Quarkwickel bei Milchstau

Wenn sich Muttermilch schmerzhaft in der Brust staut

Stillen ist schön, praktisch und gesund. Aber leider klappt es nicht immer so, wie es soll. Gerade in der Anfangszeit, aber auch in Stresssituationen, wenn Sie schon seit Monaten stillen, kann sich Milch in der Brust stauen. Dann ist schneller Rat gefragt. Ein bewährtes Hausmittel dabei sind Quarkwickel. Wie Sie richtig angewendet werden, lesen Sie hier nach.

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Wenn es um die Linderung von Entzündungsbeschwerden und das Kühlen geht, sind Quarkwickel ein lang erprobtes und äußerst preisgünstiges Mittel, das meist auch direkt im Haushalt vorhanden ist. Quarkwickel helfen nur bei Milchstau, sondern ebenso bei Erkältungen oder Knieverletzungen.

 

Wenn die Milch nicht richtig abfließt, schmerzt die Brust, das Brustgewebe verhärtet und es bilden sich feste Knubbel. Die Brust ist dann sehr druckempfindlich, auf der Haut können sich rote Flecken abzeichnen. Kopfschmerzen und Fieber sind weitere mögliche Symptome bei einem Milchstau. Im schlimmsten Fall kann aus dem Milchstau eine Brustentzündung entstehen, die mit Antibiotika behandelt werden muss. Meistens lässt sich ein Milchstau jedoch lösen: Mit einem einfachen Quarkwickel. Unschlagbare Vorteile von Quarkwickeln bei Milchstau oder anderen Entzündungen sind:

  • gute Verträglichkeit
  • frei von Nebenwirkungen
  • preisgünstig („Zutaten“ sind meist eh im Haus).

 

Bewährtes Hausmittel bei Milchstau: der Quarkwickel

Ein Quarkwickel verschafft bei Milchstau schnell Linderung. Der Quark kühlt hervorragend, wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend und verringert ein wenig die Milchbildung. Die im Quark enthaltene Flüssigkeit verdunstet und verursacht den kühlenden Effekt. Die Milchsäure entzieht dem Gewebe die Entzündungsstoffe. Diese entzündungshemmende Wirkung ist stärker, wenn Sie den Quark direkt auf die Brust streichen. Stehen Kühlung und Schmerzlinderung im Vordergrund, kann der Quark in Küchenpapier oder ein Mulltuch eingeschlagen werden (siehe unten). Ist der Wickel durchgewärmt, wird er abgenommen. Sie können die Behandlung mehrmals täglich wiederholen, insgesamt werden die Quarkwickel bei Milchstau so lange angewendet, bis die Rötung verschwunden ist und keine schmerzhaften Knötchen mehr tastbar sind.

 

Quarkwickel bei Milchstau richtig anwenden

Es ist wichtig, vor dem Auflegen des Wickels die Brust durch Stillen oder Ausstreichen der Milch zu entlasten. Legen Sie Ihr Kind so an die Brust, dass sein Kinn in die Richtung der geröteten, schmerzhaften Stelle zeigt. Denn dann wird dieser Bereich am besten leergetrunken. Je nachdem, wie viel Zeit Sie für das Stillen benötigen, können Sie bei Milchstau den Quarkwickel schon vorher vorbereiten oder einen vorbereiteten aus dem Kühlschrank nehmen, denn der Quark sollte nicht gar so kalt sein. Anschließend legen Sie sich am besten hin und breiten den vorbereiteten Quarkwickel auf der Brust aus. Vergessen Sie nicht, ein Handtuch unterzulegen, falls es kleckert.

Sobald der Wickel durchgewärmt ist und der Quark anfängt zu trocknen, nehmen Sie ihn ab. Quarkreste auf der Haut lassen sich mit einem feuchten Tuch abwischen.

 

 

Quarkwickel vorbereiten

Für einen Quarkwickel bei einem Milchstau brauchen Sie ganz normalen Quark, eine 500g-Packung reicht für etwa vier Wickel. Weiterhin benötigen Sie Küchenpapier oder ein Mulltuch und einen feuchten Waschlappen zum anschließenden Saubermachen.

Für die „klassische“ Variante nehmen Sie ein Mulltuch. Streichen Sie in der Mitte einen gut acht Zentimeter breiten und einen halben bis einen Zentimeter dicken Streifen Quark darauf. Dann schlagen Sie das Tuch darüber. Das entstandene „Quarkband“ wird in einem Ring um die Brust gelegt, wobei die Brustwarze ausgespart bleibt, damit die empfindliche Haut nicht noch weicher wird.

Sehr praktisch und gut vorzubereiten sind Quarkwickel mit einem Ring aus Küchenpapier: Legen Sie zwei Blätter Küchenpapier übereinander und schneiden Sie einen Kreis aus, der etwa so groß ist wie Ihre Brust. In die Mitte schneiden Sie ein Loch in der Größe Ihrer Brustwarze. Legen Sie einen der Papierringe auf einen Teller, bestreichen Sie ihn etwa fingerdick mit Quark und bedecken Sie ihn mit dem zweiten Papierring – fertig. Von diesen Quarkwickeln können Sie auch gleich einen Tagesvorrat vorbereiten. Mit etwas Frischhaltefolie zwischen den einzelnen Wickeln lässt sich so ein Stapel bestens auf einem Teller im Kühlschrank aufbewahren.

 

Rat von der Hebamme holen, wenn bei Milchstau Quarkwickel allein nicht helfen

Sind Sie verunsichert, weil Ihre Brust schmerzt und Sie sich außerdem krank fühlen, ist es ratsam, schon frühzeitig Ihre Hebamme anzurufen. In vielen Fällen kann sie einen Milchstau mit Massagen und durch gezieltes Ausstreichen der Milch lösen. Auch sonst kann Sie Ihnen Tipps zum Anlegen des Babys geben und bei Stillproblemen helfen. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen im Übrigen nicht nur in der Mutterschutzzeit, sondern bis zum Ende der gesamten Stillzeit die Beratung und Hilfe durch eine Hebamme.

 

Achtung - der trimeda-Hinweis bei Milchstau

Klingen die Beschwerden nicht zügig ab, suchen Sie Rat bei der Hebamme oder Ihrem Gynäkologen

Ist der Milchstau trotz Quarkwickel am nächsten Tag nicht abgeklungen oder zumindest eine deutliche Besserung eingetreten, sollten Sie, ohne länger zu warten, Ihre Hebamme oder Frauenärztin um Rat fragen. Denn es könnte sich auch um eine Brustentzündung handeln, die möglicherweise mit einem Antibiotikum behandelt werden.

Disclaimer
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