Naschbalkon

Großer Genuss trotz wenig Platz

Ein Naschbalkon ist ein auf engstem Raum untergebrachter Naschgarten. Die Kombination aus Wohlfühloase und „Frische Markt“ ist einfach unschlagbar. Holen Sie sich den Nutzgarten „mit Küchenanschluss“ direkt nach Hause. Mit etwas Kreativität und Geduld schaffen Sie Ihr ganz persönliches Paradies.

Viele Obst- und Gemüsesorten brauchen gar nicht so viel Platz, um zu wachsen und zu reifen. Viele Kräuter und essbare Blüten wachsen sogar im Balkonkasten auf dem Fensterbrett. Die Redaktion von familien-gesundheit.de hat für Sie die Nasch-Highlights für Balkon und Terrasse gesammelt, sodass Ihre „Grüne Oase“ den Familien-Speiseplan zu unterschiedlichen Jahreszeiten bereichert.

© Cr19071970 / pixabay.com

Frische Kräuter gehören auf jeden Balkon – erst recht auf einen Naschbalkon. Die meisten Kräuter lieben die Sonne, sind anspruchslos und brachen auch nicht allzu viel Wasser. Sie sind damit die idealen Pflanzen für Einsteiger. Doch auch viele Obst- und Gemüsesorten lassen sich auf wenig Raum problemlos ziehen. Mit etwas Planung und Kreativität sorgt der Naschgarten so über das Jahr hinweg für eine tolle Bereicherung des Speiseplans – frisch, lecker und Sie wissen genau, wo es herkommt! Ganz wie ein echter Nutzgarten – nur in klein.

 

 

Zubehör für den Naschbalkon

Für ihre Naschecke auf Balkon und Terrasse brauchen Sie gar nicht so viel Zubehör: Eine gute Blumenerde mit Langzeitdünger ist bereits ein guter Anfang. Außerdem benötigen Sie verschiedene Behältnisse. Dies können Kübel, Balkonkästen, Eimer oder Wannen sein. Sogar PET-Flaschen oder ausgediente Milchkartons können Pflanzen ein neues Zuhause bieten. Zum Klettern und Beranken eignen sich Spaliere. Ampeln sind übrigens nicht nur etwas für Blumen. Auch Gemüse wie Salat lässt sich darin ziehen.

Fragen Sie den Gartenfachmann ihres Vertrauens. Er berät Sie gerne und gibt den einen oder anderen zusätzlichen Tipp. Der Fachhandel bietet eine riesige Auswahl an farbenfrohen und essbaren Pflanzen an, die Ihren Balkon in einen Naschbalkon verwandeln. Nehmen Sie ruhig Ihre Kinder mit auf die Einkaufstour und vertrauen Sie auf Ihre Intuition.

 

Starter-Kit für den Naschbalkon: Kleinen Kräutergarten anlegen

Ananassalbei (Salvia rutilans) und Schokoladenminze (Metha piperita) duften verführerisch und eignen sich prima als Tee oder Basis für leckere Limonaden. Beide Pflanzen verfeinern jedoch auch Fleisch und Fischgerichte. Sie wachsen unkompliziert im Topf auf dem Fensterstock oder im Kräuterkasten.

Der Ananassalbei liebt es sonnig, dann blüht er bis fast Ende Oktober und bietet mit seinen roten Blüten auch Bienen und Schmetterlingen wertvollen Nektar vor der Winterpause. Die Schokoladenminze mag dagegen eher den Halbschatten.

Das rotblättrige Basilikum (Ocimum basilicum) setzt ebenfalls farbige Akzente im Kräuterkasten. Es liebt die Sonne. Je sonniger das Kraut steht, desto kräftiger ist auch das Aroma der Blätter.

 

Naschbalkon für Fortgeschrittene

Bei Tomaten gibt es mit den sogenannten „Balkontomaten“ speziell für Balkon und Terrasse gezüchtete Sorten. Diese sind nicht so ausladend wie normale Stab- und Strauchtomaten. Sie kommen daher mit weniger Platz aus und tragen dennoch viele, aromatische Früchte. Doch auch andere Gemüsesorten lassen sich problemlos im Balkonkasten ziehen – beispielsweise Radieschen und Salat. Möhren bzw. Karotten sind nicht mehr zwangsweise orange. Ihr Farbspektrum reicht dank moderner und dem Erhalt alter Züchtungen von gelb über rot bis zu lila. Eine solch dunkle Karotte unter den Kartoffelbrei gemischt, setzt nicht nur geschmackstechnisch, sondern auch optisch ganz neue Akzente. Möhren lassen sich ebenfalls in einem etwas tieferen Balkonkasten oder Topf ziehen.

Als Gemüse für den Naschbalkon empfiehlt sich neben der Süßkartoffel auch die Blauviolette Kohlrabi. Sie kommt wunderbar als knackige Vorspeise mit passenden Kräuterdip daher, macht sich aber ebenso toll als Gemüse-Beilage oder glänzt paniert als Kohlrabi-Schnitzel als Hauptspeise. Zwischen grünen Kräutern bringt das Violett der Knolle wiederum Farbe auf den Balkon. Apropos Farbe … Die bunten Stängel des farbigen Mangolds leuchten Rot, Orange, Gelb oder Rosa in der Sonne. Lässt man die Blätter hinreichend groß werden, eignen sie sich hervorragend als Sichtschutz und zur Abgrenzung vor neugierigen Blicken. Doch da frischer Mangold ein hervorragende Alternative zum Spinat ist, werden die Blätter gerade auf dem Naschbalkon selten sehr groß sondern regelmäßig von Juni bis Oktober geerntet. Von daher sollten Sie besser zweigleisig fahren und ebenso Stangenbohnen, vielfach auch als „Kletterbohnen“ bezeichnet, als Sichtschutz im Kübel pflanzen. Diese benötigen ein Spalier oder Netz zum Hochranken. Wählen Sie am besten eine Sorte mit roten Blüten. So haben Sie nicht nur etwas für den Gaumen, sondern auch fürs Auge.

 

Obst für den Naschbalkon

Die Andenbeere ist auch unter dem Namen Physalis bekannt. Sie wächst an einem geschützten, sonnigen Ort hervorragend im Kübel. Mit den kleinen orangefarbenen, süß-säuerlichen Früchten verzieren Sie Speisen und Getränke. Köstliche Erdbeeren lassen sich in Hängeampel „übereinander stapeln“. Wählen Sie für den Naschbalkon am besten Monatserdbeeren. So verlängern Sie die Erdbeerzeit von Mai bis in den Herbst hinein.

Für süße Versuchungen sorgen auch kleinwüchsige Himbeeren. Sie gedeihen ebenfalls im Kübel. Auch bei Heidelbeeren bietet der Handel mittlerweile speziell gezüchtete Sorten an, die klein bleiben und im Topf gedeihen. Gepaart mit Cranberrys sind sie eine prima Ergänzung für den Naschbalkon. Hier müssen Sie allerdings auf die besonderen Bodenansprüche achten und Rhododendronerde verwenden.

 

 

Egal ob Kräuter, essbare Blüten, Obst oder Gemüse: Ihrer Fantasie sind auch beim Naschbalkon keine Grenzen gesetzt. Kombinieren Sie beispielsweise im Frühjahr die essbaren Blüten von Hornveilchen mit knackigen Pflücksalaten wie dem roten „Lollo rosso“ und frischer Rauke in einem Balkonkasten und Sie haben viele Zutaten für einen leckeren Salat direkt zur Hand.

Sie müssen lediglich die jeweiligen Standortvorgaben beachten und regelmäßig gießen. Dann lässt Ihr Naschbalkon keine Wünsche offen.