Richtige Atmung gegen den Stress

Für die innere Balance: Atmen Sie den Stress einfach weg!

Omas Rat gegen den Stress klingt banal, ist aber hochgradig effektiv: „Bevor Du platzt, atme erst einmal tief durch.“ Es ist ein guter Tipp, sich in stressigen Momenten einfach die Zeit zu nehmen, um bewusst tief Luft zu holen – langsam einzuatmen und noch langsamer wieder auszuatmen. Die Atemübung sorgt wirklich dafür, den Kopf frei zu bekommen und klarer zu sehen. Wer sich angewöhnt, bewusst auf die Atmung zu achten, ist in der Lage, dem Stress ein Schnippchen zu schlagen und besser abzuschalten.

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Verschaffen Sie sich kleine Auszeiten vom stressigen Alltag, indem Sie ganz bewusst Atmen und so das ablaufende Programm unterbrechen. Tiefes Ein- und Ausatmen beeinflusst indirekt auch den Herzschlag und senkt den Blutdruck. Das sorgt nicht nur für Entspannung, sondern auch für einen klaren Kopf.

 

Atmen heißt leben. Vom ersten Atemzug direkt nach der Geburt bis zum letzten Atemzug strömt Luft in die Bronchien, sodass in der Lunge der Sauerstoff-Austausch klappt: Das lebenswichtige Element wird vom Blut neu aufgenommen, während das verbrauchte Kohlendioxid abgegeben und ausgeatmet wird. Versiegt der Luftstrom, herrscht akute Lebensgefahr. Vielfach unbewusst spiegeln sich die Emotionen und die Gefühlslage eines Menschen in der Atmung wieder. Bei Angst atmen wir flacher. Werden wir erschreckt, stockt uns buchstäblich der Atem und bei Stress atmen wir hastiger.

 

Steuerung des Herzschlages und des Blutdrucks indirekt über die Atmung möglich

Normalerweise läuft die Atmung unbewusst ab. Wir können sie aber willentlich beeinflussen z. B. beim Schwimmen und Tauchen. Damit haben wir natürlich auch jederzeit die Möglichkeit, das ablaufende Programm zu durchbrechen. Über das Nervensystem sind Anspannung und Entspannung miteinander gekoppelt. Dieses Wissen lässt sich gezielt einsetzen, um nicht nur den Gemütszustand, sondern auch die Gesundheit positiv zu beeinflussen. Schließlich hat die Atemfrequenz Einfluss auf die Herzfrequenz. Herzschlag und Blutdruck lassen sich anders, als die Atmung, nicht willentlich kontrollieren, aber indem wir ganz bewusst atmen, können wir indirekt auch ihre Steuerung ein Stück weit übernehmen. Genau hier setzen Entspannungstechniken an.

Wer sich beruhigen will, muss das Ausatmen verlängern. Hier ist einfaches Zählen hilfreich. Zählen Sie zur Beruhigung beim Einatmen bis vier und beim Ausatmen bis sechs. Das Mitzählen bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich: Der Körper muss sich auf eine andere Sache (die Zählerei) konzentrieren. Parallel ablaufendes Grübeln wird damit schon einmal beendet. Durch das bewusste Atmen und Zählen sind Sie gezwungen, alles andere auszublenden und sich nur auf diese eine Sache zu konzentrieren. Genau auf diese Fokussierung setzen viele Meditationstechniken und auch Yoga, Tai Chi, Qui Gong und Co. Sie nutzen das bewusste Atmen bzw. die Beobachtung des Atems zur Besinnung auf sich selbst und wollen darüber die vollständige, innere Harmonie erreichen.

 

 

Bauchatmung sorgt für tiefere Entspannung

In stressigen Situationen sollten Sie diese ganz einfache Atemübung ruhig einmal selbst ausprobieren. Es kostet sie nichts – außer ein paar Minuten Zeit für das Innehalten und die innere Einkehr. Steuern Sie ganz bewusst ihren Atem. Atmen Sie tief in den Bauch hinein, sodass sich nicht nur Ihr Brustkorb hebt und senkt, sondern auch das Zwerchfell richtig arbeiten muss. Die Bauchatmung ist viel tiefer und eigentlich die natürlichere Atmung des Menschen. Dank der Bauchatmung stehen uns zwei Drittel mehr Atemvolumen zur Verfügung. So stehen einem Erwachsenen rund 50 Liter Luft zur Verfügung. In stressigen Zeiten reduziert sich das Volumen durch eine flache, hektische Atmung manchmal auf nur 7 bis 10 Liter. Eine solche Unterversorgung hat auf Dauer weitreichende Konsequenzen: Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Depressionen und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Folge, denn die Bauchatmung wird im Laufe der Zeit immer mehr verlernt.

Gut zu sehen ist das bei Babys. Bei ihnen hebt und senkt sich der ganze Bauchraum und nicht nur der Brustkorb. Falsches Atmen kann man sich zwar angewöhnen, aber auch wieder abgewöhnen. Achten Sie daher auf ihre Atmung, denn die Bauchatmung führt ganz nebenbei zu einer besseren, weil tieferen Entspannung. Der Herzschlag wird ruhiger, der Blutdruck sinkt und der Tonus der Muskulatur, als die Muskelspannung, nimmt messbar ab. Die verbesserte Sauerstoffzufuhr sorgt für einen klareren Kopf. Wenn der Chef im Büro also mal wieder kurz vor Feierabend „nervt“ und noch ganz dringend die Präsentation für morgen fertiggestellt haben will, halten Sie kurz inne und atmen Sie den Stress bewusst weg!

 

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