur droht der Jojo-Effekt.

Außerdem eignet sich das Saftfasten nicht für jeden. Leiden Sie an Herzerkrankungen, Diabetes oder einer Essstörung, sollten Sie diese Form der Diät nicht in Erwägung ziehen. Auch Menschen mit Magenproblemen oder einer Fruktose-Intoleranz können sehr sensibel auf eine Saftkur reagieren. Übelkeit und Durchfall sind hier als Folgen zu nennen. Generell sollten aber auch gesunde Menschen vor dem Saftfasten die Meinung eines Arztes einholen. Schwangeren, stillenden Müttern sowie Kindern und Jugendlichen ist von jeder Art des Fastens, also auch vom Saftfasten, abzuraten.

 

Eine kurzzeitige Saftkur ist jedoch völlig unbedenklich

Saftfasten ist dennoch eine gute Möglichkeit, den Körper zu entschlacken und den Stoffwechsel zurückzusetzen, sofern die Methode nur über einige Tage angewandt wird. Für eine langfristige Ernährung ist die Abnehmstrategie jedoch ungeeignet und sollte lediglich den Start in gesunde, ausgewogene Essgewohnheiten erleichtern. Selbstverständlich ist gegen eine konzentrierte Vitamin- und Nährstoffbombe nebenbei absolut nichts einzuwenden, um Ihrem Organismus von Zeit zu Zeit etwas Gutes zu tun.

 

Der familien-gesundheit.de-Tipp

Wegen der Ballaststoffe: Smoothie-Kur die bessere Alternative zum Saftfasten

Da jedoch die Obst- und Gemüsesäfte kaum wertvolle Ballaststoffe enthalten, wäre der Griff zum kalorienreduzierten Smoothie die bessere Alternative. Hier sollten Sie jedoch darauf achten, dass Sie den Smoothie nicht mit Milchprodukten wie z. B. Joghurt oder Buttermilch „strecken“, sondern die gesamte Frucht oder das Gemüse solange mit Wasser vermixen, bis die gewünschte, trinkbare Konsistenz erreicht ist.