Ostereier-Färben mit Pflanzenfarben

Natur pur: Bunte Ostereier dank Pflanzenfarben

Das Ostereier-Färben ist ein Riesenspaß für die ganze Familie und immer wieder ein kleines Wunder, wenn die weißen oder braunen, hart gekochten Ostereier nach dem Farbbad in Gelb, Rot oder Blau erstrahlen. Im Handel gibt es ganz verschiedene Eierfarben zu kaufen. Es handelt sich dabei zwar in der Regel um Lebensmittelfarben, doch viele Ostereierfarben sind heute chemischen Ursprungs. Dass es auch anders geht, wusste bereits die Großmutter. Früher wurden die Ostereier natürlich mit Pflanzenfarben gefärbt. Wie das funktioniert, verrät Ihnen die Redaktion von familien-gesundheit.de hier.

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Natürliche Pflanzenfarben kommen bereits seit Urgroßmutters Zeiten beim Ostereier-Färben zum Einsatz. Die Farben sind zwar etwas anders, meist pastelliger und gedeckter, als bei den im Handel käuflichen Ostereierfarben, aber es entstehen ebenso bunte und wundervolle Ostereier.

 

Eins sollte man vorneweg wissen: Das Ostereier-Färben mit Pflanzenfarben führt in der Regel eher zu Pastellfarben, denn die Farben sind selten wirklich knallig. Sie fallen meist etwas dezenter aus. Doch Pastellfarben sind gerade nicht nur bei den Ostereiern groß in Mode. So steht einem Versuch, dieses Jahr beim Ostereier-Färben Pflanzenfarben zu verwenden nichts im Weg. Ein weiterer Vorteil, der für die natürlichen Pflanzenfarben spricht: Die Farben sind bestens verträglich. Über unerwünschte Nebenwirkungen ist kaum etwas bekannt. Auch wenn Ostereier-Farben aus dem Handel kein riesiges Loch ins Familienbudget reißen, die Pflanzenfarben sind sogar noch preiswerter, denn viele Zutaten wachsen im eigenen Garten oder lassen sich in der Natur finden. Die Devise lautet: Einfach rausgehen und ernten. Pflanzenfarben fürs Ostereier-Färben werden nämlich als Auszüge aus Gemüse, Tees und Kräutern gewonnen. Wer auf exotischere Zutaten nicht verzichten möchte, findet diese meist in Drogerien oder Apotheken.

 

Prädikat ungiftig und daher bestens zum Färben von Ostereiern geeignet

Zu den absolut ungiftigen Pflanzenfarben gehören beispielsweise Rotkohlblätter, Holunderbeeren oder Zwiebelschalen. Damit wurde bereits zu Großmutters Zeiten gefärbt. Diese Pflanzenfarben sind ungefährlich, sodass selbst Kleinkinder bereits beim Ostereier-Färben fleißig mithelfen können.

  • Rottöne: Rote Beete, Apfelbaumrinde
  • Violetttöne: Blätter des Rotkohls
  • Blautöne: Holunderbeeren (oftmals umgangssprachlich auch als Fliederbeeren bezeichnet), Blaubeeren
  • Gelbtöne: frische oder getrocknete Birkenblätter, Kamillenblüten. Gelbwurz (in der Küche besser als Kurkuma bekannt) sorgt für ein sonnengelb.
  • Orangetöne: Roibostee, Hibiskusblütentee, Ringelblümenblüten und Möhren. Letztere gibt es mittlerweile auch in bunten Varianten (z. B. lila oder rot, mit denen sich unterschiedliche Farbtöne erzeugen lassen.)
  • Brauntöne: Tee, Kaffee, Zwiebelschalen
  • Grüntöne: Petersilie, Spinat, Efeublätter, Brennnessel, Matetee

In der Apotheke findet sich ebenfalls eine große Auswahl an Naturfarben. Hier sei einfach das Cochenille-Pulver hingewiesen. Der rote Farbstoff wird aus den ursprünglich in Südamerika beheimateten Cochenille-Schildläusen gewonnen. Früher war das Pulver sehr wertvoll, denn es war die einzige Möglichkeit, um an das begehrte Karminrot zu gelangen.

Eine weitere, mittlerweile fast vergessene Färberpflanze ist das Waid, auch Färberwaid genannt, der früher für die Blaudruck-Herstellung genutzt wurde. Der Sud ist zunächst gelblich-grün. An der Luft oxidieren die Farbstoffe aber zu einem leuchtenden Indigo-Blau. Ein wirklich faszinierendes Farbexperiment, das für „magische Momente“ und strahlende Kinderaugen sorgt. Das sogenannte Färber-Wau dagegen erzeugt einen kräftigen Gelbton. Einen Nachweis der Nutzung dieser alten Färberpflanze gibt es bereits für die Jungsteinzeit.

 

Der familien-gesundheit.de-Tipp

Achtung vor giftigen Pflanzenfarben

Informieren Sie sich im Vorfeld genau über die sogenannten Färbedrogen. Dabei handelt es sich um Pflanzenfarben, die nicht ganz ungefährlich sind, da von ihnen eine Vergiftungsgefahr ausgehen kann. Die Ostereier wären im Anschluss nicht mehr zum Verzehr geeignet, deswegen können mit diesen Farben höchstens ausgeblasene Ostereier gefärbt werden:

  • Brasilholz
  • Rotes Sanelholz
  • Gelbholz
  • Blauholz
  • Krapp

 

Strahlendere Farben mit Essig & Alaun

Die Ostereier sollten vor dem Färben mit Pflanzenfarben gründlich gereinigt werden. Dazu eignet sich ein kurzes Bad im Essigwasser. Das Essigwasser wirkt nicht nur desinfizierend, es greift auch ein wenig die kalkhaltige Eierschale an, sodass die Farben später besser eindringen können. Nach dem Essigwasser müssen die zukünftigen Ostereier nochmals gut abgespült werden.

Zur Vorbereitung des Färbeprozesses müssen die Pflanzenfarben extrahiert werden. Dazu wird das Pflanzenmaterial gut zerkleinert und in Wasser eingeweicht. Idealerweise geschieht dies bereits einen Tag zuvor. So kann der Pflanzensud über Nacht stehen und ziehen. Die natürlichen Farbstoffe haben genügend Zeit, sich im Wasser zu lösen.

In der Regel muss das Wasser-Pflanzen-Gemisch ca. eine Stunde lang erhitzt werden. Das Wasser sollte dabei nicht wirklich sprudelnd kochen, sondern kurz unterhalb des Siedepunktes gehalten werden. Anschießend wird der Farbsud vorsichtig gefiltert. Experten empfehlen auf einen halben Liter Farbsud circa zwei Gramm Alaun hinzuzufügen. Das Alaun sorgt für eine Intensivierung der Farbtöne. Wer auf Alaun verzichten möchte, kann mit Pottasche einen ähnlichen Effekt erzielen.

Rohe oder ausgeblasene Ostereier müssen mindestens zehn Minuten lang im Farbsud sieden. Gekochte und anschießend abgeschreckte Ostereier sollten für rund 30 Minuten im erkalteten Farbsud liegen. Anschließend kann ein erster Test erfolgen, ob der bislang angenommene Farbton bereits ausreicht. Eine intensivere Färbung erreicht man in der Regel durch eine Verlängerung des Farbbades.

Übrigens kann man dies gezielt ausnutzen, um ganz interessante Muster und Effekte erzielen, indem man beispielsweise Ostereier in Gläser mit unterschiedlichen Füllständen legt und so mit etwas Geschick Farbverläufe und Linien erzielt. Wer Gummis in unterschiedlichen Stärken straff um die Ostereier spannt, erhält moderne, grafische, fast geometrische Muster.

 

Der letzte Schliff für das Ostereier-Färben mit Pflanzenfarben

Nachdem die Ostereier mit einem Löffel vorsichtig aus dem Farbbad genommen wurden, müssen sie zunächst vollständig trocknen. Legen Sie die Eier dazu nicht auf Küchenpapier, sondern besser auf Küchenfolie. Das Küchenpapier saugt zu schnell zu viel Feuchtigkeit und damit Farbe weg. Es können unerwünschte, hellere Flecken entstehen. Erst nach der vollständigen Trocknung hält die natürliche Pflanzenfarbe „bombenfest“.

Den allerletzten Schliff bekommen Ihre natürlich gefärbten Ostereier mit Speck, das zum Einfetten der Ostereier dient. Sie glänzen so nicht nur wunderbar. Gleichzeitig wird die Oberfläche des Ostereis versiegelt, sodass Bakterien und Viren schlechtere Chancen haben, den Weg nach innen zu finden. Das Osterei wird so etwas länger haltbar.

Nun sind die bunten Kunstwerke fertig und leuchten am Osterstrauß oder im Osternest um die Wette. Dank des Ostereier-Färbens mit Pflanzenfarben haben sie wunderbar natürliche Ostereier, die sicherlich viele Bewunderer und dankbare Abnehmer finden werden.

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