Natürliche Antidepressiva: Hausmittel gegen Depression

Antidepressiv wirkende Hausmittel

Müdigkeit, Niedergeschlagenheit und Schlappheit – dies alles können Anzeichen für eine depressive Verstimmung oder Vorboten einer Depression sein. Weltweit erkranken jährlich laut Bundesgesundheitsministerium rund 350 Millionen Menschen an einer Depression. Deutschland kommt dabei auf einen Anteil von etwa 5,3 Millionen Menschen.

Doch nicht jede depressive Verstimmung wie ein Herbstblues bzw. Winterblues muss therapeutisch oder medikamentös behandelt werden. Oft hilft auch schon die Integration bestimmter Lebensmittel in die eigene Ernährung, um einen antidepressiven Effekt zu erreichen.

© jplenio / pixabay.com

Mit dem November beginnt oftmals das Schmuddelwetter mit Nebel und dunklen Wolken. Das schlägt bei vielen aufs Gemüt. Dem drohenden Herbstblues lässt sich mit Hausmitteln entgegen wirken, sodass er sich gar nicht erst zur Winterdepression auswachsen kann.

 

Die Redaktion von familien-gesundheit.de verrät Ihnen die effektivsten Hausmittel, wie Sie der Winterdepression vorbeugen und besser durch die kalte und dunklere Jahreszeit kommen.

 

Von Omas Erfahrungsschatz profitieren: Hausmittel gegen Depression

Es gibt eine Vielzahl von Lebensmitteln, Gewürzen und Pflanzen, bei denen eine antidepressive Wirkung nachgewiesen wurde.

 

Cashewnüsse

Die kleinen nierenförmige Nuss hat einen Fettanteil von 46 %. Sie schmeckt süsslich und lässt sich beispielsweise gut für Salate oder die Herstellung von veganem Käse nutzen. Cashews enthalten zudem viel Vitamin C und sind wahre Stimulatoren für das Nervensystem. Außerdem steigern sie unsere Energie. Das in den Nüssen enthaltene Magnesium, Kalium und Vitamin B6 unterstützt die antidepressive Wirkung. Das Hausmittel hilft, um fröhlich und aktiv zu sein. So schaffen Sie es eher, sich auch bei Schmuddelwetter zu einem Spaziergang aufzuraffen.

 

Honig

Die goldene Milch der Bienen kommt in vielen unterschiedlichen Geschmäckern daher. Ob als klarer, herber Waldhonig oder milchig, sanfter Wiesenblütenhonig – in dieser Palette findet sich für jeden etwas. Honig ist ein bewährtes Hausmittel und darf in keiner Hausapotheke fehlen, denn er hilft nicht nur bei spröden Lippen, er ist auch entzündungshemmend.
Durch seine Zucker, Vitamine, Mineralien, Enzyme und Säuren kann der Honig auch als natürlich wirkendes Antidepressivum eingesetzt werden. Die Aminosäure Tryptophan fördert den Schlaf und gereizte Nerven können sich entspannen. Eine warme Milch mit Honig vor dem Schlafengehen kann also sehr hilfreich bei Schlafstörungen sein. Allerdings sollte Honig nicht über 40° erhitzt werden, da er sonst die meisten seiner positiven Eigenschaften verliert.

 

Johanniskraut

Als beliebtes natürliches Antidepressivum wird Johanniskraut häufig genutzt. Die Pflanze wirkt im Körper wie einige medikamentöse Antidepressiva, indem es die Wiederaufnahme von Serotonin und Serotoninrezeptoren blockiert. Serotonin ist der sogenannte „Wohlfühlfaktor“ unseres Gehirns und kann bei Menschen mit depressiver Verstimmung in ungenügender Menge vorhanden sein. Johanniskraut ist kein anerkanntes Antidepressivum, wirkt aber häufig zumindest bei leichten Depressionen und hat weniger Nebenwirkungen als eine Behandlung mit chemisch hergestellten Medikamenten. Erhältlich ist die Pflanze in Kapselform oder auch als getrocknete Blätter. Die Blätter eignen sich beispielsweise für Teeaufgüsse.

 

Baldrian

Um den Baldrian ranken sich viele Gerüchte und Vermutungen, teilweise wird dem alten Hausmittel jegliche Wirksamkeit abgesprochen. Das kann allerdings auch daran liegen, dass Forschungen mit Baldrian über dessen Wirkweise zu noch keinem einheitlichen Ergebnis gekommen sind. Klar ist, dass er in Verbindung mit Johanniskraut antidepressiv und vor allem beruhigend wirkt. Innere Anspannung, Unruhezustände sowie Schlaflosigkeit – alles mögliche Anzeichen einer depressiven Verstimmung – können mit Baldrian reduziert werden. Bevor Sie sich in den nächsten Nächten unruhig von einer Seite auf die andere wälzen, könnte Ihnen ein Baldriantee zu einem geruh- und erholsamen Schlaf verhelfen. Erhältlich ist der Kräutertee in Apotheken, Reformhäusern und Drogeriemärkten.

 

Muskatnuss

Die kleine braune Nuss enthält eine Vielzahl an Stoffen, unter anderem Kupfer, Kalzium, Magnesium, Zink und Eisen. Dadurch wirkt sie wie ein Nährstoff-Booster und stimuliert das Gehirn. Die Muskatnuss hilft, Stress und Müdigkeit zu reduzieren und verbessert die Stimmung. Zusätzlich hat sie einen positiven Einfluss auf den Schlaf. Damit ist Muskat hervorragend geeignet, der depressiven Verstimmung den Kampf anzusagen. Sie kann roh oder gerieben in das gekochte Essen als Gewürz verwendet werden. Doch Vorsicht: bei einem zu großen Verzehr der Muskatnuss im rohen Zustand, kann eine psychoaktive Wirkung einsetzen.

 

Kardamom

Den Beinamen „Königin der Gewürze“ hat sich die kleine grüne Kapsel nicht umsonst verdient. Das Gewürz ist schon seit langem vor allem in Indien und Südasien für seine antidepressiven Eigenschaften bekannt. Verwenden kann man Kardamom zur Behandlung von Schlafstörungen, Anspannung, Angstzuständen oder auch bei Demenz. Wird Kardamom als Pulver warmem Wasser oder warmer Milch zugegeben, beruhigt er die Nerven. Als Zugabe zu kochendem Reis verleiht das Gewürz der Speise ein besonderes Aroma.

 

Äpfel

Der Apfel gehört ebenfalls zu den Hausmitteln gegen Depression. Er punktet für die Gesundheit nicht nur mit Fruchtzucker und verschiedenen Vitaminen. Äpfel enthalten auch wertvolle Spurenelemente wie Kalium und Phosphor. Außerdem finden sich im Apfel Stoffe wie Catechin und Chlorogensäure, welche antioxidative Eigenschaften besitzen und maßgeblich zur Reduzierung von Depressionen und Angst beitragen können. Auch helfen sie dem Gehirn, geschädigte Nervenzellen zu reparieren und unterstützen damit die nervliche Belastbarkeit. Ob als saftiger Snack zwischendurch oder auch im Müsli – der Apfel kann Ihnen helfen, gelassener im Alltag zu sein

 

Sonnenblumenblütenblätter

Weniger bekannt ist die Wirkung von Sonnenblumenblüten auf das Gemüt. Die Sonnenblume eignet sich nicht nur zur Herstellung von Ölen oder dem Nutzen der Kerne, sondern sie hilft auch bei leichten Verstimmungen. Da die Blütenblätter der Sonnenblume die Eigenschaft haben, Nervosität zu senken, eignen sie sich gut, zur Unterstützung des „sonnigen Gemüts“. Beim nächsten Tee können Sie einfach ein paar getrocknete Blütenblätter mit hinzugeben und sich entspannt zurücklehnen.

 

Was können Sie noch tun, um einer depressiven Verstimmung vorzubeugen?

Es gibt neben der Ernährung noch einige Dinge mehr, die Sie in Ihren Alltag integrieren können, um den Winter gut zu überstehen. Treiben Sie Sport oder gehen Sie regelmäßig spazieren. Bewegung hält den Kreislauf fit und sorgt für ein ausgewogenes Körpergefühl. Da in den Wintermonaten das Sonnenlicht nicht so intensiv ist, sollten Sie jede Möglichkeit nutzen, sich draußen aufzuhalten – frische Luft wirkt Wunder!

Um die schlechte Stimmung zu vertreiben, vermeiden Sie Langeweile. Suchen Sie sich eine Beschäftigung, die Ihnen Spaß macht. Haben Sie es schon einmal mit stricken probiert oder wartet seit längerem ein Buch darauf, von Ihnen gelesen zu werden?

 

Generell gilt bei allen vorgestellten Hausmitteln: Probieren Sie sie aus und beobachten Sie die Wirkung bei sich. Diese kann von Person zu Person ganz unterschiedlich ausfallen. Sollte sich die depressive Verstimmung nicht innerhalb weniger Wochen bessern, suchen Sie ärztlichen Rat. Der Hausarzt ist auch der erste Ansprechpartner, wenn es um die mentale Gesundheit geht. Gemeinsam können Sie überlegen, mit welchen Mitteln eine Stimmungsverbesserung zu erreichen und der Alltag leichter zu bewältigen ist. Bleiben Sie jedoch eines: optimistisch, denn der nächste Frühling kommt mit Sicherheit.

 

Disclaimer
familien-gesundheit.de stellt ausschließlich Beiträge für Informationszwecke bereit. Die Hinweise und Informationen sind nicht zur Selbstbehandlung geeignet. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch, keine professionelle Beratung, keine individuelle Untersuchung oder fachkundige Behandlung durch ausgebildete und anerkannte, im Gesundheitswesen tätigte Experten wie z. B. Ärzte, Apotheker, Hebammen oder Physiotherapeuten.