Pflanzen am Arbeitsplatz

Kann der Chef im Büro Pflanzen verbieten?

Pflanzen am Arbeitsplatz bieten immer wieder Diskussionsstoff zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Darf auf dem Büroschreibtisch ein grüner Dschungel wuchern oder sollte der Arbeitsplatz clean und aufgeräumt sein? Kann ein Vorgesetzter überhaupt Kaktus, Birkenfeige, Monstera und Co aus dem Büro verbannen, obwohl gute Gründe für Büropflanzen sprechen? So haben Studien beispielsweise längst herausgefunden, dass das Grün positiv das Raumklima beeinflusst und auch nachweislich die Konzentrationsfähigkeit steigert.

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Viele Mitarbeiter haben auf ihrem Arbeitsplatz eine Grünpflanze stehen. Doch so manchem Chef ist das Grün im Büro ein Dorn im Auge – aus Angst die Pflanzen und ihre Pflege könnten die Mitarbeiter von der Arbeit abhalten. Darf der Vorgesetzte Pflanzen am Arbeitsplatz verbieten? Und welche Argumente sprechen für bzw. gegen die Büropflanzen?

 

All das sind Fragen, die den Alltag im Büro belasten und zu Streit zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten führen können. Die Redaktion von familien-gesundheit.de hat für Sie einmal nachgeforscht, was erlaubt ist und welche Gründe für Pflanzen am Arbeitsplatz sprechen:

 

Muss der Vorgesetzte Pflanzen im Büro dulden oder darf er sie gar verbieten?

Grundsätzlich hat der Chef als Vorgesetzter das Recht, die Einrichtung des Büros zu bestimmen. Das betrifft natürlich auch die Pflanzen am Arbeitsplatz, denn sie gehören defacto mit zur Büroeinrichtung – genauso wie Schreibtische, Lampen oder Computer. Von daher hat der Vorgesetzte auch das Recht, Grünpflanzen im Büro zu verbieten.

Auf das sogenannte Hausherrenrecht berufen sich Firmen meistens nur in repräsentativen Räumen. Dazu gehören klassischerweise das Foyer, der Empfangsbereich im Sekretariat oder Besprechungsräume, wo Kunden und Geschäftspartner willkommen geheißen werden. Doch auch wenn Mitarbeiter im eigenen Büro Kundenkontakt pflegen, darf der Vorgesetzte ein Zimmerpflanzenverbot fürs Büro formal aussprechen. Praktisch wird dieser Fall jedoch nur dann eintreten, wenn der Mitarbeiter hinter dem Dschungel auf dem Schreibtisch kaum noch zu erkennen ist. Letztlich ist das Büro aber ein Arbeitsort und kein Hobbyraum oder Kleingarten. Wenn zu viel üppiges Grün wächst, kann dies die Funktion des Raumes als Arbeitsplatz einschränken und damit die Erfüllung der Pflichten des Arbeitsnehmers gegenüber seines Arbeitgebers erheblich behindern. In der Praxis wird jedoch kein Vorgesetzter etwas einwenden, wenn ein oder zwei kleinere Pflanzen den Schreibtisch schmücken.

Arbeitet der Arbeitnehmer jedoch in Großraumbüros oder in der Produktionsstrecke so gelten noch ein paar andere Regeln für die Pflanzen am Arbeitsplatz. Müssen Maschinen bedient werden, können die Pflanzen die Sicherheit gefährden. Da Sicherheit immer Vorrang hat, müssen die Grünpflanzen aus arbeitsschutztechnischen Gründen weichen. Auch in Großraumbüros lassen sich Konflikte nicht immer vermeiden. Sitzen Allergiker mit im Büro, so können diese auf die Grünpflanzen teilweise empfindlich reagieren. Dann droht sogar ein krankheitsbedingter Ausfall der Arbeitskraft aufgrund der allergischen Reaktion. Jedes Unternehmen ist natürlich bestrebt, die Ausfallzeiten der Mitarbeiter so weit wie möglich zu reduzieren. Der Allergieauslöser muss daher aus dem Großraumbüro verbannt werden.

 

Warum Pflanzen fürs Büro wichtig sind

Auch wenn Arbeitsschutz und Mitarbeiterschutz hin und wieder gegen Pflanzen im Büro sprechen, gibt es sehr viele gute Argumente für Grünpflanzen am Arbeitsplatz. Wer also nicht in Vorzimmer des Vorstandes seiner Arbeit nachgeht oder im Team im Großraumbüro sitzt, kann gute Begründungen für Grünpflanzen am Arbeitsplatz vorbringen. Die positiven Aspekte der Pflanzen auf das Arbeitsklima sollten letztlich jeden Vorgesetzten überzeugen, das möglicherweise im Raum stehende Pflanzenverbot noch einmal gründlich zu überdenken. Mit Pflanzen am Arbeitsplatz werden Arbeitsergebnisse nachweisbar besser und der Output steigt.

Pflanzen am Arbeitsplatz absorbieren darüber hinaus Umweltgifte aus der Luft. Sie verbessern somit das Raumklima und Arbeitsklima. Das „Büro-Grünzeugs“ wälzt außerdem die Büroluft um, befeuchtet sie und gibt Sauerstoff ab. In Büros mit Grünpflanzen herrscht einfach weniger dicke Luft – und das nicht nur im wortwörtliche Sinne. Auf Mitarbeiter haben sie eine beruhigende Wirkung, sodass Konflikte gar nicht erst so hochkochen können. Im Ernstfall hilft das Grün, Stress schneller abzubauen. Für den Vorgesetzten haben Pflanzen am Arbeitsplatz belegbare, positive Folgen: Die Mitarbeiter sind motivierter und belastbarer.

 

Pflanzen am Arbeitsplatz fördern die Kreativität und Effektivität

Die Grünpflanzen am Arbeitsplatz brauchen hin und wieder etwas Pflege. Gänzlich ohne Wasser geht es nicht, sodass sie regelmäßig gegossen werden müssen. Auch ein kleiner Rückschnitt tut Not, wenn das Pflanzenwachstum zu üppig ausfällt. Diese Arbeiten sind jedoch keine Zeitfresser. Vielmehr helfen die kleinen Arbeitspausen den Mitarbeitern, mal kurz abzuschalten, auf andere Gedanken zu kommen und neue Kraft zu tanken. Im Anschluss können sie sich wieder besser konzentrieren und mit vollem Elan die anstehenden Aufgaben bewältigen.

Studien konnten außerdem zeigen, dass Pflanzen im Büro die Kreativität beflügeln. Der Blick aufs Grün fördert innovative Lösungen, denn das Anschauen von bunten Blüten und filigranem Blattwerk entspannt das Gehirn und lässt neue Verbindungen zwischen Gehirnzellen entstehen. Kommt ein Mitarbeiter an einer Stelle einmal nicht weiter, so sollte er ruhig dazu ermutigt werden, den Blick weg von Schreibtisch und Tastatur schweifen zu lassen. So werden neue und effektivere Wege wesentlich schneller entdeckt.

 

Mit den hier gesammelten Argumenten, warum Pflanzen am Arbeitsplatz gut sind, sollten Sie jeden Vorgesetzten schnell davon überzeugen, umgehend neues, pflegeleichtes Grün wie Bogenhanf, Phalaenopsis-Orchideen oder Grünlilie fürs Büro zu beschaffen. Der Genehmigung der „Vergrünerung des Büros“ stehen nur ganz wenige Contra-Argumente entgegen.