Plastikstrohhalm adé

Warum Trinkhalm-Alternativen auf dem Vormarsch sind

Der Kindergeburtstag steht vor der Tür oder Sie haben einen Cocktailabend geplant und stellen sich nun die Frage: Trinkhalm ja oder nein? Und wenn ja: Plastikstrohhalm oder doch besser eine umweltfreundlichere Trinkhalmalternative?

Aus früheren Zeiten kennen wir Strohhalme noch als farbenfrohe, biegsame, hohle Plastikteilchen, mit denen man nicht nur leckere Getränke schlürfen, sondern auf denen man auch prima herumkauen konnte, ohne dass sie kaputt gegangen sind. Genau diese Unkaputtbarkeit wird heute zum Problem. Strohhalme sind sicherlich praktisch, aber entsprechen Sie noch dem heutigen Anspruch an Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit? Wohl eher nicht! Im Schnitt benutzen wir einen Trinkhalm 20 Minuten lang. Danach landet er im Müll. Gelangt er als Plastikmüll in den Ozean, dauert es Jahrhunderte, bis er von Wind und Wellen zu Mikroplastik zerrieben wurde. Ganz verschwinden von diesem Planeten wird er wohl nie mehr.

Die Redaktion von familien-gesundheit.de hat sich für Sie auf die Suche nach Alternativen zum klassischen Strohhalm aus Plastik begeben.

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Strohhalme aus Papier sind ebenso bunt wie Plastikstrohhalme. Sie sind jedoch die umweltfreundlichere Alternative.

 

Wie sieht’s denn mit dem alten Strohhalm aus?

In Deutschland erfreuen sich die bunt gestreiften „klassischen“ Wegwerfstrohhalme aus Plastik großer Beliebtheit. Rund 40 Milliarden Plastikstrohhalme wurden allein bei uns pro Jahr benutzt – und auch weggeschmissen. Mit gut 25.000 Tonnen Plastikmüll und 3.750 Tonnen CO2, die nur bei der Entsorgung durch Verbrennung entstehen, haben die heißgeliebten Strohhalme für Milchshake und Co. eine denkbar schlechte Umweltbilanz.

Doch auch die Herstellung ist nicht unbedenklich: das Plastik für die Strohhalme basiert auf dem fossilen Rohstoff Erdöl. Die Strohhalme können dadurch Stoffe enthalten, die für den Körper nicht unbedenklich sind. Zudem schmecken die Trinkhalme teils nach Plastik.
Ähnlich verhält es sich mit wiederverwendbaren Strohhalmen aus Plastik. Die Basis aus der sie hergestellt sind, ist dieselbe wie bei den Wegwerf-Plastikstrohhalmen. Die Reinigung kann bei den Mehrweg-Plastikstrohhalmen erschwert sein. Auch hier verschwindet der Plastikgeschmack nicht. Am Ende ihres Produktlebens müssen sie über den Restmüll entsorgt werden. Dafür sind sie bruchsicher und ebenso bunt wie die bekannten Wegwerf-Klassiker.

Es lohnt sich nach Alternativen für Trinkhalmen zu suchen, wobei es hier natürlich ebenfalls Vorteile und Nachteile gibt. Nicht alle Varianten sind für jeden Anlass gleichermaßen gut geeignet.

 

Strohhalme aus nachwachsenden Rohstoffen

Nachwachsende Rohstoffe schonen die Ressourcen unseres Planeten. Sie stehen damit auch zukünftigen Generationen zur Verfügung. Das schützt Umwelt und Klima gleichermaßen.

 

Strohhalme aus Bambus

Im Kommen sind derzeit Strohhalme aus Bambus. Bambus ist eine der Pflanzen, die am schnellsten nachwächst. Er ist biologisch abbaubar und wirkt auf natürliche Weise antibakteriell. Bambustrinkhalme sind  bruchsicher. Die Strohhalme lassen sich zwischen sechs Monaten und wenigen Jahren lang problemlos benutzen. Nachteilig ist, dass der Bambus einen recht starken Eigengeschmack hat und sich durch seine Farbe nicht überprüfen lässt, ob alle Unreinheiten beseitigt wurden. Außerdem nimmt er die Farbe des Getränks an, weil die Flüssigkeit zum Teil in den Bambus einzieht.

Ein weiterer Nachteil: Bambus wächst nur in den Tropen. Um als Strohhalm zum Verbraucher nach Deutschland zu gelangen, muss er einmal um den halben Globus transportiert werden.

 

Strohhalme aus Papier

Papierstrohhalme sind vor allem für den einmaligen Gebrauch geeignet. Hochwertig produzierte Strohhalme aus Papier sind relativ stabil und weichen nicht so leicht auf. Sie bestehen aus nachwachsenden, heimischen Rohstoffen und sind in der Regel schön bunt. Leider lassen sie nur einmal verwenden. Manche geben die Farbe ab, sobald sie mit dem Getränk in Verbindung kommen.

 

Nudeln als Strohhalme

Die wohl einfachste, schnellste und günstigste Variante sind Strohhalme aus langen Makkaroni-Nudeln. Sie sind in Bio-Qualität erhältlich und in großer Stückzahl preisgünstig im Supermarkt verfügbar. Natürlich weichen sie nach einer gewissen Zeit auf, aber das erhöht eher den Trinkspaß, als dass es zu nervig ist. Benutzt werden können Strohhalme aus Nudeln nur einmal. Die Makkaroni-Trinhalme lassen sich jedoch ganz einfach über den Biomüll entsorgen.

 

Wiederverwendbare Strohhalme

Der Vorteil von wiederverwendbaren Strohhalmen liegt klar auf der Hand: sie sind für eine Mehrfachnutzung bestimmt. Auch hier gibt es wieder unterschiedliche Materialien, die spezifische Vorteile und Nachteile mit sich bringen.

 

Strohhalme aus Silikon

Strohhalme aus Silikon sind biegsam und praktisch für unterwegs. Sie lassen sich leicht in der Handtasche oder Brotbüchse verstauen und so überall hin mitnehmen. Aber auch sie können BPA (Pisphenol A) enthalten, ähnlich wie Strohhalme aus Plastik. Leider sind sie auch nicht immer gut zu reinigen. Durch ihre statische Aufladung ziehen sie außerdem gerne Staub an.

 

Strohhalme aus Glas

Strohhalme aus Glas sehen nicht nur gut aus, sie sind zudem mehrfach verwendbar. Das Glas ist relativ dick. Allerdings sollten kleine Kinder Glastrinkhalme besser nicht benutzen. Die Reinigung gestaltet sich teils schwierig und muss oftmals von Hand geschehen. Auch wenn die Dicke des Materials einiges aushält, zu einhundert Prozent bruchsicher sind die Strohhalme aus Glas leider nicht.

 

Strohhalme aus Edelstahl

Das wohl vielversprechendste Ergebnis bei den wiederverwendbaren Strohhalmen erzielen derzeit Strohhalme aus Edelstahl. Das Material ist bruchsicher, lässt sich gut reinigen und erfreut sich einer außerordentlich langen Haltbarkeit. Sie sind spülmaschinengeeignet, sodass die leichte Reinigung in der Regel kein Problem darstellt. Leider warten Edelstahltrinkhalme nicht mit einer großen Farbpalette auf.

 

Welche Art von Strohhalmen Sie bei der nächsten Gelegenheit benutzen, haben Sie letztlich selbst in der Hand. Sich mit dem Thema „nachhaltige Strohhalm-Alternativen“ auseinanderzusetzen, macht in jedem Fall Sinn. Der Plastikstrohhalm hat angesichts der Plastikflut und der Müllberge jedenfalls abgedankt.