Nasenbluten in der Schwangerschaft

Hilfreiche Tipps gegen das Schwangerschaftssymptom

Zu den bekannten Schwangerschaftsbeschwerden gehören Übelkeit, Verstopfung, Heißhungerattacken und bleierne Müdigkeit.  Doch hätten Sie gewusst, dass auch die verstärkte Neigung zu Nasenbluten zu den Schwangerschaftsbeschwerden gehört?!

Viele Frauen sind verunsichert, wenn plötzlich ohne schnäuzen und niesen das Blut aus der Nase tropft. Ist das ein schlimmes Zeichen? Stimmt etwas nicht mit mir oder dem Ungeborenen? Doch zum Glück geben Mediziner Entwarnung: Meist ist alles gut. Die Redaktion von familien-gesundheit.de hat für Sie recherchiert und hilfreiche Tipps zum Thema „Nasenbluten in der Schwangerschaft“ zusammengestellt.

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‚Och nee, nicht schon wieder Nasenbluten!‘ Das denken viele Schwangere, die unter verstärkter Epistaxis in der Schwangerschaft leiden.

 

Im Normalfall ist die Epistaxis, wie Nasenbluten in der medizinischen Fachsprache bezeichnet wird, in der Schwangerschaft harmlos. Mediziner führen sie sogar unter der Kategorie „Schwangerschaftssymptome“. Dennoch sollten Schwangere bei ihrem betreuenden Frauenarzt bzw. der betreuenden Frauenärztin das Problem ansprechen. Zur Sicherheit von werdender Mutter und dem ungeborenen Kind wird dann abgeklärt, ob nicht doch eine andere Ursache in Frage kommt – wie beispielsweise eine unentdeckte Schwangerschaftshypertonie, also ein zu hoher Blutdruck, oder eine Blutgerinnungsstörung.

 

Nasenbluten in der Schwangerschaft ist ein Symptom der „anderen Umstände“

Die Epistaxis ist im Grunde nur ein harmloses Indiz für die Schwangerschaft. „Schuld daran“ ist die bessere Durchblutung aller Schleimhäute aufgrund der Hormonumstellung in den anderen Umständen. Der Körper gewährleistet somit eine optimale Versorgung des Embryos bzw. des Fötus, indem die Gebärmutterschleimhaut und das Plazentagewebe besonders gut durchblutet werden. Doch auch die Schleimhäute in der Nase sind von den Veränderungen betroffen. Infolge dessen schwellen sie an. Viele Schwangere klagen daher über schnupfenähnliche Symptome: Ihre Nase ist verstopft wie bei einer Erkältung. Es fehlen jedoch andere, für eine Erkältung typische Anzeichen.

Besonders während der Heizperiode im Winter neigt die besser durchblutete Schleimhaut der Nase dazu, aufzureißen. Diese Risse können winzig sein, aber auch so groß, dass es blutet. Schuld am Aufreißen ist die zu trockene Heizungsluft. Sie begünstigt die winzigen Risse in den Schleimhäuten.

 

Gegen Nasenbluten in der Schwangerschaft gibt es einfache Vorbeuge-Maßnahmen

Da Vorbeugung in puncto Gesundheit immer die beste Strategie ist, gibt es ganz einfache Maßnahmen, um das Nasenbluten in der Schwangerschaft zu verhindern. Jede Schwangere ist gut beraten, darauf zu achten, dass die Nasenschleimhaut nicht austrocknet. Die Erste-Hilfe-Maßnahme lautet daher: Bitte stets ausreichend trinken! Während der Schwangerschaft empfehlen Ernährungsexperten mindestens zwei Liter Flüssigkeit in Form von Wasser, ungesüßten Tees oder Saftschorlen pro Tag zu trinken. Des Weiteren sollten Schwangere während der „Kugelzeit“ auf ein angenehmes Raumklima mit ausreichender Luftfeuchtigkeit achten. Als ideal wird ein Wert zwischen 40 und 60 Prozent angesehen. Um die Luftfeuchtigkeit während der Heizperiode zu erhöhen, helfen Grünpflanzen mit vielen und großen Blättern wie der Papyrus oder die Monstera. Sie verdunsten nämlich besonders viel Wasser und helfen so, die Luft zu befeuchten. Als weiterer Luftbefeuchter eignet sich auch eine Schale mit Wasser, die auf die Heizung gestellt wird.

 

Der familien-gesundheit.de-Tipp bei Nasenbluten in der Schwangerschaft

Die Luftfeuchtigkeit stets im Blick behalten

In der Schwangerschaft ist die Anschaffung eines Hygrometers durchaus empfehlenswert. Die kleinen Geräte kosten nicht die Welt. Sie helfen jedoch, die Luftfeuchtigkeit im Auge zu behalten und so für eine angenehme Raumluft und ein optimales Raumklima zu sorgen.

 

Tritt das Symptom „verstopfte Nase“ auf, verschafft ein abschwellendes Nasenspray schnelle Linderung. Ärzte und Hebammen empfehlen hier in der Regel ein Nasenspray auf Kochsalz-Basis, denn dessen Anwendung kann nicht zur „Nasenspray-Abhängigkeit“ und einer damit einhergehenden Schädigung der Nasenschleimhaut führen. Auch Nasenduschen bekämpfen das Gefühl eines Knotens in der Nase. Nach der Anwendung von Nasenspray oder Nasendusche pflegt eine Nasensalbe mit dem Wirkstoff Dexpanthenol die strapazierten Schleimhäute und sorgt dafür, dass kleine Risse und Wunden schneller verheilen. So lässt sich das Aufreißen der Nasenschleimhaut verhindern.

 

Im Notfall: Was hilft bei Nasenbluten in der Schwangerschaft?

Doch trotz bester Prophylaxe kann es dennoch in der Schwangerschaft ab und an zu Nasenbluten kommen. Werdende Mütter sollten daher zur Sicherheit immer eine Packung Papiertaschentücher in der Jackentasche oder der Handtasche verstauen.

Kommt das Blut aus der Nase getropft, sollten Sie sich aufrecht hinsetzen. Lassen Sie das Blut am besten einfach laufen. Oma würde jetzt sicherlich raten, den Kopf in den Nacken zu legen, denn diese Maßnahme soll den Blutfluss schneller stoppen. Doch von diesem Tipp raten Mediziner heute ab. Der Grund dafür ist einleuchtend: Nasen- und Rachenraum sind miteinander verbunden. Wird der Kopf in den Nacken gelegt, besteht die Gefahr, dass Blut und Sekret aus dem Nasenraum in den Rachenraum laufen und in die Atemwege gelangen. Dort haben sie nichts zu suchen. Das Blut kann dort gerinnen. Die kleinen Klumpen können die Atmung behindern oder Entzündungsprozesse auslösen.  Die gleiche Gefahr tritt übrigens auch auf, wenn Sie sich hinlegen. Deswegen ist das aufrechte Sitzen bei Nasenbluten die günstigste Haltung.

Tritt das Nasenbluten in der Schwangerschaft in den eigenen vier Wänden auf, ist der Kühlschrank zum Glück nicht weit. Holen Sie sich von dort eine kalte Kompresse und legen Sie sich diese in den Nacken. Aufgrund des Kältereizes werden sich die Gefäße dort zusammenziehen. Der Blutfluss lässt nach, sodass die Blutung schneller stoppen kann. Kommt das Blut aus der Nase förmlich geschossen, hilft es, den betroffenen Nasenflügel für einige Minuten zusammenzudrücken, um so die Gerinnung zu unterstützen.

So schlagartig das leidige Nasenbluten in der Schwangerschaft meist auftritt, so schnell ist es nach der Entbindung meist wieder verschwunden. Dafür sorgt die erneute Hormonumstellung nach der Geburt.

 

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