Plogging: Eine gute Sache

Der neue Trendsport: Jogging und Müll in der Natur einsammeln

Sich gesund und fit zu halten, erfordert in der heutigen Zeit meist besondere Aufmerksamkeit. Häufig stehen Stress, Bürotätigkeiten und ein voller Tagesplan dem „Extra“ an Bewegung entgegen. Wer sich dann aber doch dazu aufraffen kann, regelmäßig Sport zu treiben, wird schnell Gefallen daran finden. Joggen erfreut sich dabei allgemein großer Beliebtheit – immerhin geben rund 5 Millionen Menschen in Deutschland an, häufig joggen zu gehen.

Doch was hat das sogenannte Plogging damit zu tun? Die Redaktion von familien-gesundheit.de geht dem neuen Trensport auf den Grund.

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Plogging ist die Kombination von Joggen und Mülleinsammeln. Damit schlagen Plogger gleich zwei fliegen mit einer Klappe: Sie tun etwas Gutes für sich (nämlich Fittness) und für die Umwelt (indem sie das Müllproblem ein wenig verringern).

 

Plogging – Joggen mit anderem Anspruch

Plogging ist ein recht neuer Trend, der es aus Schweden hinaus in die Welt geschafft hat. „Plocka Upp“ heißt aufheben und so wird beim Plogging das Joggen mit dem Müllsammeln verbunden.

Der Schwede Erik Ahlström hatte beim Joggen genug vom herumliegenden Müll und fing an, auf seinen Laufstrecken am Wegrand befindlichen Müll aufzusammeln. Et voila: Das Plogging war erfunden! Die Idee dahinter ist einfach: Während des Laufens können kleinere (oder auch größere) Müllreste aufgesammelt und hinterher in einer Mülltonne entsorgt werden – oder einfach in einem der städtischen Mülleimer.

Anfangs wurde das Plogging noch belächelt, mit der Zeit erlangte es aber über Social-Media-Kanäle immer mehr Anhänger. Die Umwelt freut diese Entwicklung.

 

Welchen Effekt hat Plogging wirklich?

Sich vom Joggen zum Ploggen zu entwickeln, ist nun wahrlich kein großer Schritt. Trotzdem werden beim Plogging andere Muskelgruppen angesprochen als beim traditionellen Joggen, da durch die intervallartigen Unterbrechungen beim Bücken, Aufheben und Wiederaufrichten das Bewegungsspektrum des Joggens erweitert wird. Plogger trainieren direkt auch Arme, Rücken, Oberschenkel und Po. Manche Anhänger der Plogging-Bewegung verbinden das Müllsammeln mit Kniebeugen, Squats oder Dehnübungen und erhöhen so zusätzlich den Trainingseffekt für die entsprechenden Muskelgruppen.

Durch das achtsame Laufen beim Plogging werden zudem mehr und andere Hirnareale angesprochen. Die effektive Gesamtrechnung für das Plogging lautet daher:

Plogging = Müllsammeln + Ausdauertraining + Ganzkörpertraining + Gehirnjogging

Für die Umwelt und das Stadtbild liegen die Effekte auf der Hand. Weniger Müll in den Straßen, Städten und Parks bedeutet am Ende auch weniger Müll in Flüssen und Seen. Jedes noch so kleine Müllstück, das nicht in der Natur landet, ist am Ende ein wichtiger Beitrag. Durch Plogging kann also wichtiger Umweltschutz geleistet werden, ohne dass dafür zusätzlich Zeit eingeplant werden muss. Außerdem fallen uns Verschmutzungen eher auf, wenn rundherum alles sauber ist und so heben wir auch das letzte Stückchen Müll noch auf.

 

Alternativen zum Plogging

Für alle, die zwar gerne an der frischen Luft sind, für die aber das Joggen eher ein Graus als ein angenehmes Hobby darstellt, gibt es natürlich auch abgewandelte Varianten des Ploggings.

Beispielsweise sind auch Trends wie das „Pliking“ (das Müllsammeln beim Wandern) oder das „Plalking“ (das Müllsammeln beim Walking) immer mehr im Kommen. Auch bei Fahrradtouren lässt sich auf der Strecke befindlicher Müll aufsammeln. Hier bieten sich vor allem größere Müllstücke an, da diese am Fahrrad befestigt werden können. Die Radlerrast kann dann für kleinere Sammelaktionen genutzt werden,

Doch auch für die großen Sportmuffel unter uns können die empfohlenen zehntausend Schritte am Tag zur Müllsammelaktion werden. Beim sonntäglichen Spaziergang kann jeder und jede, egal ob groß oder klein, einen wichtigen Beitrag zu einer sauberen Umwelt leisten.

 

Tipps für richtiges Plogging

Grundsätzlich gibt es nicht „das richtige Plogging“, aber ein paar Dinge sollten Sie trotzdem berücksichtigen. Das wichtigste Utensil ist hierbei vermutlich der Müllbeutel. Diesen können Sie aber auch durch einen kleinen Eimer oder wiederverwendbare Behältnisse ersetzen, was noch umweltfreundlicher ist. Handschuhe sind ebenso essentiell. Gartenhandschuhe eignen sich aufgrund ihrer Beschaffenheit besonders gut, aber natürlich gehen auch Einmalhandschuhe oder ähnliches. Sollten Sie gänzlich auf Handschuhe verzichten wollen, sollten Sie beim Plogging besonders achtsam gegenüber scharfkantigen und stark verschmutzten Müllstücken sein.

Achten Sie auf die richtige Körperhaltung beim Aufheben und vor allem darauf, dass Sie eine Ganzkörperbewegung vollziehen und nicht einseitig belasten. Auch sollten Sie sich nach dem Plogging besonders gründlich die Hände waschen.

Viele Plogger machen Fotos von ihren Funden und veröffentlichen diese auf Social-Media-Plattformen oder in entsprechenden Gruppen. Denn so wird die Idee weiter getragen und andere Menschen motiviert, sich dem Plogging anzuschließen.

 

Im Gesamten lassen sich mit dem Plogging richtig Meter machen. Das Zusammenspiel von frischer Luft, körperlicher Bewegung und das Aufsammeln von Müll setzen, Glückshormone frei, die ganz nebenbei das Immunsystem stärken. Zudem finden sich in vielen Städten bereits Gruppen zusammen, die sich gemeinsam zum Plogging treffen und damit einen noch größeren Effekt erzielen. Denn gemeinsam lässt sich der innere Schweinehund leichter überwinden.