Privates Einlagern von Nabelschnurblut

Nabelschnurblut-Stammzellen: Gesundheitsversicherung für die Zukunft

Die Einlagerung des Nabelschnurblutes bei einer privaten Nabelschnurblutbank ist eine Investition in die Zukunft. Natürlich hoffen Eltern immer, dass ihr Kind gesund bleibt. Doch es gibt leider keine Garantie. Kritiker bemängeln daher, dass die Nabelschnurblutbanken gezielt mit den Ängsten der Eltern spielen und ihnen ein unnützes Produkt „aufschwatzen“ würden. Allerdings sichert man sich ja auch zum Beispiel mit einer Hausratsversicherung gegen diverse Unwägbarkeiten ab. Warum also nicht die einmalige Chance direkt nach der Geburt nutzen und das Nabelschnurblut privat einlagern als eine Art Lebensversicherung?

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Das private Einlagern von Nabelschnurblut ist eine Art Lebensversicherung für den Nachwuchs. Als Absicherung für die Zukunft ist ein Stammzelldepot ein Baustein der Gesundheitsvorsorge, denn die aufbewahrten Stammzellen aus der Nabelschnur können Basis für individuelle Therapien im Ernstfall sein.

 

Bei einer privaten Nabelschnurblut-Einlagerung tragen zunächst die Eltern alle Kosten selbst. Das ist ein großer Unterschied zur öffentlichen Nabelschnurblutspende. Diese ist zwar kostenlos, doch Eltern und Kind verlieren dabei auch alle Mitspracherechte über die Aufbewahrung und Verwendung der Stammzellen. Beim privaten Einlagern von Nabelschnurblut ist dies anders. Hier gehört das Stammzellpräparat ausschließlich dem Kind. Die Eltern oder später das erwachsene Kind selbst entscheiden im Fall der Fälle über die Verwendung. So kann das Nabelschnurblut im Notfall auch einem nahen Angehörigen z. B. einem Geschwisterkind oder den Großeltern helfen – sofern die Gewebemerkmale übereinstimmen.

Es gibt in Deutschland mehrere Anbieter für die private Einlagerung von Nabelschnurblut. Daher ist ein Vergleich unumgänglich. Die Redaktion von familien-gesundheit.de hat Ihnen hier eine Checkliste zusammengestellt, mit deren Hilfe eine individuelle Auswahl getroffen werden kann. Doch egal, für welchen Anbieter Sie sich entscheiden, der Einlagerungsprozess ist bei fast allen Anbietern gleich.

 

Einlagern von Nabelschnurblut: Viele Schritte bis zum privaten Stammzelldepot

Zunächst informieren sich die Eltern über die Vorteile des Einlagerns von Nabelschnurblut und entscheiden sich für eine private Nabelschnurblutbank. Daraufhin nehmen sie Kontakt mit dem Anbieter auf. Ist der Vertrag über die Aufbewahrung der Nabelschnurblut-Stammzellen abgeschlossen, schickt der jeweilige Kundenservice das Paket zur Entnahme des Nabelschnurblutes nach Hause. Dieses Paket muss zur Geburt in die Entbindungsklinik mitgenommen und dort Arzt oder Hebamme übergeben werden. Die Hebamme wird dann direkt nach dem Abnabeln die Nabelschnur  für die Nabelschnurblut-Entnahme punktieren und das Nabelschnurblut ordnungsgemäß in der Transportbox verpacken. Die Klinik informiert auch den Kurier, der das entnommene Nabelschnurblut abholt und die Box samt Inhalt zum Einlagern zum Anbieter bringt. Dort wird das Labor zunächst die Eingangskontrolle vornehmen, indem z. B. eine Sichtkontrolle, eine Kontrolle der Begleitpapiere und eine Temperaturmessung erfolgt. Jeder Arbeitsschritt wird von nun an genauestens dokumentiert. Im nächsten Schritt erfolgt die Vorbereitung für die Einlagerung des Nabelschnurblutes. Dazu werden alle erforderlichen Angaben zu Mutter und Kind erfasst. Nun geht es in den Reinraum. Hier erfolgt die Präparation für die Kryokonservierung. Das erfahrene Personal füllt das Nabelschnurblut in den Einlagerungsbeutel um. Dieser spezielle Beutel ist absolut kälteresistent. Außerdem geben die Mitarbeiter dem Nabelschnurblut eine Spezialflüssigkeit zu, die dafür sorgt, dass die Alleskönner-Zellen im Kälteschlaf bei niedrigen Temperaturen vital bleiben und dank Frostschutz keine Kristallisationsprozesse die Zellen zerstören können. Bevor die Blutbeutel in den Kryotanks eingelagert werden, erfolgt die Abkühlung im sogenannten Freezer. Das sind spezielle Einfriergeräte, die die Präparate zunächst auf -145° C abkühlen. Danach ziehen die Aluminiumkassetten mit den Stammzelldepots in den Kryotank um. Dieser wird mittels flüssigen Stickstoffs auf ca. -190° C heruntergekühlt. Bei diesen niedrigen Temperaturen kommen in den Zellen alle Prozesse zum Erliegen. Das bedeutet: Die Stammzellen altern nicht. Während die Stammzelldepots nun im Kälteschlaf für viele Jahre und Jahrzehnte bleiben können, erfolgt die aufwändige Untersuchung des Nabelschnurblutes. Dafür wurden Proben zurückgestellt. Hierbei wird die Anzahl der Zellen bestimmt und es werden Infektionen mit Bakterien und Viren ausgeschlossen. Am Ende der Prozesskette bekommen die Eltern von der Nabelschnurblutbank das Zertifikat über die Einlagerung ausgestellt. Es enthält meist auch die vorläufige Blutgruppe des Kindes.

 

Kosten für die private Einlagerung von Nabelschnurblut

Nabelschnurblut privat einlagern zu lassen, ist mit Kosten verbunden. Der Volksmund sagt: Günstiges muss nicht schlecht sein und teures muss nicht automatisch gut sein. Wie verhält es sich also bei denAngeboten der Nabelschnurblutbanken?

Die privaten Nabelschnurblutbanken müssen in Deutschland hohe Standards erfüllen, um die behördliche Zulassung durch das dem Bundesministerium für Gesundheit unterstellte Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zu bekommen. Der Unterhalt einer aufwändigen Logistik mit Kurier, Qualitätskontrolle, Reinraumlabor und Kryotanklager kostet natürlich. Diese Unkosten werden von den Unternehmen auf die angebotenen Produkte umgelegt. Doch Eltern erhalten dafür im Gegenzug auch ein Höchstmaß an Qualität und Sicherheit. Sparen können die Nabelschnurblutbanken allenfalls beim Marketing und bei der Forschung. Beim Marketing heißt das konkret: Es erfolgt keine aufwändige Werbung. Werdende Eltern sowie Ärzte und Hebammen werden weniger informiert. Ein Verzicht auf die Forschung bedeutet, grundlegenden Prozessen nicht auf die Spur zu kommen und auch keine neuen Anwendungsfelder für die Stammzellen zu finden.

Je nach Anbieter gibt es unterschiedliche Angebote und damit Preise. Der Endpreis ist auch abhängig von den beauftragten, zusätzlichen Untersuchungen und von der Dauer der Einlagerung. Wer für 50 Jahre das Nabelschnurblut einlagern möchte, zahlt logischerweise mehr als für eine Laufzeit über 25 Jahre. Doch wenn man sich die Kosten einmal direkt auf die einzelnen Monate herunterrechnet, so kommt man bei vielen Anbietern bei weniger als 10 € pro Monat heraus. Alle Eltern müssen sich allerdings selbst die Frage beantworten, ob ihnen dieser Preis für die Gesundheit des Nachwuchses zu viel ist.

Beim Finanzamt kann man die private Einlagerung von Nabelschnurblut leider nicht als außergewöhnliche Belastung absetzen. Bei der eigenen Krankenkasse nachfragen, lohnt sich dagegen schon. Gerade Privatversicherte haben gute Chancen, dass ihre private Krankenversicherung (PKV) einen Teil der Kosten übernimmt, zumindest aber mit den Anbietern Rabattverträge ausgehandelt hat. Auch Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen können den Vorteil von ausgehandelten Ermäßigungen genießen.

 

Anbieter für das private Einlagern von Nabelschnurblut

 

Vita 34 AG

Deutscher Platz 5a

D-04103 Leipzig

 

Tel. +49 (0)341 48792 – 0

Fax +49 (0)341 48792 – 20

info@vita34.de

 

Kostenfreie Beratung unter 0800 034 00 00

Montag bis Freitag von 8.00 – 19.00 Uhr

 


 

Seracell Pharma AG

Alte Jakobstraße 85/86

10179 Berlin

 

service@seracell.de

 

Kostenlose Beratung unter 0800 300 444 14

Montag bis Freitag von 8.00 – 19.00 Uhr

 


 

eticur) GmbH

Landsberger Str. 406

81241 München

 

Tel. +49 (89) 125981-0

Fax +49 (89) 125981-19

info@eticur.de

 

Kostenlose Beratung unter 0800 0 384 287

Montag bis Freitag von 8.00 – 18.00 Uhr

 


 

DSB – Deutsche-Stammzellenbank GmbH

Neuer Wall 50

20354 Hamburg

 

info@deutsche-stammzellenbank.de

 

Kostenlose Beratung unter 0800 322 322 1

 


 

Cryo-Save GmbH

Technologie Park I

52134 Herzogenrath

 

Tel: +49 0800 331 8000
Fax: +49 0800 331 8002
de@cryo-save.com

Disclaimer
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