Pro & Contra Nabelschnurblut-Spenden

Übersicht: Vorteile & Nachteile des Spendens von Nabelschnurblut

Selbst in Fachkreisen wird noch immer heftig diskutiert über die Frage „Nabelschnurblut-Einlagerung – ja oder nein?“. Als Konsens aus den Stimmen von Kritiker und Befürwortern ist herauszuhören, dass Nabelschnurblut eigentlich zum Wegwerfen viel zu schade ist. Mit dem Spenden des Nabelschnurblutes gibt es Alternativen zum privaten Aufbewahren. Doch welche Pro- und Contra-Argumente lassen sich für die Nabelschnurblut-Spende vortragen? Die Redaktion von familien-gesundheit.de hat für Sie im Überblick kurz die Vorteile und Nachteile aufbereitet.

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Die Frage „Welche Argumente sprechen für bzw. gegen das Spenden von Nabelschnurblut an eine öffentliche Blutbank?“ lässt sich nicht mal eben schnell am Rande beantworten. Nur wer umfassend informiert ist, kann die richtige Entscheidung für sich und seine Familie treffen. Die Redaktion von familien-gesundheit.de hat für Sie hier Pro- & Contra-Argumente Überblick zusammengetragen.

 

Pro Nabelschnurblut-Spenden: Argumente für das Geschenk an die Allgemeinheit

Pro: Beim Spenden des Nabelschnurblutes die Allgemeinheit am eigenen Glück teilhaben lassen

Kurz nach der Geburt sprudeln die Glückshormone. Das kleine Wunder kann nach neun Monaten endlich bestaunt werden. Viele frischgebackene Eltern haben das Bedürfnis, etwas von ihrem Glück abzugeben. Sie wollen die Freude mit aller Welt teilen und Hoffnung schenken. Mit dem Nabelschnurblut können selbst Neugeborene zum Lebensretter werden. Die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut bedeuten für einen Patienten mit passenden Gewebemerkmalen Aussicht, auf ein gesundes, neues Leben. Während das Nabelschnurblut bei der privaten Einlagerung für Jahrzehnte im Kryotank verschwindet und womöglich niemals gebraucht wird, können die gespendete Stammzellen schon morgen Leben retten.

Pro: Die Nabelschnurblut-Spende ist kostenlos

Bei der Einlagerung für die private Vorsorge entstehen für die Eltern ganz, konkrete Kosten – abhängig vom ausgewählten Anbieter, dem gewünschte Produkt sowie der angestrebten Laufzeit. Es gibt vom Anbieter Rechnung mit einem konkreten Preis. Schnell reißt da ein vierstelliger Betrag eine Lücke ins Familienbudget – und das in einer Zeit, in der viele, neue Anschaffungen zu tätigen sind. Spenden Eltern dagegen das Nabelschnurblut, so entstehen ihnen selbst keine Kosten. Die Kosten für Transport, Untersuchung, Aufbereitung und Konservierung übernimmt die öffentliche Nabelschnurblutbank. Sie finanziert sich größtenteils aus Spendengeldern.

Pro: Spenden des Nabelschnurblutes ist schnell und einfach

Unmittelbar nach der Geburt wird das Nabelschnurblut entnommen. Dazu erfolgt eine Punktion der Nabelschnurvene nach dem Abnabeln. Der Vorgang selbst dauert kaum mehr als zwei bis drei Minuten. Mutter und Kind bekommen davon überhaupt nichts mit, denn die Punktion ist vollkommen schmerzfrei und risikolos.

Die Eltern in spe müssen sich nur mindestens fünf Wochen vor dem Entbindungstermin bei der öffentlichen Nabelschnurblutbank melden und ihren Spende-Wunsch vormerken lassen. Daraufhin schickt die Blutbank das benötigte Spenden-Set zu. Dieses muss in die Entbindungsklinik mitgenommen und im Kreissaal abgegeben werden. Spontane Spenden ohne vorherige Anmeldungen sind nur in wenigen deutschen Kliniken möglich.

 

Contra Nabelschnurblut-Spenden: Argumente gegen die öffentliche Spende

Contra: Das Stammzelldepot gehört der Nabelschnurblutbank

Nach der Spende des Nabelschnurblutes hat die öffentliche Nabelschnurblutbank alle Rechte am Präparat, d. h. weder die Eltern noch das Kind können über die Verwendung der Stammzellen später entscheiden. Selbst wenn akuter Bedarf besteht, gibt es keinerlei Sicherheit, dass der Nachwuchs Zugriff auf die eigenen Stammzellen erhält. Die Gründe dafür sind vielfältig: Unter Umständen wurde das Nabelschnurblut bereits erfolgreich einem anderen Menschen transplantiert. Auch kann es sein, dass das Nabelschnurblut am Ende gar nicht eingelagert wurde, denn nur 50 % aller Schwangeren werden nach der Anamnese überhaupt für die Spende zugelassen und selbst danach muss noch eine Mindestzellzahl erreicht werden. Diese ist abhängig von der gewonnenen Menge des Nabelschnurblutes. So schafft nur ca. ein Drittel des gespendeten Nabelschnurblutes den Weg in den Kryotank.

 

Contra: Kommunikation mangelhaft

Während die privaten Stammzellbanken den Eltern über die Einlagerung ein Zertifikat ausstellen, werden die Eltern beim Spenden des Nabelschnurblutes von der öffentlichen Nabelschnurblutbank nach Abgabe der Spende kaum weiter informiert. Im Idealfall erfahren sie noch, ob es überhaupt zur Aufbewahrung kam. Aber das Informieren, ob das Nabelschnurblut einem anderen Menschen helfen konnte, ist in Deutschland nicht üblich. Andere Länder sind da bereits weiter.

 

Contra: Spenden nicht überall möglich

Das Spenden des Nabelschnurblutes ist nicht flächendeckend möglich, da sich Kliniken hier aktiv engagieren müssen. Während bei der privaten Einlagerung eine Abdeckung von über 95 % Prozent aller Geburtskliniken erreicht wird, ist die Nabelschnurblut-Spende nur bei circa der Hälfte der Häuser möglich.

Disclaimer
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