Richtiges Packen, Heben und Tragen beim Umzug

So wird der Wohnungswechsel für den Rücken schonender

Ein Umzug ist meist mit einem Neuanfang verbunden. Raus aus der kleinen Studentenbude und rein ist echte Leben, neue Herausforderungen in einer neuen Stadt bewältigen oder vielleicht sogar mit dem oder der Liebsten in die erste gemeinsame Wohnung. So aufregend die Gründe für einen Umzug auch sein mögen: Es ändert leider nichts an der Tatsache, dass das Umziehen immer mit viel Aufwand verbunden ist. Organisatorische Strapazen sowie das Demontieren von Möbeln und Packen von Kartons nehmen Zeit in Anspruch. Und dann ist da ja auch noch die Anstrengungen beim Heben und Tragen des Hab und Guts. Nach einem langen Umzugstag können Arme und Beine schmerzen und der Rücken sagt „Autsch“.

Doch mit ein paar hilfreichen Tipps und Tricks können Sie die gesamte „Operation Umzug“ deutlich angenehmer gestalten. Wir verraten Ihnen, worauf Sie achten müssen.

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Genau so (wie auf dem Bild) besser nicht: Packen Sie die Umzugskisten nicht zu voll und gehen Sie lieber einmal öfters, denn Umzugskarton-Schleppen ist keine Akrobatiknummer! Richtiges Heben & Tragen beim Umzug will gelernt sein. Ihr Rücken wird es Ihnen danken!

 

1. Schritt: Umzugskisten richtig packen

Allein durch das richtige Packen Ihrer Umzugskartons können Sie Ihnen und Ihren Helfern bereits eine Menge Arbeit beim Umzug abnehmen sowie Muskeln und Rücken schonen. Zu vollgepackte Umzugskisten helfen niemanden – laufen Sie lieber einmal mehr, anstatt sich unnötig kaputtzuschleppen. Ein einzelner Umzugskarton sollte daher nicht mehr als 15 Kilo wiegen.

Geben Sie vor allem bei Büchern acht, da hier schnell einiges an Gewicht zustande kommt. Nutzen Sie zum Beispiel spezielle Bücherkartons, die etwas kleiner sind als gewöhnliche Umzugskisten, oder füllen Sie letztere nach einer Schicht Büchern mit leichteren Gegenständen wie  Kissen, Decken oder Ähnlichem. Ähnlich verfahren können Sie auch mit CDs, DVDs oder anderen Ton- und Datenträgern.

Bei Küchenutensilien wie Geschirr und Gläsern sollten Sie beachten, dass alles Zerbrechliche gut mit Packpapier oder Luftpolsterfolie umwickelt ist. Stellen Sie Teller am besten hochkant und packen Sie je nach Gewicht höchstens eine Schicht Tassen oder Gläser darauf. Stellen Sie außerdem sicher, dass alle Zwischenräume gut gefüllt und ausgepolstert sind. Wenn Sie am Karton rütteln, sollte nichts mehr klappern.

Bei Bad-Utensilien sollte alles, was auslaufen und damit die Tragfestigkeit des Umzugskartons beeinflussen könnte, unbedingt fest verschlossen und bestenfalls noch einmal zusätzlich zugeklebt werden. Achten Sie auch hier auf das Gewicht der Umzugskiste: Auch hier sollten Sie im Zweifelsfall lieber mit Handtüchern oder Waschlappen nachfüllen.

Die Tragegriffe Ihrer Kartons sollten grundsätzlich frei bleiben. Stellen Sie ebenfalls sicher, dass sich keine scharfen oder spitzen Gegenstände in der Nähe dieser befinden, damit sich niemand beim Hineingreifen verletzt.

 

2. Schritt: Richtiges Heben & Tragen schont den Rücken

Sind alle Kartons gepackt und alle Möbel demontiert, die Sie nicht in einem Stück tragen lassen, kann der Tag des Umzugs endlich kommen. Der Transporter ist bestellt, Freunde und Bekannte sind als Helfer mobilisiert: Nun muss verladen werden. Um Rückenschmerzen oder sogar schlimmen Verletzungen wie etwa einem Bandscheibenvorfall vorzubeugen, sollten Sie jedoch einiges beim Heben und Tragen Ihrer Habseligkeiten beachten.

Wenn Sie einen schwere Gegenstand richtig und rückenschonend heben wollen, stellen Sie sich möglichst nah an ihn heran. Begeben Sie sich in eine Grätschposition und achten Sie vor allen darauf, dass Ihr Rücken gestreckt und nicht gebeugt ist. So verringern Sie die Belastung auf Ihre Wirbelsäule erheblich. Nutzen Sie zum Hochstemmen Ihre Beinmuskulatur und heben Sie nicht aus dem Rücken heraus. Vermeiden Sie außerdem ruckartiges Heben – stemmen Sie sich und die zusätzliche Last stattdessen gleichmäßig nach oben.

Das richtige Tragen ist ebenfalls wichtig, wenn Sie gesundheitliche Probleme vermeiden wollen. Tragen Sie Umzugskisten oder andere Gegenstände möglichst nah am Körper und halten Sie Brust und Schultern straff. Ihr Rücken sollte stets gerade bleiben, neigen Sie sich also nicht in Richtung Last. Vermeiden Sie es auch, schwere Dinge nur mit einer Hand zu tragen. Die einseitige Belastung führt schnell zu Zerrungen oder anderen Verletzungen.

Auch beim Absetzen gilt: Lassen Sie den Rücken gerade und nutzen Sie Ihre Beinmuskulatur. Drehen Sie sich nicht zur Seite, sondern drehen Sie am besten den ganzen Körper.

Und nicht zuletzt: Machen Sie hin und wieder eine Pause. So können sich Ihre Muskeln erholen und werden nicht durch die Dauerbelastung überanstrengt. Auch während des Tragens eines schweren Gegenstands sollte er, je nach Strecke vom Umzugswagen zur neuen Wohnung, ein oder mehrere Male abgesetzt werden.

 

Zusammenfassung

Das Wichtigste zum richtigen Heben und Tragen beim Umzug

  • Sorgen Sie für einen stabilen Stand.
  • Heben Sie immer aus den Beinen heraus, nie aus dem Rücken.
  • Halten Sie Ihren Rücken gerade und verdrehen Sie nicht die Wirbelsäule.
  • Heben Sie gleichmäßig und nicht ruckartig.
  • Tragen Sie Kisten und Lasten immer nah am Körper.
  • Vermeiden Sie einseitige Belastungen.
  • Sperrige Gegenstände tragen sich besser zu zweit.
  • Für besonders schwere Dinge nehmen Sie Hilfsmittel wie Schub- oder Sackkarre.
  • Machen Sie regelmäßig Pausen.