No poo: Aufs tägliche Haarewaschen verzichten

Schöne Haare ganz ohne Shampoo?

Es scheint im Internet mal wieder einen neuen Trend zu geben. Bei Facebook und in Foren schwören immer mehr Menschen auf den Verzicht des Haarewaschens. Richtig gelesen: In Zeiten der ultimativen Pflegetipps für feine Haare, für trockene Haare, für fettige Haare, für lange Haare, für kurze Haare oder für glatte Haare setzen immer mehr Menschen auf eine deutliche Reduzierung des Shampoo-Konsums! Vielleicht ist dieser Trend auch ein Ausdruck des modernen Lifestyle-Anspruchs. Denn mal ganz ehrlich: Wer hat immer so viel Zeit, sich ausgiebig um seine Haare zu kümmern, nur um seine Mitmenschen mit einer topgestylten Haarpracht a la Supermodell beglücken zu können? Die Krankenschwester im Frühdienst nicht! Der Fernfahrer in der Spätschicht nicht! Und die alleinerziehende Mutter erst recht nicht!

© RyanMcGuire / pixabay.com

Die Werbung suggeriert: Wer seine Haare richtig pflegen will, kommt am täglichen Haarewaschen und teure Pflegeprodukte nicht vorbei. Doch Haarpflege kann schnell ein Zeitfresser werden – vom Umweltaspekt in puncto Wasserverbrauch und Nachhaltigkeit ganz zu schweigen. Manche Menschen suchen daher nach Alternativen und schwören auf den „No poo-Trend“. Sie verzichten komplett auf Shampoo und tägliches Haarewaschen (einschließlich Föhnen).

 

No poo erspart Zeit und kann damit den Alltag erleichtern

Jede „berufstätige Managerin eines kleinen Familienunternehmens“ weiß, dass morgens in puncto Haarpflege häufig der in der Standardversion mitgelieferte „Fünf-Zinkenkamm“ – sprich die Hand – einfach reichen muss. Viele Menschen stellen sich nicht zuletzt aus Zeitgründen die Frage: Muss man wirklich jeden Tag die Haare waschen – vor allem jetzt, in der dunklen Jahreszeit? Wer mit nassen Haaren im Herbst und Winter das Haus verlässt, riskiert einfach eine dicke Erkältung oder einen hartnäckigen Schnupfen.

Haarpflege kann aufwändig sein: Zunächst werden die Haare mit Shampoo eingeseift, dann ausgespült. Als nächstes folgt die Pflegespülung, die einwirken und anschließend auch wieder ausgespült werden muss. Zum Schluss kommt am besten noch etwas nicht Auswaschbares für die Spitzen und die Kämmbarkeit in die Haare. Schnell sind beim Haarewaschen 30 Minuten im Bad herum. In der Zeit wurden viele Liter kostbares Wasser den Abfluss heruntergespült. Und wie umweltverträglich sind die ganzen Pflegeprodukte überhaupt?

 

No poo macht mit alldem einfach Schluss

Menschen, die von der No poo-Bewegung überzeugt sind, sagen einfach: „Nein!“ Sie sind der Meinung, man kann komplett aufs Haarewaschen mit Shampoo verzichten. Viele Zeitgenossen rümpfen angesichts solcher No poo-Gedankenspiele die Nase. Doch der Verzicht aufs Haarewaschen mit Shampoo heißt ja noch lange nicht, dass gar keine Haarpflege erfolgt. Die Haare werden beispielsweise mit einer Naturhaarbürste durchgekämmt. Die No poo-Anhänger schwärmen überall von ihrer neuen Haarpracht und der Leichtigkeit des Seins. Was also ist dran am No poo?

Wer das wissen möchte, muss es einfach ausprobieren. Jeder Mensch ist verschieden und dementsprechend sind die Haare ebenso verschieden. Die Zauberformel für alle gibt es nicht. Die Reaktionen der eigenen Haare auf das Haarewaschen ohne Shampoo können ganz unterschiedlich ausfallen.

 

 

Mit der Reduktion des Shampoo-Einsatzes ist meist auch eine Umstellung des Waschrhythmus verbunden. Nach einer mehrwöchigen Umstellungsphase sind viele No poo-Anhänger überzeugt, dass einmal Haarewaschen pro Woche vollends genügt. Das schont langfristig auch den Geldbeutel, denn der Wasserverbrauch sinkt.

 

No poo ist nur eine von vielen Alternativen zum täglichen Haarewaschen

Ob Sie mit No poo gänzlich aufs Shampoo verzichten oder auf tägliches Haarewaschen setzen, müssen Sie selbst entscheiden. Jeder definiert schließlich „seinen Haaren etwas Gutes tun“ anders: Der eine meint damit die riesige Palette der Pflegeprodukte. Der andere vertraut vollends auf die Selbstreinigungskräfte des menschlichen Körpers.

Ungeachtet dessen steht jedoch fest: Mit weniger Haarewaschen und der Reduktion des Shampoo-Konsums ist der Umwelt sehr geholfen. Natürlich möchte uns die Werbung einreden, dass diese Einschränkung zwangsweise dazu führt, dass wir unmittelbar wie „nasser Feudel“ riechen. Doch das stimmt nicht.

Menschen mit Kopfhautproblemen können die Beschwerden mit weniger Haarewaschen und die Nutzung milder Shampoos mit natürlichen Waschtensiden durchaus gut in den Griff bekommen. Etwas in Vergessenheit geraten sind Trockenshampoos. Für Oma in ihrer Jugend ohne fließend Wasser im Bad war das eine durchaus übliche Form der Haarpflege. Heute entdecken vor allem die Besucher von Festivals oder Campingurlauber die Vorteile des Trockenshampoos. Denn egal ob No poo-Anhänger, Trockenshampoo-Fan oder Intensiv-Haarewasch-Liebhaber: Jeder hört gern das Kompliment „Du hast aber schöne Haare. Deine Haare hätte ich auch gerne!“

 

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